Binomialverteilung
Worum geht es?
Abschnitt betitelt „Worum geht es?“Ein Bernoulli-Experiment ist ein Zufallsexperiment mit genau zwei möglichen Ausgängen: “Treffer” (Wahrscheinlichkeit ) oder “Niete” (Wahrscheinlichkeit ). Klassische Beispiele: Münzwurf, ein einzelner Freiwurf, ein Qualitätstest an einem Bauteil.
Führst du unabhängige Bernoulli-Experimente mit gleicher Trefferwahrscheinlichkeit durch, dann ist die Anzahl der Treffer binomialverteilt: . Die Wahrscheinlichkeit für genau Treffer beträgt:
Die drei Faktoren haben eine klare Bedeutung: zählt, wie viele Reihenfolgen mit Treffern es gibt. ist die Wahrscheinlichkeit jeder dieser Reihenfolgen für die Treffer, für die Nieten.
Erwartungswert und Varianz der Binomialverteilung folgen elegant:
Bei Münzwürfen erwartet man Kopfwürfe — was der Intuition entspricht.
Kumulierte Wahrscheinlichkeiten braucht man für Aufgaben wie “höchstens Defekte” oder “mindestens Treffer”. Sie sind Summen einzelner Binomialwahrscheinlichkeiten und lassen sich aus Tabellen oder mit dem Taschenrechner ablesen.
Was du schon können solltest
Abschnitt betitelt „Was du schon können solltest“Für dieses Kapitel brauchst du:
- die Grundbegriffe aus Wahrscheinlichkeit und Stochastik,
- den Binomialkoeffizienten aus der Kombinatorik,
- die Potenzrechnung (auch mit kleinen Basen, z. B. ),
- das Arbeiten mit Zufallsgrössen und Erwartungswerten.
Was du in diesem Kapitel lernst
Abschnitt betitelt „Was du in diesem Kapitel lernst“Drei Lektionen, die aufeinander aufbauen:
- Bernoulli-Experimente und Binomialverteilung — die Formel , mit Beispielen zu Münzen, Würfeln, Qualitätskontrolle.
- Erwartungswert — für die Binomialverteilung; Anwendung auf Fairness- und Prognosefragen.
- Kumulierte Wahrscheinlichkeiten — , , : “höchstens”, “mindestens”, “zwischen”.
Ein wiederkehrendes Muster in den Aufgaben: Zuerst identifizieren, dass eine Situation binomialverteilt ist (zwei Ausgänge, konstantes , unabhängige Versuche, fester Umfang ). Ist das klar, folgt die Formel fast automatisch.
Wichtige Begriffe im Überblick
Abschnitt betitelt „Wichtige Begriffe im Überblick“- Bernoulli-Experiment — Zufallsexperiment mit zwei Ausgängen.
- Binomialverteilung — Verteilung der Trefferzahl bei unabhängigen Bernoulli-Experimenten mit Trefferwahrscheinlichkeit .
- — Binomialkoeffizient, ” über ”.
- Erwartungswert — bei Binomialverteilung.
- Varianz — Mass für die Streuung: .
- Kumulierte Wahrscheinlichkeit — .
Häufige Denkfehler
Abschnitt betitelt „Häufige Denkfehler“- “Binomialverteilt heisst, dass genau zwei Ausgänge vorkommen.” Das ist nur die Voraussetzung des einzelnen Experiments. Die Binomialverteilung selbst zählt die Treffer in Versuchen — und die Zufallsgrösse kann Werte annehmen.
- ”.” Falsch — das wäre die Wahrscheinlichkeit einer einzigen bestimmten Reihenfolge aus Treffern und Nieten. Der Binomialkoeffizient zählt alle Reihenfolgen, die Nietenwahrscheinlichkeit fehlt ausserdem.
- ” ist ein Trick.” Das ist kein Trick, sondern die Standardtechnik für “mindestens einer”-Aufgaben. Direktes Addieren über wäre fehleranfällig — das Gegenereignis hat genau einen Summanden.
Wo es im Lehrplan 21 steht
Abschnitt betitelt „Wo es im Lehrplan 21 steht“Die Binomialverteilung gehört zu MA.3 – Grössen, Funktionen, Daten, 3. Zyklus:
- MA.3.D.4 – Diskrete Wahrscheinlichkeitsverteilungen anwenden und interpretieren.
- MA.3.D.5 – Binomialverteilung auf Sachprobleme anwenden.
- MA.3.B.5 – Erwartungswert und Standardabweichung zur Bewertung einsetzen.
Die Binomialverteilung gehört vollständig zur Erweiterung des 3. Zyklus. Im Gymnasium ist sie Pflichtstoff und die Grundlage für den späteren Übergang zur Normalverteilung (Satz von Moivre-Laplace).
Die Themen im Überblick
Abschnitt betitelt „Die Themen im Überblick“- Bernoulli-Experimente und Binomialverteilung
- Erwartungswert einer Binomialverteilung
- Kumulierte Wahrscheinlichkeiten berechnen
Quellen
- Lehrplan 21 — Mathematik — Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK)
- Lehrplan Volksschule Aargau — Mathematik — Kanton Aargau, Departement Bildung, Kultur und Sport