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Terme und Gleichungen

Ein Term ist ein sinnvoller mathematischer Ausdruck aus Zahlen, Variablen und Rechenzeichen: 3x+53x + 5, aba \cdot b, n2\tfrac{n}{2}. Er liefert einen Wert, sobald du für die Variablen Zahlen einsetzt.

Eine Gleichung setzt zwei Terme mit einem Gleichheitszeichen in Beziehung: 3x+5=203x + 5 = 20. Sie ist erst einmal eine Behauptung — wahr für manche Werte von xx, falsch für andere. Gleichungen zu lösen heisst: herausfinden, für welche Werte der Variablen die Behauptung stimmt. In diesem Beispiel: x=5x = 5.

Mit dieser Idee kannst du plötzlich Alltagsprobleme wie “Drei Äpfel und ein Brot kosten zusammen CHF 8\text{CHF}\ 8 — wie viel kostet ein Apfel, wenn das Brot CHF 2\text{CHF}\ 2 kostet?” systematisch angehen.

Für einen guten Start brauchst du:

Vier Lektionen, die dich vom Term bis zur gelösten Gleichung bringen:

  1. Terme mit einer Variablen — was eine Variable ist, wie man sie einsetzt und welche Konventionen es gibt (zum Beispiel: 3x3x statt 3x3 \cdot x).
  2. Terme aufstellen — aus einem Textproblem einen Term machen. Das ist der schwierigste Teil, aber auch der nützlichste.
  3. Grundregeln für das Rechnen mit Termen — Gleichartige Terme zusammenfassen, Klammern auflösen, Distributivgesetz anwenden.
  4. Gleichungen: Grundlagen — was eine Lösung ist, wie du durch Äquivalenzumformungen beide Seiten gleich behandelst und die Variable isolierst.
  • Variable — ein Buchstabe, der für eine (noch unbekannte oder variable) Zahl steht. Häufig x,y,n,a,bx, y, n, a, b.
  • Term — mathematischer Ausdruck, der sich zu einer Zahl auswerten lässt, sobald alle Variablen Werte haben.
  • Koeffizient — die Zahl vor einer Variablen. In 7x7x ist 77 der Koeffizient.
  • Gleichung — zwei Terme, verbunden mit einem Gleichheitszeichen.
  • Lösung — ein Wert (oder mehrere), der die Gleichung wahr macht.
  • Äquivalenzumformung — eine Operation, die beide Seiten einer Gleichung gleich verändert, ohne die Lösung zu ändern.
  1. xx ist einfach 11.” Nein. xx steht für irgendeine Zahl. In 5+x=125 + x = 12 ist x=7x = 7, in 3x=123x = 12 ist x=4x = 4. Du liest xx nicht als Zahl, sondern als Platzhalter.
  2. “Bei 3(x+2)3(x + 2) multipliziere ich nur den vorderen Summanden.” Das Distributivgesetz verlangt, dass du alle Summanden in der Klammer mit dem Faktor multiplizierst: 3(x+2)=3x+63(x + 2) = 3x + 6.
  3. “Ich kann bei einer Gleichung etwas nur auf einer Seite machen.” Nein. Jede Operation muss auf beiden Seiten durchgeführt werden, sonst ist die Gleichung nicht mehr äquivalent.

Terme und Gleichungen gehören zum Kompetenzbereich MA.1 – Zahl und Variable, 2. Zyklus mit Übergang zum 3. Zyklus:

  • MA.1.A.4 – Mit Variablen und Termen arbeiten.
  • MA.1.A.5 – Einfache Gleichungen durch Ausprobieren und durch Äquivalenzumformungen lösen.
  • MA.1.C.1 – Textaufgaben in einen Term / eine Gleichung übersetzen.

Das Aufstellen und Auswerten von Termen gilt als Grundanspruch für den 2. Zyklus. Das Lösen von Gleichungen durch systematische Äquivalenzumformungen ist der Einstieg in den 3. Zyklus und wird in der 7./8. Klasse weiter vertieft.

Quellen