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Funktionen

Eine Funktion ff ordnet jedem Wert xx aus einer Menge (dem Definitionsbereich) genau einen Wert yy aus einer anderen Menge (dem Wertebereich) zu. Man schreibt y=f(x)y = f(x) und spricht ”yy ist ff von xx”. Das wichtigste Wort ist genau einen: einem xx darf nur ein yy zugeordnet sein.

In der 7./8. Klasse arbeitest du hauptsächlich mit zwei Funktionsfamilien:

  • Proportionale Funktionen y=axy = a \cdot xGraph ist eine Gerade durch den Ursprung. Der Faktor aa heisst Proportionalitätsfaktor.
  • Lineare Funktionen y=ax+by = a \cdot x + b — Graph ist eine Gerade, die die yy-Achse an (0,b)(0, b) schneidet. aa ist die Steigung, bb der y-Achsenabschnitt.

Lineare Funktion — Gerade im Koordinatensystem

Darüber hinaus begegnen dir weitere Spezialfälle (konstante Funktionen, parallele und senkrechte Geraden) und Operationen mit Funktionen (Umkehrfunktion, Verkettung), die den Weg zu den quadratischen Funktionen und später zur Analysis ebnen.

Dieses Kapitel verlangt einiges an Vorwissen:

  • Grundlagen aus Terme und Gleichungen — ohne Umformen keine Funktionsauswertung,
  • der Umgang mit dem Koordinatensystem — jede Funktion braucht xx- und yy-Achse,
  • Kenntnisse zu Zuordnungen und Dreisatz — proportionale Funktionen sind formalisierte proportionale Zuordnungen,
  • die Rechengesetze für ganze Zahlen und Brüche (Steigungen können auch Brüche sein).

Sieben Lektionen, die systematisch aufbauen:

  1. Funktionen – Grundlagen — was eine Funktion ist, wie man sie darstellt (Tabelle, Graph, Gleichung), und wie man die Eindeutigkeit prüft (vertikale Linie schneidet den Graphen höchstens einmal).
  2. Proportionale Funktionen — die einfachste Form: Graph durch den Ursprung, Gleichung y=axy = a \cdot x. Der Faktor aa bestimmt die Steigung.
  3. Lineare Funktioneny=ax+by = a \cdot x + b. Hier kommen Steigung und yy-Achsenabschnitt zusammen. Wie du sie aus einem Graphen abliest, und wie du aus zwei Punkten die Gleichung bestimmst.
  4. Spezialfälle linearer Funktionen — konstante Funktionen (a=0a = 0), vertikale “Gerade” (die eigentlich keine Funktion ist, weil xx = konst), und die Rolle der Nullstelle.
  5. Parallele und senkrechte Geraden — zwei Geraden sind parallel genau dann, wenn sie dieselbe Steigung haben, und senkrecht genau dann, wenn das Produkt ihrer Steigungen 1-1 ergibt: a1a2=1a_1 \cdot a_2 = -1.
  6. Umkehrfunktionen — wie du zu einer Funktion die Umkehrung findest. Geometrisch: Spiegelung des Graphen an der Winkelhalbierenden y=xy = x.
  7. Zusammengesetzte Funktionen — Funktionen nacheinander anwenden: f(g(x))f(g(x)). Der Einstieg in die Funktionsverkettung, die in der 9. Klasse und in der Analysis zentral wird.
  • Funktion (ff) — eindeutige Zuordnung xy=f(x)x \mapsto y = f(x).
  • Definitionsbereich (DD) — die Menge der erlaubten xx-Werte.
  • Wertebereich (WW) — die Menge der möglichen yy-Werte.
  • Graph — die Menge aller Punkte (x,f(x))(x, f(x)) in der Ebene.
  • Steigung (aa) — wie stark der Graph pro xx-Einheit steigt; a=ΔyΔxa = \tfrac{\Delta y}{\Delta x}.
  • y-Achsenabschnitt (bb) — der yy-Wert bei x=0x = 0; der Schnitt mit der yy-Achse.
  • Nullstellexx-Wert, bei dem f(x)=0f(x) = 0; der Schnitt mit der xx-Achse.
  • Umkehrfunktion (f1f^{-1}) — macht die Zuordnung rückgängig.
  1. “Eine Funktion ist dasselbe wie ihr Graph.” Nicht ganz. Der Graph ist die Visualisierung der Funktion in der Ebene. Die Funktion selbst ist die Zuordnungsvorschrift — oft durch eine Gleichung beschrieben.
  2. “Jede Gerade ist eine lineare Funktion.” Fast — bis auf die senkrechten Geraden der Form x=cx = c. Sie sind keine Funktion, weil dem xx-Wert cc unendlich viele yy-Werte zugeordnet sind.
  3. “Die Steigung ist wie stark es geht.” Vorsicht: die Steigung aa ist kein Winkel. a=1a = 1 entspricht 45°45°, a=2a = 2 entspricht etwa 63°63°, nicht 90°90°. Der Winkel ist arctan(a)\arctan(a) — erst in der 9. Klasse Thema.

Funktionen sind ein zentrales Anliegen von MA.3 – Grössen, Funktionen, Daten, 3. Zyklus:

  • MA.3.A.3 – Lineare Funktionen als Funktionsgraph, mit Steigung, yy-Achsenabschnitt und Nullstelle.
  • MA.3.C.2 – Abhängigkeiten zwischen zwei Grössen mit Graphen darstellen.
  • MA.3.B.2 – Funktionen anhand ihrer Darstellungen (Tabelle, Gleichung, Graph) vergleichen und interpretieren.

Proportionale und lineare Funktionen gelten als Grundanspruch für den 3. Zyklus. Umkehrfunktionen und Verkettungen sind Teil der Erweiterung.

Quellen