Erwartungswert berechnen: So findest du den Durchschnitt bei Zufallsexperimenten
Weiterführend:
- Zur Kapitelübersicht „Wahrscheinlichkeit und Stochastik”
- Vorwissen: Zufallsgrösse und Wahrscheinlichkeitsverteilung
- Als Nächstes: Modellieren mit dem Erwartungswert
- Pfadregeln für mehrstufige Experimente
Lehrplan 21
MA.3.A.1.kGrundanspruchBegriffe absolute und relative Häufigkeit, x-Koordinate, y-Koordinate, x-Achse, y-Achse, Einheitsstrecke, Wahrscheinlichkeit; Masseinheiten Geschwindigkeit (km/h, m/s, kB/s, dpi)MA.3.B.2.eGrundanspruchHäufigkeiten experimentell bestimmen und Vermutungen zu Wahrscheinlichkeiten formulieren; unbekannte Fragestellungen zu Kombinatorik/Wahrscheinlichkeit bearbeitenMA.3.A.1.mBegriffe (lineare) Funktion, sichere/mögliche/unmögliche Ereignisse, Flussdiagramm, Bit, Byte; Vorsätze Mikro, Nano; Masseinheiten Dichte (kg/dm³, g/cm³)MA.3.B.2.fWahrscheinlichkeiten und statistische Angaben überprüfen und begründenMA.3.C.2.hWertetabellen, Diagramme, Sachtexte, Terme und Graphen einander zuordnen und interpretieren; Sachsituationen nach funktionalen, statistischen und probabilistischen Gesichtspunkten bearbeiten
Quelle: Aargauer Lehrplan Volksschule, Fachbereich Mathematik (August 2022)
Eine kleine Zeitreise
Abschnitt betitelt „Eine kleine Zeitreise“Der Erwartungswert hat seinen Ursprung in einem eher unromantischen Kontext: beim Glücksspiel im Paris des 17. Jahrhunderts. Im Jahr 1654 stellte der französische Adlige Chevalier de Méré dem Mathematiker Blaise Pascal eine Frage, die als „Problem des Spielabbruchs” berühmt wurde. Zwei Spieler wetten um einen Einsatz. Der erste, der vier Runden gewinnt, erhält den ganzen Betrag. Doch das Spiel wird vorzeitig abgebrochen. Wie soll man den Einsatz fair aufteilen?
Pascal begann einen Briefwechsel mit einem anderen Mathematiker: Pierre de Fermat. Die beiden entwickelten in diesen Briefen die Grundlagen der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Sie erkannten, dass die faire Aufteilung nicht vom bisherigen Spielverlauf abhängt, sondern von den Chancen, die jeder Spieler noch hat, das Spiel zu gewinnen.
Drei Jahre später, im Jahr 1657, veröffentlichte der niederländische Mathematiker Christiaan Huygens ein kleines Buch mit dem Titel „De ratiociniis in ludo aleae” – „Über die Berechnungen im Glücksspiel”. In diesem Werk formulierte er als Erster systematisch, was wir heute als Erwartungswert bezeichnen. Huygens nannte ihn „expectatio” – die Erwartung.
Jakob Bernoulli, ein Schweizer Mathematiker aus Basel, baute diese Ideen weiter aus. In seinem Werk „Ars conjectandi” (1713) bewies er das Gesetz der grossen Zahlen. Dieses Gesetz besagt: Je öfter du ein Zufallsexperiment wiederholst, desto näher kommt der tatsächliche Durchschnitt deiner Ergebnisse dem Erwartungswert.
Heute steckt der Erwartungswert in unzähligen Anwendungen. Versicherungen berechnen damit ihre Prämien. Banken kalkulieren Risiken bei Krediten. Investoren bewerten Aktien. Sogar die künstliche Intelligenz nutzt Erwartungswerte, um Entscheidungen zu treffen. Aus einer Frage über Würfelspiele wurde ein Konzept, das unsere moderne Welt prägt.
Die Grundlagen
Abschnitt betitelt „Die Grundlagen“Bevor du den Erwartungswert berechnen kannst, musst du verstehen, was eine Zufallsgrösse ist. Eine Zufallsgrösse ordnet jedem möglichen Ergebnis eines Zufallsexperiments eine Zahl zu. Beim Würfeln ist die Zufallsgrösse die geworfene Augenzahl. Beim Glücksrad ist sie der Geldbetrag, den du gewinnst oder verlierst.
Zu jeder Zufallsgrösse gehört eine Wahrscheinlichkeitsverteilung. Sie listet auf, welche Werte die Zufallsgrösse annehmen kann und mit welcher Wahrscheinlichkeit. Stell dir die Wahrscheinlichkeitsverteilung wie ein Rezept vor: Sie sagt dir, welche „Zutaten” (Werte) mit welcher „Menge” (Wahrscheinlichkeit) in den Erwartungswert einfliessen.
Die Summe 1 bedeutet: Mit Sicherheit tritt eines der aufgelisteten Ergebnisse ein. Fehlt ein Ergebnis in deiner Tabelle oder stimmen die Wahrscheinlichkeiten nicht zu 1, hast du die Verteilung nicht korrekt erfasst.
Zurück zum Glücksrad mit vier gleich grossen Feldern: Gewinne von 10, 2, 0 und CHF, jeweils mit Wahrscheinlichkeit . Die Zufallsgrösse nimmt also vier Werte an, und die Wahrscheinlichkeiten summieren sich zu . Alles ist bereit für die Berechnung des Erwartungswerts.
Die Kernmethode
Abschnitt betitelt „Die Kernmethode“Der Erwartungswert ist der gewichtete Durchschnitt aller möglichen Werte einer Zufallsgrösse. Gewichtet bedeutet: Wahrscheinlichere Werte zählen stärker als unwahrscheinliche. Die Grundidee ist so einfach wie elegant.
Stell dir vor, du spielst das Glücksrad -mal. Bei vier gleich grossen Feldern erwartest du etwa:
- -mal Gewinn von CHF
- -mal Gewinn von CHF
- -mal Gewinn von CHF
- -mal Verlust von CHF
Dein Gesamtgewinn wäre etwa CHF. Pro Spiel sind das CHF. Genau das ist der Erwartungswert.
So gehst du Schritt für Schritt vor:
- Werte auflisten: Schreibe alle möglichen Werte der Zufallsgrösse auf.
- Wahrscheinlichkeiten bestimmen: Ermittle für jeden Wert die zugehörige Wahrscheinlichkeit .
- Kontrolle: Prüfe, ob die Summe der Wahrscheinlichkeiten ergibt.
- Multiplizieren: Berechne jedes Produkt .
- Summieren: Addiere alle Produkte. Das Ergebnis ist .
Der Erwartungswert muss selbst kein mögliches Ergebnis sein. Beim Würfel ist , obwohl du nie würfeln kannst.
Beispiel 1: Das Glücksrad vom Jahrmarkt
Abschnitt betitelt „Beispiel 1: Das Glücksrad vom Jahrmarkt“Wir berechnen den Erwartungswert für das Glücksrad mit vier gleich grossen Feldern: CHF, CHF, CHF und CHF.
Schritt 1: Wahrscheinlichkeitsverteilung aufstellen
| Wert | CHF | CHF | CHF | CHF |
|---|---|---|---|---|
Schritt 2: Kontrolle
✓
Schritt 3: Jeden Wert mit seiner Wahrscheinlichkeit multiplizieren
Schritt 4: Produkte addieren
Interpretation: Im Durchschnitt gewinnst du CHF pro Spiel. Wenn der Einsatz mehr als CHF beträgt, lohnt sich das Spiel auf lange Sicht nicht.
Beispiel 2: Das manipulierte Glücksrad
Abschnitt betitelt „Beispiel 2: Das manipulierte Glücksrad“Jetzt ist das Rad manipuliert. Das Feld mit CHF ist doppelt so gross wie die anderen. Insgesamt hat das Rad also fünf Flächeneinheiten, und die Wahrscheinlichkeiten verteilen sich so:
| Wert | CHF | CHF | CHF | CHF |
|---|---|---|---|---|
Kontrolle: ✓
Berechnung:
Interpretation: Durch das grössere „Nieten-Feld” sinkt der Erwartungswert von CHF auf CHF. Das Spiel ist für dich weniger vorteilhaft geworden. Der Betreiber hat durch eine kleine Änderung seinen Gewinn um CHF pro Spiel gesteigert. Auf Spiele wirft das für ihn CHF zusätzlich ab.
Die häufigsten Stolpersteine
Abschnitt betitelt „Die häufigsten Stolpersteine“Bei der Berechnung von Erwartungswerten schleichen sich typische Fehler ein. Wenn du diese kennst, umgehst du sie von Anfang an.
Beispiel 3: Der faire Würfel
Abschnitt betitelt „Beispiel 3: Der faire Würfel“Ein Standardwürfel zeigt die Zahlen bis . Jede Zahl erscheint mit Wahrscheinlichkeit .
Wahrscheinlichkeitsverteilung:
| Augenzahl | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
Berechnung:
Interpretation: Im Durchschnitt würfelst du eine . Du kannst nie genau würfeln – der Erwartungswert ist ein theoretischer Mittelwert. Er stellt sich nach sehr vielen Würfen als Durchschnitt ein. Würfelst du -mal, wirst du ungefähr -mal jede Zahl werfen. Die Summe aller Würfe geteilt durch nähert sich dann an. Dies ist das Gesetz der grossen Zahlen in Aktion.
Beispiel 4: Lohnt sich die Handyversicherung?
Abschnitt betitelt „Beispiel 4: Lohnt sich die Handyversicherung?“Eine Handyversicherung kostet CHF pro Jahr. Dein Handy ist CHF wert. Du schätzt die Wahrscheinlichkeiten so ein:
- Totalschaden:
- Reparatur (Kosten CHF):
- Kein Schaden:
Ohne Versicherung – erwarteter Schaden pro Jahr:
| Schaden | CHF | CHF | CHF |
|---|---|---|---|
Analyse: Dein erwarteter Schaden beträgt CHF – genau so viel wie die Versicherungsprämie. Rein mathematisch ist es egal, ob du versichert bist oder nicht.
In der Praxis zählen aber weitere Faktoren: Könntest du einen Verlust von CHF auf einmal verkraften? Falls nicht, kann die Versicherung trotzdem sinnvoll sein. Sie wandelt ein unsicheres Risiko in einen sicheren, kleinen Beitrag um. Genau davon leben Versicherungsgesellschaften.
Vertiefung: Faire Spiele, das Gesetz der grossen Zahlen und Linearität
Abschnitt betitelt „Vertiefung: Faire Spiele, das Gesetz der grossen Zahlen und Linearität“Der Erwartungswert hat mehrere interessante Eigenschaften, die ihn besonders mächtig machen. Die erste Eigenschaft ist die Linearität. Sie besagt, dass der Erwartungswert einer Summe von Zufallsgrössen gleich der Summe der Erwartungswerte ist. In Kurzform:
Würfelst du mit zwei Würfeln und betrachtest die Summe der Augenzahlen, musst du nicht die ganze Verteilung aufstellen. Es reicht, den Erwartungswert eines einzelnen Würfels zu verdoppeln: .
Eng damit verbunden ist der Begriff des fairen Spiels. Ein Spiel heisst fair, wenn der Erwartungswert des Nettogewinns gleich null ist. Du gewinnst auf lange Sicht nichts, verlierst aber auch nichts.
In der Realität sind fast alle Glücksspiele für den Spieler nachteilig. Bei Roulette zum Beispiel liegt der Erwartungswert pro eingesetztem Franken bei etwa CHF – der Rest bleibt im Casino. Auf eine Million Einsätze macht die Spielbank so zuverlässig Gewinn.
Das Gesetz der grossen Zahlen liefert die theoretische Grundlage dafür. Es garantiert, dass sich der durchschnittliche Gewinn eines Spielers bei sehr vielen Wiederholungen immer mehr dem Erwartungswert annähert. Bei einer einzelnen Runde kannst du Glück haben. Bei tausend Runden greift die Mathematik.
Beispiel 5: Das Lotto-Spiel
Abschnitt betitelt „Beispiel 5: Das Lotto-Spiel“Beim vereinfachten Lotto kostet ein Los CHF. Die Gewinne sind verteilt wie folgt: Hauptgewinn von CHF mit Wahrscheinlichkeit , Trostpreis von CHF mit Wahrscheinlichkeit , sonst kein Gewinn.
Wahrscheinlichkeitsverteilung der Auszahlung :
| Wert | CHF | CHF | CHF |
|---|---|---|---|
Kontrolle: ✓
Erwartete Auszahlung:
Nettogewinn pro Los: CHF.
Pro gekauftem Los verlierst du im Durchschnitt CHF. Das Spiel ist deutlich nachteilig für dich. Der Lottoanbieter kassiert von jedem Franken Einsatz etwa als Gewinn.
Übungen
Abschnitt betitelt „Übungen“Bearbeite die folgenden zehn Aufgaben in dieser Reihenfolge. Die Schwierigkeit steigt kontinuierlich.
Aufgabe 1: Du wirfst eine faire Münze. Gewinn: CHF bei Kopf, CHF bei Zahl. Berechne den Erwartungswert.
Aufgabe 2: Eine Zufallsgrösse hat die Werte , und mit Wahrscheinlichkeiten , und . Berechne .
Aufgabe 3: Ein Glücksrad hat drei Felder: CHF (), CHF () und CHF (). Prüfe, ob das Spiel fair ist, wenn der Einsatz CHF beträgt.
Aufgabe 4: Du wirfst zwei Münzen. Die Zufallsgrösse zählt die Anzahl Köpfe. Bestimme die Wahrscheinlichkeitsverteilung und berechne .
Aufgabe 5: In einer Urne sind rote und blaue Kugeln. Du ziehst eine Kugel und erhältst CHF für Rot, CHF für Blau. Berechne den Erwartungswert.
Aufgabe 6: Ein Würfel ist manipuliert. Die erscheint mit Wahrscheinlichkeit , alle anderen Zahlen gleich wahrscheinlich. Berechne .
Aufgabe 7: Eine Feuerversicherung für ein Haus kostet CHF pro Jahr. Die Wahrscheinlichkeit eines Brandschadens beträgt , der durchschnittliche Schaden CHF. Ist die Prämie für die Versicherung profitabel? Begründe.
Aufgabe 8: Du spielst ein Spiel mit Einsatz CHF. Auszahlungen: CHF (), CHF (), CHF (). Berechne den erwarteten Nettogewinn.
Aufgabe 9: Beim zweimaligen Würfeln ist die Augensumme. Nutze die Linearität des Erwartungswerts, um zu bestimmen.
Aufgabe 10: Ein Lotto hat einen Jackpot von CHF mit Wahrscheinlichkeit . Kleinere Gewinne summieren sich zu einem Erwartungswert von CHF. Das Los kostet CHF. Wie gross müsste der Jackpot sein, damit das Spiel fair wird?
Das Wichtigste in Kürze
Abschnitt betitelt „Das Wichtigste in Kürze“- Der Erwartungswert ist der gewichtete Durchschnitt aller möglichen Werte einer Zufallsgrösse .
- Die Formel lautet – jeder Wert wird mit seiner Wahrscheinlichkeit multipliziert und dann addiert.
- Die Summe aller Wahrscheinlichkeiten muss ergeben. Prüfe das vor jeder Berechnung.
- Der Erwartungswert muss kein tatsächlich mögliches Ergebnis sein (z. B. beim Würfel).
- Ein Spiel ist fair, wenn , also der erwartete Nettogewinn null ist.
- Der Erwartungswert ist linear: .
- Das Gesetz der grossen Zahlen garantiert, dass der tatsächliche Durchschnitt bei vielen Wiederholungen gegen den Erwartungswert strebt.
Dein Wissen im Test
Abschnitt betitelt „Dein Wissen im Test“Lösung anzeigen
Der Erwartungswert beträgt CHF. Wenn der Einsatz höher als CHF ist, wäre das Spiel auf lange Sicht ein Verlustgeschäft.
Lösung anzeigen
Der Erwartungswert ist ein theoretischer Durchschnittswert, kein mögliches Einzelergebnis. Er beschreibt, welchen Mittelwert du erhältst, wenn du den Würfel sehr oft wirfst und die Summe aller Ergebnisse durch die Anzahl der Würfe teilst. Würfest du -mal, wirst du ungefähr -mal jede Zahl werfen. Die Summe aller Würfe geteilt durch nähert sich dann an. Diese Konvergenz folgt aus dem Gesetz der grossen Zahlen.
Lösung anzeigen
Berechnung: Entscheidung: Der Erwartungswert beträgt CHF. Bei einem Einsatz von CHF ist das Spiel fair – du gewinnst und verlierst auf lange Sicht nichts. Kostet der Einsatz mehr als CHF, lohnt sich das Spiel nicht. Kostet er weniger, ist es vorteilhaft für dich.
Lösung anzeigen
Aus der Formel folgt: Der zweite Wert ist . Die Kontrolle bestätigt: .
Lösung anzeigen
Die Summe setzt sich aus zwei einzelnen Würfeln zusammen. Jeder Würfel hat den Erwartungswert . Wegen der Linearität gilt: Der Erwartungswert der Augensumme ist . Du müsstest nicht die komplette Verteilung von bis aufstellen – die Linearität spart dir viel Arbeit.
Ausblick
Abschnitt betitelt „Ausblick“Du kannst jetzt den Erwartungswert berechnen – den „Durchschnitt” einer Zufallsgrösse. Doch wie stark schwanken die Ergebnisse um diesen Durchschnitt? Beim Würfel weisst du, dass du im Schnitt würfelst. Aber wie weit liegen einzelne Würfe typischerweise davon entfernt? Diese Frage beantworten Varianz und Standardabweichung. Sie messen die Streuung der Werte um den Erwartungswert. Zwei Spiele mit gleichem Erwartungswert können völlig unterschiedliche Risiken bergen – und genau das kannst du als Nächstes lernen.
Lösungen
Abschnitt betitelt „Lösungen“Aufgabe 1: Mit ergibt sich
Im Durchschnitt gewinnst du CHF pro Wurf.
Aufgabe 2: Kontrolle: ✓. Berechnung:
Der Erwartungswert ist .
Aufgabe 3: Kontrolle: ✓.
Der erwartete Nettogewinn beträgt CHF. Das Spiel ist nicht fair, sondern vorteilhaft für den Spieler.
Aufgabe 4: Beim zweimaligen Münzwurf gibt es vier gleichwahrscheinliche Ergebnisse: KK, KZ, ZK, ZZ. Anzahl Köpfe:
Im Durchschnitt erhältst du Kopf pro Doppelwurf.
Aufgabe 5: Fünf Kugeln insgesamt: , .
Im Durchschnitt gewinnst du CHF pro Zug.
Aufgabe 6: Die restlichen fünf Zahlen teilen sich die Wahrscheinlichkeit gleichmässig auf: je .
Der manipulierte Würfel hat Erwartungswert , gegenüber beim fairen Würfel.
Aufgabe 7: Erwarteter Schaden pro Jahr:
Die Prämie von CHF liegt über dem erwarteten Schaden. Differenz: CHF pro Vertrag. Die Versicherung macht also im Mittel CHF Gewinn pro Vertrag. Für den Kunden ist der Vertrag mathematisch nachteilig, kann sich aber wegen des katastrophalen Einzelrisikos trotzdem lohnen.
Aufgabe 8: Kontrolle: ✓.
Erwarteter Nettogewinn: CHF. Pro Spiel verlierst du im Durchschnitt CHF.
Aufgabe 9: Die Summe lässt sich schreiben als , wobei und die Augenzahlen der beiden Würfel sind. Jeder einzelne Würfel hat den Erwartungswert . Mit der Linearität gilt:
Die erwartete Augensumme ist . Das deckt sich mit der Tatsache, dass die in der Verteilung zweier Würfel die häufigste Summe ist.
Aufgabe 10: Bei einem fairen Spiel muss der Erwartungswert der Auszahlung gleich dem Einsatz sein, also CHF. Aus den kleineren Gewinnen stammen bereits CHF. Der Jackpot muss also CHF zum Erwartungswert beitragen. Mit folgt:
Der Jackpot müsste also bei rund Millionen CHF liegen, damit das Spiel mathematisch fair wäre. In der Praxis bleiben Lottospiele selbst bei sehr hohen Jackpots meist nachteilig, weil Steuern und Verwaltungskosten zusätzlich anfallen.
Quellen
- Lehrplan 21 — Mathematik — Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK)
- Lehrplan Volksschule Aargau — Mathematik — Kanton Aargau, Departement Bildung, Kultur und Sport