Körperschnitte verstehen: Schnittflächen von Würfel, Quader und Zylinder einfach erklärt
Weiterführend:
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- Vorwissen: Körper-Grundlagen
- Vorwissen: Quader und Würfel
- Verwandt: Baupläne und Würfelgebäude
Lehrplan 21
MA.2.A.1.fGeometrische Körper erkennen und benennen (Würfel, Quader, Kugel, Zylinder, Pyramide) in Umwelt und BildernMA.2.B.2.aEigenschaften von Figuren und Körpern erforschen und beschreiben (z.B. beim Halbieren eines Quadrats entstehen Dreiecke oder Rechtecke)MA.2.C.3.eKörper in der Vorstellung zerlegen und zusammenfügen (z.B. Somawürfel); Operationen am Modell ausführen
Quelle: Aargauer Lehrplan Volksschule, Fachbereich Mathematik (August 2022)
Eine kleine Zeitreise
Abschnitt betitelt „Eine kleine Zeitreise“Die Frage, welche Formen beim Durchschneiden von Körpern entstehen, beschäftigte schon die alten Griechen. Um 350 vor Christus untersuchte der Mathematiker Menaichmos, was passiert, wenn man einen Kegel mit einer Ebene schneidet. Er suchte eigentlich eine Lösung für ein ganz anderes Problem – die Verdopplung eines Würfels – und stiess dabei auf neue Kurven, die niemand zuvor beschrieben hatte.
Den grossen Durchbruch schaffte Apollonios von Perge (etwa 262–190 v. Chr.). In seinem Werk «Konika» untersuchte er systematisch alle Schnitte durch einen Kegel. Er entdeckte, dass dabei genau vier verschiedene Kurven entstehen können, und gab dreien davon die Namen, die wir heute noch verwenden: Ellipse, Parabel und Hyperbel. Diese Kegelschnitte spielen in der Astronomie eine zentrale Rolle – Planeten bewegen sich auf Ellipsen um die Sonne.
Rund 1700 Jahre später brachte der Künstler Albrecht Dürer das Wissen über Körperschnitte zu den Handwerkern. In seinem Buch «Underweysung der Messung» von 1525 zeigte er Schritt für Schritt, wie man Schnitte durch Körper zeichnet. Goldschmiede, Baumeister und Steinmetze lernten daraus, wie sie ihre Werkstücke planen konnten.
Heute sind Körperschnitte aus Technik und Medizin nicht mehr wegzudenken. Die Computertomographie (CT) durchleuchtet den menschlichen Körper Schicht für Schicht – jedes Bild ist eine Schnittfläche. Ein Computer setzt Hunderte solcher Schnitte zu einem dreidimensionalen Bild zusammen. Auch Architektinnen und Ingenieure arbeiten ständig mit Schnittzeichnungen: Ein Grundriss eines Hauses ist nichts anderes als ein waagrechter Schnitt durch das Gebäude.
Die Grundlagen
Abschnitt betitelt „Die Grundlagen“Ein Körperschnitt entsteht, wenn eine Ebene einen dreidimensionalen Körper durchdringt. Stell dir die Ebene als unendlich grosses, hauchdünnes Messer vor, das den Körper in einem geraden Schnitt teilt. Die Fläche, die dabei im Inneren sichtbar wird, heisst Schnittfläche. Schneidest du einen Apfel durch, ist die freigelegte Innenseite die Schnittfläche.
Drei Dinge bestimmen die Form der Schnittfläche: erstens der Körper selbst (Würfel, Quader, Zylinder, Kugel oder Kegel), zweitens die Richtung der Schnittebene und drittens ihre Position im Körper.
Die wichtigsten Fälle zeigt diese Übersicht:
| Körper | Schnittrichtung | Schnittfläche |
|---|---|---|
| Würfel | parallel zu einer Seitenfläche | Quadrat |
| Würfel | schräg | Dreieck, Viereck, Fünfeck oder Sechseck |
| Quader | parallel zu einer Seitenfläche | Rechteck |
| Zylinder | quer (parallel zur Grundfläche) | Kreis |
| Zylinder | längs (durch die Achse) | Rechteck |
| Zylinder | schräg | Ellipse |
| Kugel | beliebig | immer ein Kreis |
| Kegel | parallel zur Grundfläche | Kreis |
| Kegel | schräg | Ellipse, Parabel oder Hyperbel |
Zwei Beobachtungen lohnen sich. Erstens: Bei Körpern mit ebenen Seitenflächen (Würfel, Quader) ist die Schnittfläche immer ein Vieleck – ihre Seiten sind gerade. Zweitens: Bei runden Körpern (Zylinder, Kugel, Kegel) können gekrümmte Randlinien entstehen. Die Kugel ist ein Sonderfall: Egal wie du sie schneidest, die Schnittfläche ist immer ein Kreis.
Die Kernmethode
Abschnitt betitelt „Die Kernmethode“Damit du die Form einer Schnittfläche sicher bestimmst, brauchst du ein festes Vorgehen. Raten führt bei räumlichen Aufgaben schnell in die Irre – mit der folgenden Methode arbeitest du systematisch.
Schritt 3 ist der Schlüssel für Vielecke. Ein Würfel hat 6 Seitenflächen. Trifft die Schnittebene 4 davon, entsteht ein Viereck. Trifft sie alle 6, entsteht ein Sechseck. Mehr als 6 Ecken sind unmöglich, denn mehr Seitenflächen gibt es nicht.
Eine Skizze hilft bei jedem Schritt. Zeichne den Körper als Schrägbild, markiere die Punkte, an denen die Schnittebene die Kanten trifft, und verbinde sie. Noch besser: Arbeite mit echten Modellen. Ein Stück Käse, ein Apfel oder Knetmasse zeigen dir sofort, ob deine Vorstellung stimmt. Genau dieses Wechselspiel zwischen Kopf und Modell trainiert dein räumliches Vorstellungsvermögen – eine Fähigkeit, die der Lehrplan «Kopfgeometrie» nennt.
Beispiel 1: Einstieg – Waagrechter Schnitt durch einen Würfel
Abschnitt betitelt „Beispiel 1: Einstieg – Waagrechter Schnitt durch einen Würfel“Ein Würfel hat die Kantenlänge cm. Du schneidest ihn waagrecht in halber Höhe durch. Welche Form entsteht, und wie gross ist die Schnittfläche?
Gegeben:
- Würfel mit Kantenlänge cm
- Schnittebene waagrecht, parallel zur Grundfläche, in halber Höhe
Gesucht: Form und Flächeninhalt der Schnittfläche
Lösung:
Die Schnittebene verläuft parallel zur quadratischen Grundfläche. Sie trifft die 4 senkrechten Seitenflächen des Würfels – also entsteht ein Viereck. Weil der Würfel überall gleich breit ist, hat das Viereck dieselbe Form wie die Grundfläche: ein Quadrat mit Seitenlänge cm.
Antwort: Die Schnittfläche ist ein Quadrat mit dem Flächeninhalt cm².
Kontrolle: Die Schnittfläche ist genauso gross wie die Grundfläche des Würfels – das passt, denn der Würfel verjüngt sich nach oben nicht. ✓
Beispiel 2: Die Wurst – drei Schnitte durch einen Zylinder
Abschnitt betitelt „Beispiel 2: Die Wurst – drei Schnitte durch einen Zylinder“Eine Wurst hat die Form eines Zylinders mit Durchmesser cm und Länge cm. Du schneidest sie auf drei Arten: quer, schräg und längs durch die Mitte. Welche Schnittflächen entstehen?
Gegeben:
- Zylinder mit cm und cm
- Drei Schnittrichtungen: quer, schräg, längs durch die Achse
Gesucht: Form der drei Schnittflächen; beim Längsschnitt zusätzlich der Flächeninhalt
Lösung:
Querschnitt: Die Schnittebene liegt parallel zur kreisförmigen Grundfläche. Es entsteht ein Kreis mit Durchmesser cm – die klassische Wurstscheibe.
Schräger Schnitt: Die Schnittebene ist gekippt. Der Kreis wird in eine Richtung gestreckt, es entsteht eine Ellipse – die ovale Scheibe, die du vom Wurstbrot kennst.
Längsschnitt durch die Achse: Die Schnittebene verläuft der Länge nach durch die Mitte. Es entsteht ein Rechteck. Seine Breite ist der Durchmesser, seine Länge die Wurstlänge:
Antwort: Quer entsteht ein Kreis, schräg eine Ellipse, längs ein Rechteck mit cm².
Die häufigsten Stolpersteine
Abschnitt betitelt „Die häufigsten Stolpersteine“Bei Körperschnitten tauchen bestimmte Denkfehler immer wieder auf. Wenn du sie kennst, erkennst du sie rechtzeitig.
Beispiel 3: Der Käse – Schnitt durch einen Quader
Abschnitt betitelt „Beispiel 3: Der Käse – Schnitt durch einen Quader“Ein Käsestück hat die Form eines Quaders mit Länge cm, Breite cm und Höhe cm. Du schneidest es senkrecht durch, parallel zur kleinsten Seitenfläche. Welche Form entsteht, und wie gross ist die Schnittfläche?
Gegeben:
- Quader mit cm, cm, cm
- Schnittebene senkrecht, parallel zur kleinsten Seitenfläche
Gesucht: Form und Flächeninhalt der Schnittfläche
Lösung:
Zuerst bestimmst du die kleinste Seitenfläche. Die drei verschiedenen Seitenflächen messen , und – die kleinste ist die mit cm und cm.
Die Schnittebene verläuft parallel zu dieser Fläche. Sie trifft 4 Seitenflächen des Quaders, also entsteht ein Viereck. Weil der Quader in Schnittrichtung überall gleich dick ist, hat die Schnittfläche genau die Masse der kleinsten Seitenfläche: ein Rechteck mit cm und cm.
Antwort: Die Schnittfläche ist ein Rechteck mit dem Flächeninhalt cm².
Kontrolle: Egal an welcher Stelle du parallel schneidest – vorne, in der Mitte oder hinten –, die Schnittfläche bleibt gleich gross. ✓
Beispiel 4: Transfer – Das Brot in Scheiben
Abschnitt betitelt „Beispiel 4: Transfer – Das Brot in Scheiben“Ein Ruchbrot ist cm lang. Du schneidest es der Länge nach in gleich dicke Scheiben von je cm. Wie viele Scheiben erhältst du, und wie oft musst du schneiden?
Gegeben:
- Brotlänge: cm
- Scheibendicke: cm
Gesucht: Anzahl Scheiben und Anzahl Schnitte
Lösung:
Die Anzahl Scheiben erhältst du durch Teilen:
Es entstehen Scheiben. Für die Anzahl Schnitte überlegst du räumlich: Der erste Schnitt trennt die erste Scheibe ab, danach trennt jeder weitere Schnitt genau eine Scheibe ab. Die letzte Scheibe brauchst du nicht mehr abzuschneiden – sie bleibt übrig. Darum ist die Anzahl Schnitte um 1 kleiner als die Anzahl Scheiben:
Antwort: Du erhältst Scheiben mit Schnitten.
Kontrolle: Probiere es mit kleinen Zahlen: 2 Scheiben brauchen 1 Schnitt, 3 Scheiben brauchen 2 Schnitte. Das Muster «Schnitte = Scheiben − 1» stimmt. ✓
Vertiefung
Abschnitt betitelt „Vertiefung“Die spannendsten Schnittflächen entstehen am Kegel. Apollonios von Perge hat sie vor über 2200 Jahren vollständig beschrieben – und seine Entdeckung gehört bis heute zu den wichtigsten der Geometrie.
Welche Kurve entsteht, hängt davon ab, wie stark die Schnittebene gekippt ist:
| Lage der Schnittebene | Schnittkurve |
|---|---|
| parallel zur Grundfläche | Kreis |
| leicht gekippt | Ellipse |
| parallel zur Mantellinie des Kegels | Parabel |
| noch steiler (fast senkrecht) | Hyperbel |
Du kannst dir das an einem Glace-Cornet vorstellen. Beisst du gerade ab, siehst du einen Kreis. Beisst du leicht schräg ab, ein Oval – die Ellipse. Kippst du die «Bissebene» so weit, dass sie genauso steil verläuft wie die Seite des Cornets, schliesst sich die Kurve nicht mehr: Es entsteht eine Parabel, eine nach oben offene Bogenlinie. Bei noch steileren Schnitten entsteht die Hyperbel.
Diese Kurven sind keine Spielerei. Wirfst du einen Ball, fliegt er auf einer Parabel. Planeten und Kometen umkreisen die Sonne auf Ellipsen. Satellitenschüsseln haben die Form einer Parabel, weil diese alle ankommenden Signale in einem Punkt bündelt. In der 9. Klasse und im Gymnasium wirst du diesen Kurven wieder begegnen – dann mit Gleichungen und Koordinaten. Im Moment genügt es, wenn du sie erkennst und weisst, wie sie entstehen.
Beispiel 5: Vertiefung – Der Würfelkuchen
Abschnitt betitelt „Beispiel 5: Vertiefung – Der Würfelkuchen“Ein würfelförmiger Kuchen soll in lauter gleich grosse, kleinere Würfel zerlegt werden – wie ein Zauberwürfel mit 3 Schichten in jeder Richtung. Wie viele Schnitte brauchst du, und wie viele kleine Würfel entstehen?
Gegeben:
- Würfelförmiger Kuchen
- Zerlegung in kleine Würfel
Gesucht: Anzahl Schnitte und Anzahl kleiner Würfel
Lösung:
Für 3 Schichten in einer Richtung brauchst du 2 Schnitte – genau wie beim Brot: Schnitte = Schichten − 1. Es gibt 3 Richtungen (von links nach rechts, von vorne nach hinten, von oben nach unten), und in jeder Richtung brauchst du 2 Schnitte:
Die Anzahl der kleinen Würfel zählst du schichtweise: Jede der 3 Lagen enthält Würfel, also insgesamt:
Antwort: Mit Schnitten zerlegst du den Kuchen in kleine Würfel.
Kontrolle: Der Zauberwürfel bestätigt das Ergebnis: Er besteht aus sichtbaren Teilwürfeln. ✓
Übungen
Abschnitt betitelt „Übungen“Die folgenden Aufgaben sind nach Schwierigkeit geordnet. Fertige bei den räumlichen Aufgaben eine Skizze an. Die Lösungen mit allen Überlegungen findest du am Ende des Artikels.
Aufgabe 1: Ein Würfel hat die Kantenlänge cm. Du schneidest ihn waagrecht in halber Höhe durch. Welche Form entsteht, und wie gross ist die Schnittfläche?
Aufgabe 2: Eine Salami wird einmal quer und einmal längs durch die Mitte geschnitten. Benenne die beiden Schnittflächen.
Aufgabe 3: Ein Quader hat die Masse cm, cm und cm. Du schneidest ihn waagrecht durch, parallel zur Grundfläche. Welche Form entsteht? Berechne den Flächeninhalt.
Aufgabe 4: Du schneidest eine Orange schräg durch. Welche Form hat die Schnittfläche? An welcher Stelle musst du schneiden, damit die Schnittfläche möglichst gross wird?
Aufgabe 5: Ein zylinderförmiges Glas hat den Durchmesser cm und die Höhe cm. Du schneidest es in Gedanken längs durch die Achse. Benenne die Schnittfläche und berechne ihren Flächeninhalt.
Aufgabe 6: Kann die Schnittfläche eines Würfels ein Siebeneck sein? Wie viele Ecken sind höchstens möglich? Begründe deine Antwort.
Aufgabe 7: Ein Zopf ist cm lang und wird in Scheiben von je cm geschnitten. Wie viele Scheiben entstehen, und wie viele Schnitte brauchst du?
Aufgabe 8: Ein Würfel wird schräg durch zwei gegenüberliegende Kanten geschnitten. Lea sagt: «Die Schnittfläche ist ein Quadrat.» Hat sie recht? Begründe.
Aufgabe 9: Ein würfelförmiger Käse wird wie ein Zauberwürfel mit 4 Schichten in jeder Richtung zerlegt. Wie viele Schnitte brauchst du, und wie viele kleine Würfel entstehen?
Aufgabe 10: Beim Kegel können vier verschiedene Schnittkurven entstehen. Benenne alle vier und beschreibe jeweils, wie die Schnittebene dafür liegen muss.
Das Wichtigste in Kürze
Abschnitt betitelt „Das Wichtigste in Kürze“- Schnittfläche: Die zweidimensionale Figur, die entsteht, wenn eine Ebene einen Körper durchschneidet. Sie ist eine neue Fläche – keine Seitenfläche des Körpers.
- Drei Einflussgrössen: Der Körper, die Richtung der Schnittebene und ihre Position bestimmen die Form der Schnittfläche.
- Parallele Schnitte ergeben vertraute Formen: beim Würfel ein Quadrat, beim Quader ein Rechteck, beim Zylinder und Kegel einen Kreis.
- Schräge Schnitte erzeugen neue Formen: beim Zylinder eine Ellipse, beim Würfel Vielecke mit 3 bis 6 Ecken.
- Kugel-Sonderfall: Jede Schnittfläche einer Kugel ist ein Kreis. Der grösste Kreis geht durch den Mittelpunkt.
- Eckenregel: Jede getroffene Seitenfläche liefert eine Randlinie. Ein Würfelschnitt hat darum höchstens 6 Ecken.
- Schnitte zählen: Beim Zerlegen in Scheiben gilt: Anzahl Schnitte = Anzahl Scheiben − 1.
- Kegelschnitte: Kreis, Ellipse, Parabel und Hyperbel – entdeckt von Apollonios von Perge.
Dein Wissen im Test
Abschnitt betitelt „Dein Wissen im Test“Lösung anzeigen
Die Schnittfläche ist ein Quadrat. Die Schnittebene verläuft parallel zur quadratischen Grundfläche und trifft die 4 senkrechten Seitenflächen – es entsteht ein Viereck. Weil der Würfel überall gleich breit ist, hat dieses Viereck dieselben Seitenlängen wie die Grundfläche. Bei Kantenlänge beträgt der Flächeninhalt .
Lösung anzeigen
Die Schnittfläche ist ein Kreis – wie bei jedem Kugelschnitt. Eine Kugel sieht aus allen Richtungen gleich aus, darum gibt es bei ihr keine «schiefen» Schnitte: Jede Schnittfläche ist kreisrund. Nur die Grösse ändert sich. Weil die Ebene hier nicht durch den Mittelpunkt geht, ist der Kreis kleiner als der grösstmögliche Kreis.
Lösung anzeigen
Nein. Bei einem schrägen Schnitt durch einen Zylinder entsteht eine Ellipse, kein Kreis. In Richtung der Kippung wird die Schnittfläche länger, quer dazu bleibt sie so breit wie der Zylinder. Die Form ist also oval. Du erkennst das an schräg geschnittenen Salamischeiben: Sie sind länglich, nicht rund. Nur ein Schnitt parallel zur Grundfläche ergibt einen Kreis.
Lösung anzeigen
Die Schnittebene verläuft parallel zur Grundfläche, darum ist die Schnittfläche ein Rechteck mit denselben Massen wie die Grundfläche:
Die Höhe von cm spielt für die Form keine Rolle – sie bestimmt nur, wo du schneiden kannst.
Lösung anzeigen
Die Schnittfläche ist ein Dreieck. An einer Würfelecke stossen genau 3 Seitenflächen zusammen. Die Schnittebene trifft also 3 Flächen, und jede getroffene Fläche liefert genau eine Randlinie. Drei Randlinien ergeben ein Dreieck. Schneidest du die Ecke so ab, dass auf allen drei Kanten gleich viel abgetrennt wird, ist das Dreieck sogar gleichseitig.
Ausblick
Abschnitt betitelt „Ausblick“Du weisst jetzt, welche Schnittflächen bei Würfel, Quader, Zylinder, Kugel und Kegel entstehen. Der nächste Schritt führt dich zu Quader und Würfel zurück – dort berechnest du Oberflächen und Volumen. Dein Wissen über Schnitte hilft dir dabei: Ein Volumen kannst du dir als Stapel vieler dünner Schnittflächen vorstellen, genau wie ein Brot aus seinen Scheiben besteht. Und wer die Baupläne und Würfelgebäude beherrscht, trainiert dieselbe Kopfgeometrie, die du hier beim gedanklichen Schneiden eingesetzt hast.
Lösungen
Abschnitt betitelt „Lösungen“Lösung 1: Die Schnittebene verläuft parallel zur quadratischen Grundfläche des Würfels. Sie trifft die 4 senkrechten Seitenflächen, also entsteht ein Viereck mit den Seitenlängen der Grundfläche – ein Quadrat mit Seitenlänge cm.
Die Schnittfläche ist ein Quadrat mit cm².
Lösung 2: Die Salami ist ein Zylinder. Beim Querschnitt liegt die Schnittebene parallel zur kreisförmigen Grundfläche – es entsteht ein Kreis (die runde Wurstscheibe). Beim Längsschnitt durch die Mitte verläuft die Schnittebene durch die Achse des Zylinders – es entsteht ein Rechteck: Eine Seite ist so lang wie die Salami, die andere so breit wie ihr Durchmesser.
Lösung 3: Die Schnittebene verläuft parallel zur Grundfläche des Quaders. Die Schnittfläche ist darum ein Rechteck mit denselben Massen wie die Grundfläche, nämlich cm und cm. Die Höhe cm bestimmt nur, in welchem Bereich du schneiden kannst.
Die Schnittfläche ist ein Rechteck mit cm².
Lösung 4: Die Orange ist eine Kugel, und jede Schnittfläche einer Kugel ist ein Kreis – auch bei einem schrägen Schnitt. Die Schnittfläche wird am grössten, wenn die Schnittebene genau durch den Mittelpunkt der Kugel verläuft. Je weiter der Schnitt vom Mittelpunkt entfernt ist, desto kleiner wird der Kreis. Das siehst du an Orangenscheiben: Die mittleren Scheiben sind die grössten, die äusseren die kleinsten.
Lösung 5: Beim Längsschnitt durch die Achse entsteht ein Rechteck. Seine Breite entspricht dem Durchmesser des Glases ( cm), seine Höhe der Glashöhe ( cm):
Die Schnittfläche ist ein Rechteck mit cm².
Lösung 6: Nein, ein Siebeneck ist unmöglich. Jede Seitenfläche, die die Schnittebene trifft, liefert genau eine gerade Randlinie der Schnittfläche. Ein Würfel hat nur 6 Seitenflächen – mehr als 6 Randlinien und damit mehr als 6 Ecken kann die Schnittfläche also nicht haben. Das Maximum, ein Sechseck, entsteht, wenn die Schnittebene alle 6 Seitenflächen durchquert. Bei geschickter Lage ist es sogar ein regelmässiges Sechseck.
Lösung 7: Die Anzahl Scheiben erhältst du durch Teilen der Zopflänge durch die Scheibendicke:
Es entstehen Scheiben. Für die Schnitte gilt die Regel «Schnitte = Scheiben − 1», denn die letzte Scheibe bleibt nach dem vorletzten Schnitt von selbst übrig:
Du brauchst Schnitte für Scheiben.
Lösung 8: Lea hat nicht recht. Die Schnittfläche ist ein Rechteck, aber kein Quadrat. Eine Seite des Rechtecks ist eine Würfelkante. Die andere Seite ist die Diagonale einer Seitenfläche – die schräge Strecke quer über ein Quadrat. Eine Diagonale ist immer länger als die Seite des Quadrats, das sie durchquert. Die beiden Rechteckseiten sind also verschieden lang, und ein Quadrat müsste vier gleich lange Seiten haben. Die Schnittfläche ist darum ein länglicheres Rechteck und sogar grösser als eine Seitenfläche des Würfels.
Lösung 9: Für 4 Schichten in einer Richtung brauchst du Schnitte. Es gibt 3 Schnittrichtungen, also insgesamt:
Die kleinen Würfel zählst du schichtweise: Jede der 4 Lagen enthält Würfel. Insgesamt sind es:
Mit Schnitten entstehen kleine Würfel.
Kontrolle: Beim -Kuchen aus Beispiel 5 waren es Schnitte und Würfel – das Muster «(Schichten − 1) mal 3 Richtungen» stimmt auch hier. ✓
Lösung 10: Beim Kegel können die vier Kegelschnitte entstehen:
- Kreis: Die Schnittebene liegt parallel zur Grundfläche des Kegels.
- Ellipse: Die Schnittebene ist leicht gekippt, durchquert den Kegel aber noch vollständig – die Kurve ist geschlossen und oval.
- Parabel: Die Schnittebene verläuft genauso steil wie die Mantellinie des Kegels. Die Kurve schliesst sich nicht mehr, sondern bleibt offen.
- Hyperbel: Die Schnittebene ist noch steiler, fast senkrecht zur Grundfläche. Auch diese Kurve ist offen und verläuft noch «spitziger» als die Parabel.
Entdeckt und benannt wurden diese Kurven von Apollonios von Perge vor über 2200 Jahren. Du begegnest ihnen im Alltag öfter, als du denkst: Ein geworfener Ball fliegt auf einer Parabel, und die Planeten umkreisen die Sonne auf Ellipsen.
Quellen
- Lehrplan 21 — Mathematik — Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK)
- Lehrplan Volksschule Aargau — Mathematik — Kanton Aargau, Departement Bildung, Kultur und Sport