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Terme und Gleichungen

Ein Term ist ein sinnvoller mathematischer Ausdruck aus Zahlen, Variablen und Rechenzeichen. Eine Gleichung setzt zwei Terme mit dem Gleichheitszeichen in Beziehung. Die zentrale Idee dieses Kapitels: Ein Term kann auf viele äquivalente Arten geschrieben werden. 3x+63x + 6 und 3(x+2)3(x+2) sind derselbe Term, nur in anderer Form.

Diese Umformungen folgen festen Regeln — vor allem dem Distributivgesetz a(b+c)=ab+aca(b+c) = ab + ac, den Rechenregeln für Exponenten xmxn=xm+nx^m \cdot x^n = x^{m+n}, und der grundlegenden Symmetrie der Gleichheit: Was du auf einer Seite einer Gleichung tust, musst du auf der anderen auch tun.

Damit wird das Lösen einer Gleichung zu einem mechanischen Verfahren: Ziel ist immer, xx allein auf einer Seite zu isolieren. Jeder Schritt dorthin ist eine Äquivalenzumformung (dasselbe auf beiden Seiten), die die Lösungsmenge nicht verändert.

Bei Ungleichungen (<,,>,<, \le, >, \ge) gelten fast dieselben Regeln — mit einer Ausnahme, die gerne vergessen wird: Beim Multiplizieren oder Dividieren mit einer negativen Zahl dreht sich das Ungleichheitszeichen um.

Für dieses Kapitel brauchst du:

  • die Grundrechenarten mit sicherem Umgang mit Vorzeichen (auch bei ganzen Zahlen),
  • den Termbegriff und einfache Variablengleichungen aus der 5./6. Klasse,
  • sicheres Rechnen mit Brüchen — Gleichungen mit Brüchen sind Standardfutter in Prüfungen.

Sieben Lektionen, die aufeinander aufbauen:

  1. Terme — Variablenbegriff vertieft, Koeffizienten, gleichartige Terme, erste Vereinfachungen wie 3x+2x=5x3x + 2x = 5x.
  2. Exponenten — Potenzrechenregeln: xmxn=xm+nx^m \cdot x^n = x^{m+n}, (xm)n=xmn(x^m)^n = x^{m \cdot n}, x0=1x^0 = 1, und der Umgang mit negativen Exponenten.
  3. Termumformungen — Terme gleicher Bedeutung erkennen und die geschickteste Form wählen; Grundlage für alles Weitere.
  4. Klammern auflösen — Distributivgesetz systematisch einsetzen: a(b+c)=ab+aca(b+c) = ab + ac, und aufpassen, wenn ein Minus vor der Klammer steht ((a+b)=ab-(a+b) = -a-b).
  5. Ausklammern — die Umkehrung: 6x+9=3(2x+3)6x + 9 = 3(2x + 3). Besonders wichtig für das Faktorisieren und später für quadratische Gleichungen.
  6. Lösen von Gleichungen (Äquivalenzumformungen) — das Standardverfahren: beide Seiten identisch verändern, bis xx allein steht.
  7. Lösen von Ungleichungen — fast wie bei Gleichungen, mit der Vorzeichenregel als Stolperstein beim Umgang mit Negativem.
  • Term — mathematischer Ausdruck mit Zahlen, Variablen und Operationen.
  • Koeffizient — die Zahl vor einer Variablen. In 7x7x ist 77 der Koeffizient.
  • Gleichartige Terme — haben denselben Variablenteil, z. B. 3x3x und 5x-5x. Nur diese darf man zusammenfassen.
  • Distributivgesetza(b+c)=ab+aca(b+c) = ab + ac. Die Regel, die Klammern öffnet.
  • Äquivalenzumformung — Schritt, der die Lösungsmenge einer Gleichung nicht ändert: Addition, Subtraktion, Multiplikation/Division mit einer Zahl 0\neq 0 auf beiden Seiten.
  • Ungleichung — Aussage mit <,,>,<, \le, >, \ge statt ==.
  1. (x3)=x3-(x - 3) = -x - 3.” Nein. Das Minus verteilt sich auf alle Summanden: (x3)=x+3-(x - 3) = -x + 3. Das Vorzeichen jeder Zahl in der Klammer wird umgedreht.
  2. “Ich darf nur auf einer Seite der Gleichung rechnen.” Falsch. Eine Äquivalenzumformung ist immer beidseitig. Wenn du links +3+3 rechnest, musst du rechts auch +3+3 rechnen.
  3. “Bei 2x>6-2x > 6 ist x>3x > -3.” Falsch. Wenn du durch 2-2 dividierst, dreht sich das Zeichen: x<3x < -3. Diese Regel ist der häufigste Einzelfehler bei Ungleichungen.

Terme und Gleichungen sind das Herzstück von MA.1 – Zahl und Variable, 3. Zyklus:

  • MA.1.A.4 – Mit Termen arbeiten, vereinfachen, umformen.
  • MA.1.A.5 – Lineare Gleichungen und Ungleichungen durch Äquivalenzumformungen lösen.
  • MA.1.C.1 – Sachprobleme in Terme und Gleichungen übersetzen.

Termumformungen (Klammern auflösen, Ausklammern) und das Lösen linearer Gleichungen gelten als Grundanspruch für den 3. Zyklus. Ungleichungen und komplexere Umformungen sind Teil der Erweiterung.

Quellen