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Logarithmen einfach erklärt: Die Umkehrung der Potenzrechnung verstehen

Beim Potenzieren kennst du die Basis und den Exponenten. Du berechnest das Ergebnis:

23=82^3 = 8

Manchmal ist die Situation umgekehrt. Du kennst die Basis und das Ergebnis, suchst aber den Exponenten:

2?=82^{?} = 8

Die Antwort ist 3, denn 23=82^3 = 8. Doch wie drückst du das mathematisch präzise aus? Genau hier kommt der Logarithmus ins Spiel.

Graph von y gleich 2 hoch x mit den Punkten (0 | 1), (1 | 2), (2 | 4) und (3 | 8). Von 8 auf der y-Achse führt ein Pfeil waagrecht zum Graphen und von dort senkrecht hinunter zu x gleich 3. Darunter steht: Logarithmus zur Basis 2 von 8 gleich 3

Abb. 1: Beim Potenzieren gehst du von x=3x = 3 hinauf zum Graphen und erhältst 23=82^3 = 8. Der Logarithmus geht den Weg rückwärts: von 88 auf der yy-Achse zum Graphen und hinunter zum Exponenten 33.

Die Schreibweisen log⁡a(b)=x\log_a(b) = x und ax=ba^x = b beschreiben denselben Zusammenhang. Frage beim Umschreiben immer: Welche Zahl ist die Basis, welche der Exponent und welche das Ergebnis?

Warum gelten die Bedingungen? Eine positive Basis ergibt bei reellen Exponenten nur positive Werte. Deshalb muss b>0b > 0 sein. Die Basis 11 ist ausgeschlossen, weil 1x=11^x = 1 für jeden Exponenten gilt. Damit wäre der gesuchte Exponent nicht eindeutig.

GesuchtBeispielPassende Rechnung
Ergebnis einer Potenz23=b2^3 = bb=8b = 8
Positive Basis bei bekanntem Exponentena3=8a^3 = 8a=83=2a = \sqrt[3]{8} = 2
Exponent bei bekannter Basis2x=82^x = 8x=log⁡2(8)=3x = \log_2(8) = 3

In der Praxis begegnen dir drei Basen besonders häufig:

BasisSchreibweiseNameVerwendung
10log⁡(x)\log(x) oder lg⁡(x)\lg(x)Dekadischer LogarithmusTaschenrechner, pH-Wert, Dezibel
e≈2,718e \approx 2{,}718ln⁡(x)\ln(x)Natürlicher LogarithmusNaturwissenschaften, Wachstum
2log⁡2(x)\log_2(x)Binärer LogarithmusInformatik, Algorithmen

In diesem Artikel bedeutet log⁡(x)\log(x) immer log⁡10(x)\log_{10}(x). Viele Schultaschenrechner verwenden log für Basis 10 und ln für Basis ee. Für andere Basen kannst du die Basiswechselformel verwenden, auch wenn dein Gerät keine eigene Eingabe dafür anbietet.

Die Logarithmusregeln folgen aus den Potenzgesetzen. Sie helfen dir beim Zusammenfassen von Termen und beim Lösen von Gleichungen.

Warum wird aus einem Produkt eine Summe? Setze r=log⁡a(u)r = \log_a(u) und s=log⁡a(v)s = \log_a(v). Dann gilt u=aru = a^r und v=asv = a^s. Mit dem Potenzgesetz folgt:

u⋅v=ar⋅as=ar+su \cdot v = a^r \cdot a^s = a^{r+s}

Der Exponent, der zu u⋅vu \cdot v führt, ist also r+sr+s. Deshalb gilt log⁡a(u⋅v)=log⁡a(u)+log⁡a(v)\log_a(u \cdot v) = \log_a(u) + \log_a(v).

Auch der Basiswechsel lässt sich begründen: Aus ax=ba^x = b folgt durch Logarithmieren zur erlaubten Basis cc die Gleichung x⋅log⁡c(a)=log⁡c(b)x \cdot \log_c(a) = \log_c(b). Weil a≠1a \neq 1 gilt, ist log⁡c(a)≠0\log_c(a) \neq 0. Du darfst durch diesen Wert dividieren.

Zwei besondere Werte kannst du direkt aus der Definition herleiten:

log⁡a(1)=0(weil a0=1)\log_a(1) = 0 \qquad \text{(weil } a^0 = 1\text{)}

log⁡a(a)=1(weil a1=a)\log_a(a) = 1 \qquad \text{(weil } a^1 = a\text{)}

Die Potenzregel ist besonders nützlich. Sie erlaubt es dir, einen Exponenten aus dem Argument herauszuziehen und als Faktor zu schreiben. Das ist der Schlüsseltrick beim Lösen von Exponentialgleichungen. Die Basiswechselformel hilft dir, wenn dein Taschenrechner nur log⁡\log und ln⁡\ln kennt, du aber einen Logarithmus mit einer anderen Basis brauchst.

Beispiel:

Berechne log⁡3(81)\log_3(81) ohne Taschenrechner.

Lösung:

Gefragt ist: “3 hoch was ergibt 81?”

Du probierst systematisch:

  • 31=33^1 = 3
  • 32=93^2 = 9
  • 33=273^3 = 27
  • 34=813^4 = 81 ✓

Also gilt log⁡3(81)=4\log_3(81) = 4.

Probe: 34=813^4 = 81 ✓

Tipp: Bei einfachen Logarithmen hilft das schrittweise Potenzieren. Du fragst dich immer: “Welcher Exponent passt?” Sobald du die Verbindung log⁡a(b)=x⇔ax=b\log_a(b) = x \Leftrightarrow a^x = b sicher beherrschst, gehst du von der Logarithmusform direkt in die Potenzform – und die Antwort liegt offen.

Beispiel:

Löse die Gleichung log⁡5(x)=3\log_5(x) = 3.

Lösung:

Du schreibst die Gleichung in die Potenzform um. Das ist die zentrale Technik:

log⁡5(x)=3⇔53=x\log_5(x) = 3 \quad \Leftrightarrow \quad 5^3 = x

Du berechnest:

x=53=125x = 5^3 = 125

Probe: Ist log⁡5(125)=3\log_5(125) = 3? Prüfe: 53=1255^3 = 125 ✓

Zweites Beispiel: Löse log⁡x(27)=3\log_x(27) = 3.

Hier ist die Basis unbekannt. Deshalb muss x>0x > 0 und x≠1x \neq 1 gelten. Umschreiben ergibt:

x3=27x^3 = 27

Also ist x=273=3x = \sqrt[3]{27} = 3.

Probe: log⁡3(27)=3\log_3(27) = 3, denn 33=273^3 = 27 ✓

Die Lösung x=3x = 3 erfüllt beide Bedingungen an die Basis. Prüfe solche Bedingungen immer zusätzlich zur Rechnung.

Ein Logarithmus muss keine positive ganze Zahl sein:

LogarithmusErgebnisKontrolle in Potenzform
log⁡2 ⁣(18)\log_2\!\left(\dfrac{1}{8}\right)−3-32−3=182^{-3} = \dfrac{1}{8}
log⁡4(2)\log_4(2)12\dfrac{1}{2}41/2=4=24^{1/2} = \sqrt{4} = 2
log⁡1/2(8)\log_{1/2}(8)−3-3(12)−3=8\left(\dfrac{1}{2}\right)^{-3} = 8

Das Argument muss positiv sein. Der Wert des Logarithmus darf dagegen negativ, null oder positiv sein.

Beispiel:

Löse die Gleichung 2x=502^x = 50.

Lösung:

Der Exponent xx ist unbekannt. Du kannst xx nicht direkt ablesen. Deshalb wendest du auf beiden Seiten den natürlichen Logarithmus an:

ln⁡(2x)=ln⁡(50)\ln(2^x) = \ln(50)

Mit der Potenzregel ziehst du xx nach vorne:

x⋅ln⁡(2)=ln⁡(50)x \cdot \ln(2) = \ln(50)

Du löst nach xx auf:

x=ln⁡(50)ln⁡(2)x = \frac{\ln(50)}{\ln(2)}

Du berechnest mit dem Taschenrechner:

x=ln⁡(50)ln⁡(2)≈5,643856≈5,64x = \frac{\ln(50)}{\ln(2)} \approx 5{,}643856 \approx 5{,}64

Gib den ganzen Quotienten in den Taschenrechner ein. Runde erst das Endergebnis, damit sich Rundungsfehler nicht verstärken.

Probe: 25,64≈49,9≈502^{5{,}64} \approx 49{,}9 \approx 50 ✓

Wichtig: Du kannst genauso den dekadischen Logarithmus log⁡\log verwenden. Das Ergebnis ist dasselbe:

x=log⁡(50)log⁡(2)≈5,64x = \frac{\log(50)}{\log(2)} \approx 5{,}64

Beispiel:

Vereinfache log⁡2(32)−log⁡2(4)+log⁡2(8)\log_2(32) - \log_2(4) + \log_2(8).

Lösung:

Methode 1 – Direkte Berechnung:

Du berechnest jeden Logarithmus einzeln:

  • log⁡2(32)=5\log_2(32) = 5, denn 25=322^5 = 32
  • log⁡2(4)=2\log_2(4) = 2, denn 22=42^2 = 4
  • log⁡2(8)=3\log_2(8) = 3, denn 23=82^3 = 8

Ergebnis: 5−2+3=65 - 2 + 3 = 6

Methode 2 – Mit den Logarithmusregeln:

Du fasst zuerst zusammen. Subtraktion entspricht einer Division im Argument, Addition einer Multiplikation:

log⁡2(32)−log⁡2(4)+log⁡2(8)=log⁡2 ⁣(32⋅84)=log⁡2(64)=6\log_2(32) - \log_2(4) + \log_2(8) = \log_2\!\left(\frac{32 \cdot 8}{4}\right) = \log_2(64) = 6

Beide Methoden liefern 6. Methode 2 ist effizienter, wenn die einzelnen Logarithmen keine ganzen Zahlen ergeben.

Sobald du die Grundlagen sicher beherrschst, öffnen sich weitere wichtige Konzepte.

Logarithmusfunktion: Für jede erlaubte Basis a>0a > 0, a≠1a \neq 1 ist f(x)=log⁡a(x)f(x) = \log_a(x) auf x>0x > 0 definiert. Ihr Graph verläuft durch (1∣0)(1 \mid 0).

  • Für a>1a > 1 ist die Funktion streng steigend.
  • Für 0<a<10 < a < 1 ist die Funktion streng fallend.

In beiden Fällen ist sie die Umkehrfunktion von g(x)=axg(x) = a^x. Die Graphen sind Spiegelbilder an der Geraden y=xy = x. Beispielsweise gehört zur Potenz 23=82^3 = 8 der Punkt (3∣8)(3 \mid 8) der Exponentialfunktion. Beim Logarithmus werden die Koordinaten vertauscht: (8∣3)(8 \mid 3).

Die Graphen von y gleich 2 hoch x in Blau und y gleich Logarithmus zur Basis 2 von x in Rot liegen spiegelbildlich zur gestrichelten Geraden y gleich x. Die Punkte (3 | 8) und (8 | 3) sowie (0 | 1) und (1 | 0) sind jeweils durch eine gepunktete Linie verbunden

Abb. 2: Zu jedem Punkt (x∣2x)(x \mid 2^x) des blauen Graphen gehört der Spiegelpunkt (2x∣x)(2^x \mid x) auf dem roten Graphen, zum Beispiel (3∣8)(3 \mid 8) und (8∣3)(8 \mid 3). Weil 2x2^x immer positiv ist, liegt der rote Graph ganz rechts der yy-Achse.

Basiswechsel in der Praxis: Mit den Tasten log oder ln kannst du jeden Logarithmus zu einer erlaubten Basis berechnen:

log⁡a(b)=ln⁡(b)ln⁡(a)=log⁡(b)log⁡(a)\log_a(b) = \frac{\ln(b)}{\ln(a)} = \frac{\log(b)}{\log(a)}

Wachstum und Zerfall vergleichen: In einem Modell M(t)=M0⋅qtM(t) = M_0 \cdot q^t beschreibt q>1q > 1 Wachstum und 0<q<10 < q < 1 Zerfall. Wenn du den Zeitpunkt suchst, zu dem die Menge einen bekannten Zielwert MZiel>0M_{\mathrm{Ziel}} > 0 erreicht, löst du M0⋅qt=MZielM_0 \cdot q^t = M_{\mathrm{Ziel}}:

t=ln⁡ ⁣(MZiel/M0)ln⁡(q)t = \frac{\ln\!\left(M_{\mathrm{Ziel}}/M_0\right)}{\ln(q)}

Dabei muss M0>0M_0 > 0 gelten. Die Zeiteinheit von tt muss zum Faktor qq passen: Bei einem jährlichen Faktor rechnest du in Jahren.

Beispiel:

Du legst im Modell 5000 CHF zu 3 %3\,\% Jahreszins an. Die Zinsen werden jeweils am Jahresende gutgeschrieben und mitverzinst. Gebühren und Steuern bleiben unberücksichtigt. Nach wie vielen vollen Jahren sind erstmals mindestens 7000 CHF auf dem Konto?

Lösung:

Nach nn vollen Jahren beträgt das Kapital:

Kn=5000⋅1,03nK_n = 5000 \cdot 1{,}03^n

Gesucht ist die kleinste ganze Zahl n≥0n \geq 0, für die gilt:

5000⋅1,03n≥7000⇔1,03n≥1,45000 \cdot 1{,}03^n \geq 7000 \quad \Leftrightarrow \quad 1{,}03^n \geq 1{,}4

Der natürliche Logarithmus ist streng steigend. Beim Logarithmieren bleibt deshalb das Ungleichheitszeichen erhalten:

n⋅ln⁡(1,03)≥ln⁡(1,4)n \cdot \ln(1{,}03) \geq \ln(1{,}4)

Weil ln⁡(1,03)>0\ln(1{,}03) > 0 ist, bleibt die Richtung auch beim Dividieren erhalten:

n≥ln⁡(1,4)ln⁡(1,03)≈11,383149n \geq \frac{\ln(1{,}4)}{\ln(1{,}03)} \approx 11{,}383149

Die kleinste erlaubte ganze Zahl ist n=12n = 12.

Kontrolle der Grenze:

  • Nach 11 Jahren: 5000⋅1,0311≈6921,175000 \cdot 1{,}03^{11} \approx 6921{,}17 CHF. Das Ziel ist noch nicht erreicht.
  • Nach 12 Jahren: 5000⋅1,0312≈7128,805000 \cdot 1{,}03^{12} \approx 7128{,}80 CHF. Das Ziel ist erreicht.

Diagramm des Kontostands über 13 Jahre als Treppe: Das Kapital steigt jeweils am Jahresende. Eine gestrichelte graue Kurve verbindet die Jahreswerte. Sie schneidet die waagrechte Linie bei 7000 CHF bei etwa 11,38 Jahren. Die Treppe liegt nach 11 Jahren mit 6921,17 CHF noch darunter und nach 12 Jahren mit 7128,80 CHF darüber

Abb. 3: Der Kontostand steigt nur am Jahresende und verläuft deshalb wie eine Treppe. Die rechnerische Kurve 5000⋅1,03t5000 \cdot 1{,}03^t erreicht 7000 CHF bei t≈11,38t \approx 11{,}38. Auf dem Konto sind es dann noch 6921,17 CHF. Erst die Gutschrift am Ende des 12. Jahres hebt den Kontostand über 7000 CHF.

Antwort: Erstmals nach 12 vollen Jahren sind mindestens 7000 CHF auf dem Konto. Die rechnerische Grenze von etwa 11,3811{,}38 ist kein zusätzlicher Gutschriftzeitpunkt in diesem Modell.

Damit kannst du auch die Frage aus der Einleitung beantworten: Für die Verdopplung bei 5 %5\,\% gilt n≥ln⁡(2)/ln⁡(1,05)≈14,206699n \geq \ln(2)/\ln(1{,}05) \approx 14{,}206699. Bei jährlicher Gutschrift dauert es 15 volle Jahre. Nach 14 Jahren sind es rund 1979,93 CHF, nach 15 Jahren rund 2078,93 CHF.

Die folgenden Aufgaben sind nach Schwierigkeit geordnet. Beginne oben und arbeite dich vor. Die vollständigen Lösungswege findest du im Abschnitt “Lösungen” am Ende des Artikels.

Grundlagen (Aufgaben 1–3)

Aufgabe 1: Berechne ohne Taschenrechner:

a) log⁡2(16)\log_2(16) b) log⁡3(27)\log_3(27) c) log⁡10(1000)\log_{10}(1000) d) log⁡5(1)\log_5(1)

Aufgabe 2: Schreibe jeweils in Potenzform um:

a) log⁡4(64)=3\log_4(64) = 3 b) log⁡2(0,5)=−1\log_2(0{,}5) = -1 c) log⁡a(m)=k\log_a(m) = k

Aufgabe 3: Schreibe jeweils in Logarithmusform um:

a) 72=497^2 = 49 b) 10−2=0,0110^{-2} = 0{,}01 c) e1=ee^1 = e

Regelanwendung (Aufgaben 4–6)

Aufgabe 4: Vereinfache mit den Logarithmusregeln (ohne Taschenrechner):

a) log⁡3(9)+log⁡3(3)\log_3(9) + \log_3(3) b) log⁡2(64)−log⁡2(8)\log_2(64) - \log_2(8) c) log⁡5(57)\log_5(5^7)

Aufgabe 5: Berechne mit dem Taschenrechner (auf zwei Dezimalstellen):

a) log⁡3(20)\log_3(20) b) log⁡7(100)\log_7(100) c) log⁡6(200)\log_6(200)

Aufgabe 6: Gib zuerst die Bedingungen für xx an. Löse dann die Gleichungen und prüfe deine Lösung:

a) log⁡3(x)=4\log_3(x) = 4 b) log⁡x(16)=2\log_x(16) = 2 c) log⁡2(x+1)=5\log_2(x+1) = 5

Exponentialgleichungen (Aufgaben 7–8)

Aufgabe 7: Löse die Exponentialgleichungen (auf zwei Dezimalstellen):

a) 3x=203^x = 20 b) 5x=0,15^x = 0{,}1 c) 2x+1=102^{x+1} = 10

Aufgabe 8: Fasse zu einem einzigen Logarithmus zusammen. Berechne danach einen Näherungswert auf zwei Dezimalstellen:

log⁡6(4)+2⋅log⁡6(3)−log⁡6(2)\log_6(4) + 2 \cdot \log_6(3) - \log_6(2)

Anwendungen (Aufgaben 9–10)

Aufgabe 9: Eine Bakterienkultur startet mit 500 Bakterien. Ihre Anzahl verdoppelt sich im Modell alle 30 Minuten.

a) Du kontrollierst die Anzahl nur nach vollständigen 30-Minuten-Perioden. Bei welcher Kontrolle sind es erstmals mehr als 100 000 Bakterien? Gib die Zeit in Minuten an.

b) Ein kontinuierliches Modell lautet P(t)=500⋅2t/30P(t) = 500 \cdot 2^{t/30}, wobei tt die Zeit in Minuten ist. Bestimme den Zeitpunkt, an dem der Modellwert genau 100 000 beträgt. Ab welcher ganzen Minute liegt er darüber? Erkläre den Unterschied zu a).

Aufgabe 10: Von einer Substanz bleiben im Zerfallsmodell nach jedem Jahr 88 %88\,\% der vorherigen Menge übrig. Anfangs sind es 200 g. Du misst jeweils am Ende eines vollen Jahres. Bei welcher Jahresmessung sind erstmals weniger als 50 g übrig? Begründe die Richtung des Ungleichheitszeichens und kontrolliere das Ergebnis mit zwei benachbarten Jahreswerten.

  • Der Logarithmus beantwortet: “Mit welchem Exponenten muss ich die Basis potenzieren, um eine bestimmte Zahl zu erhalten?”
  • Zentrale Beziehung: log⁡a(b)=x⇔ax=b\log_a(b) = x \Leftrightarrow a^x = b
  • Produktregel: log⁡a(u⋅v)=log⁡a(u)+log⁡a(v)\log_a(u \cdot v) = \log_a(u) + \log_a(v)
  • Quotientenregel: log⁡a ⁣(uv)=log⁡a(u)−log⁡a(v)\log_a\!\left(\dfrac{u}{v}\right) = \log_a(u) - \log_a(v)
  • Potenzregel: log⁡a(un)=n⋅log⁡a(u)\log_a(u^n) = n \cdot \log_a(u)
  • Basiswechsel: log⁡a(b)=ln⁡(b)ln⁡(a)\log_a(b) = \dfrac{\ln(b)}{\ln(a)}
  • Es gibt keine Summenregel für log⁡a(u+v)\log_a(u+v).
  • Die Bedingungen sind a>0a > 0, a≠1a \neq 1 und b>0b > 0. Ein negativer Logarithmuswert ist trotzdem möglich.
  • Für Exponentialgleichungen: Logarithmieren und Potenzregel anwenden, dann nach xx auflösen.
  • Runde erst am Ende. Bei Anwendungen prüfst du zusätzlich Zeiteinheit, erlaubte Zeitpunkte und die genaue Grenze.
❓ Frage:
Was ist log⁡4(64)\log_4(64)?
Lösung anzeigen

log⁡4(64)=3\log_4(64) = 3 Begründung: Gesucht ist der Exponent xx mit 4x=644^x = 64. Probe: 43=644^3 = 64 ✓ Also ist log⁡4(64)=3\log_4(64) = 3.

❓ Frage:
Vereinfache: log⁡5(25)+log⁡5(5)\log_5(25) + \log_5(5)
Lösung anzeigen

Methode 1 – Produktregel: log⁡5(25)+log⁡5(5)=log⁡5(25⋅5)=log⁡5(125)=3\log_5(25) + \log_5(5) = \log_5(25 \cdot 5) = \log_5(125) = 3 Methode 2 – Einzeln berechnen: log⁡5(25)=2\log_5(25) = 2 (weil 52=255^2 = 25) und log⁡5(5)=1\log_5(5) = 1 (weil 51=55^1 = 5). Also: 2+1=32 + 1 = 3 Das Ergebnis ist 3.

❓ Frage:
Löse die Gleichung 3x=1003^x = 100. Runde auf zwei Dezimalstellen.
Lösung anzeigen

Du logarithmierst beide Seiten: ln⁡(3x)=ln⁡(100)\ln(3^x) = \ln(100) x⋅ln⁡(3)=ln⁡(100)x \cdot \ln(3) = \ln(100) x=ln⁡(100)ln⁡(3)≈4,191807≈4,19x = \frac{\ln(100)}{\ln(3)} \approx 4{,}191807 \approx 4{,}19 Die Lösung ist x≈4,19x \approx 4{,}19. Probe: 34,19≈1003^{4{,}19} \approx 100 ✓

❓ Frage:
Welche der folgenden Aussagen ist korrekt? A) log⁡2(8+4)=log⁡2(8)+log⁡2(4)\log_2(8 + 4) = \log_2(8) + \log_2(4) B) log⁡2(8⋅4)=log⁡2(8)+log⁡2(4)\log_2(8 \cdot 4) = \log_2(8) + \log_2(4) C) log⁡2(8⋅4)=log⁡2(8)⋅log⁡2(4)\log_2(8 \cdot 4) = \log_2(8) \cdot \log_2(4)
Lösung anzeigen

Die richtige Antwort ist B. Die Produktregel lautet: log⁡a(u⋅v)=log⁡a(u)+log⁡a(v)\log_a(u \cdot v) = \log_a(u) + \log_a(v). Probe: log⁡2(8⋅4)=log⁡2(32)=5\log_2(8 \cdot 4) = \log_2(32) = 5 und log⁡2(8)+log⁡2(4)=3+2=5\log_2(8) + \log_2(4) = 3 + 2 = 5 ✓ Aussage A ist falsch: Rechts steht 3+2=53+2=5, links log⁡2(12)\log_2(12). Weil 23<12<242^3 < 12 < 2^4 gilt, liegt die linke Seite zwischen 3 und 4. Sie kann also nicht 5 sein. Aussage C ist falsch: Der Logarithmus eines Produkts ist die Summe, nicht das Produkt der Logarithmen.

❓ Frage:
Berechne log⁡8(2)\log_8(2).
Lösung anzeigen

Gesucht ist xx mit 8x=28^x = 2. Du erkennst: 8=238 = 2^3, also: (23)x=21(2^3)^x = 2^1 23x=212^{3x} = 2^1 Durch Vergleich der Exponenten: 3x=13x = 1, also x=13x = \dfrac{1}{3}. Somit ist log⁡8(2)=13\log_8(2) = \dfrac{1}{3}. Probe: 81/3=83=28^{1/3} = \sqrt[3]{8} = 2 ✓

Beim nächsten Wachstumsproblem kannst du gezielt entscheiden: Suchst du das Ergebnis einer Potenz oder ihren Exponenten? Für den unbekannten Exponenten helfen dir Logarithmen. Prüfe nach der Rechnung, ob das Ergebnis zur Aufgabe passt: Welche Einheit hat es? Sind nur ganze Schritte erlaubt? Wird die Grenze erreicht oder wirklich überschritten?

Für die weitere Arbeit mit Funktionen kannst du untersuchen, wie sich Exponential- und Logarithmusgraphen an der Geraden y=xy = x spiegeln.

Aufgabe 1:

a) log⁡2(16)=4\log_2(16) = 4, denn 24=162^4 = 16

b) log⁡3(27)=3\log_3(27) = 3, denn 33=273^3 = 27

c) log⁡10(1000)=3\log_{10}(1000) = 3, denn 103=100010^3 = 1000

d) log⁡5(1)=0\log_5(1) = 0, denn 50=15^0 = 1 (gilt für jede erlaubte Basis)


Aufgabe 2:

a) log⁡4(64)=3⇔43=64\log_4(64) = 3 \Leftrightarrow 4^3 = 64

b) log⁡2(0,5)=−1⇔2−1=0,5\log_2(0{,}5) = -1 \Leftrightarrow 2^{-1} = 0{,}5

c) log⁡a(m)=k⇔ak=m\log_a(m) = k \Leftrightarrow a^k = m, für a>0a > 0, a≠1a \neq 1 und m>0m > 0.


Aufgabe 3:

a) 72=49⇔log⁡7(49)=27^2 = 49 \Leftrightarrow \log_7(49) = 2

b) 10−2=0,01⇔log⁡10(0,01)=−210^{-2} = 0{,}01 \Leftrightarrow \log_{10}(0{,}01) = -2

c) e1=e⇔ln⁡(e)=1e^1 = e \Leftrightarrow \ln(e) = 1


Aufgabe 4:

a) log⁡3(9)+log⁡3(3)=2+1=3\log_3(9) + \log_3(3) = 2 + 1 = 3. Oder: log⁡3(9⋅3)=log⁡3(27)=3\log_3(9 \cdot 3) = \log_3(27) = 3 ✓

b) log⁡2(64)−log⁡2(8)=6−3=3\log_2(64) - \log_2(8) = 6 - 3 = 3. Oder: log⁡2 ⁣(648)=log⁡2(8)=3\log_2\!\left(\dfrac{64}{8}\right) = \log_2(8) = 3 ✓

c) log⁡5(57)=7\log_5(5^7) = 7 (direkt aus der Regel log⁡a(an)=n\log_a(a^n) = n)


Aufgabe 5: Du verwendest die Basiswechselformel log⁡a(b)=ln⁡(b)ln⁡(a)\log_a(b) = \dfrac{\ln(b)}{\ln(a)}:

a) log⁡3(20)=ln⁡(20)ln⁡(3)≈2,726833≈2,73\log_3(20) = \dfrac{\ln(20)}{\ln(3)} \approx 2{,}726833 \approx 2{,}73

b) log⁡7(100)=ln⁡(100)ln⁡(7)≈2,366589≈2,37\log_7(100) = \dfrac{\ln(100)}{\ln(7)} \approx 2{,}366589 \approx 2{,}37

c) log⁡6(200)=ln⁡(200)ln⁡(6)≈2,957047≈2,96\log_6(200) = \dfrac{\ln(200)}{\ln(6)} \approx 2{,}957047 \approx 2{,}96


Aufgabe 6:

a) Bedingung: x>0x > 0. Aus log⁡3(x)=4\log_3(x) = 4 folgt x=34=81x = 3^4 = 81. Die Lösung ist positiv. Probe: 34=813^4 = 81.

b) Bedingungen an die Basis: x>0x > 0 und x≠1x \neq 1. Aus log⁡x(16)=2\log_x(16) = 2 folgt x2=16x^2 = 16. Die Kandidaten sind 44 und −4-4. Nur x=4x = 4 ist als Basis erlaubt. Probe: 42=164^2 = 16.

c) Bedingung: x+1>0x+1 > 0, also x>−1x > -1. Aus log⁡2(x+1)=5\log_2(x+1) = 5 folgt x+1=25=32x+1 = 2^5 = 32, also x=31x = 31. Die Bedingung ist erfüllt. Probe: log⁡2(31+1)=log⁡2(32)=5\log_2(31+1) = \log_2(32) = 5.


Aufgabe 7:

a) 3x=203^x = 20: Du logarithmierst beide Seiten.

x=ln⁡(20)ln⁡(3)≈2,73x = \frac{\ln(20)}{\ln(3)} \approx 2{,}73

b) 5x=0,15^x = 0{,}1: Du logarithmierst beide Seiten.

x=ln⁡(0,1)ln⁡(5)≈−1,43x = \frac{\ln(0{,}1)}{\ln(5)} \approx -1{,}43

Der negative Exponent passt: Für eine Basis grösser als 1 führen negative Exponenten zu Werten zwischen 0 und 1.

c) 2x+1=102^{x+1} = 10: Du logarithmierst beide Seiten und wendest die Potenzregel an.

(x+1)⋅ln⁡(2)=ln⁡(10)(x+1) \cdot \ln(2) = \ln(10)

x+1=ln⁡(10)ln⁡(2)x + 1 = \frac{\ln(10)}{\ln(2)}

x=ln⁡(10)ln⁡(2)−1≈2,32x = \frac{\ln(10)}{\ln(2)} - 1 \approx 2{,}32


Aufgabe 8:

log⁡6(4)+2⋅log⁡6(3)−log⁡6(2)\log_6(4) + 2 \cdot \log_6(3) - \log_6(2)

Du wendest die Potenzregel auf den mittleren Term an:

=log⁡6(4)+log⁡6(32)−log⁡6(2)=log⁡6(4)+log⁡6(9)−log⁡6(2)= \log_6(4) + \log_6(3^2) - \log_6(2) = \log_6(4) + \log_6(9) - \log_6(2)

Du fasst mit Produkt- und Quotientenregel zusammen:

=log⁡6 ⁣(4⋅92)=log⁡6(18)= \log_6\!\left(\frac{4 \cdot 9}{2}\right) = \log_6(18)

Da 61=66^1 = 6 und 62=366^2 = 36, liegt der Wert zwischen 1 und 2. Genauer: log⁡6(18)=ln⁡(18)ln⁡(6)≈1,613147≈1,61\log_6(18) = \dfrac{\ln(18)}{\ln(6)} \approx 1{,}613147 \approx 1{,}61. Der einzelne Logarithmus ist das exakte Ergebnis; die Dezimalzahl ist eine Näherung.


Aufgabe 9:

a) Kontrolle nach vollständigen Verdopplungsperioden

Nach nn vollständigen Perioden gilt Pn=500⋅2nP_n = 500 \cdot 2^n. Gesucht ist die kleinste ganze Zahl n≥0n \geq 0 mit:

500⋅2n>100 000⇔2n>200500 \cdot 2^n > 100\,000 \quad \Leftrightarrow \quad 2^n > 200

Weil der natürliche Logarithmus streng steigt und ln⁡(2)>0\ln(2) > 0 ist, folgt:

n>ln⁡(200)ln⁡(2)≈7,643856n > \frac{\ln(200)}{\ln(2)} \approx 7{,}643856

Die erste passende ganze Zahl ist n=8n = 8. Das entspricht 8⋅30=2408 \cdot 30 = 240 Minuten, also 4 Stunden.

Kontrolle: Nach 7 Perioden sind es 500⋅27=64 000500 \cdot 2^7 = 64\,000, nach 8 Perioden 500⋅28=128 000500 \cdot 2^8 = 128\,000. Erst die zweite Zahl liegt über 100 000.

b) Kontinuierliches Modell

Für den Zeitpunkt t∗t_*, an dem der Modellwert genau 100 000 beträgt, gilt:

500⋅2t∗/30=100 000500 \cdot 2^{t_*/30} = 100\,000

t∗30=ln⁡(200)ln⁡(2)\frac{t_*}{30} = \frac{\ln(200)}{\ln(2)}

t∗=30⋅ln⁡(200)ln⁡(2)≈229,315686 Minutent_* = 30 \cdot \frac{\ln(200)}{\ln(2)} \approx 229{,}315686\ \text{Minuten}

Genau bei t∗t_* beträgt der Modellwert 100 000. Für t>t∗t > t_* liegt er darüber. Die erste ganze Minute danach ist Minute 230.

Der Unterschied: In a) werden nur die Zeitpunkte 0, 30, 60, … Minuten betrachtet. Das kontinuierliche Modell in b) beschreibt auch Zeiten dazwischen. Eine Verdopplungszeit allein legt noch nicht fest, welches dieser Modelle die Aufgabe verwenden soll.

Diagramm der Bakterienzahl über 240 Minuten. Die graue Kurve zeigt das kontinuierliche Modell P von t. Blaue Punkte markieren die Kontrollen alle 30 Minuten, die Anzahl verdoppelt sich von Punkt zu Punkt. Die Kurve schneidet die waagrechte Linie bei 100 000 bei etwa 229,3 Minuten. Bei 210 Minuten zeigt die Kontrolle 64 000, bei 240 Minuten 128 000

Abb. 4: Das kontinuierliche Modell (grau) erreicht 100 000 bei t∗≈229,3t_* \approx 229{,}3 Minuten. Die Kontrollen alle 30 Minuten (blau) zeigen das erst nach 240 Minuten: Nach 210 Minuten sind es 64 000, nach 240 Minuten 128 000.


Aufgabe 10:

Der jährliche Faktor ist q=0,88q = 0{,}88. Gesucht ist die kleinste ganze Jahreszahl n≥0n \geq 0, für die gilt:

200⋅0,88n<50⇔0,88n<0,25200 \cdot 0{,}88^n < 50 \quad \Leftrightarrow \quad 0{,}88^n < 0{,}25

Beim Anwenden des streng steigenden natürlichen Logarithmus bleibt die Richtung erhalten:

n⋅ln⁡(0,88)<ln⁡(0,25)n \cdot \ln(0{,}88) < \ln(0{,}25)

Erst beim Dividieren durch die negative Zahl ln⁡(0,88)\ln(0{,}88) dreht sich das Ungleichheitszeichen um:

n>ln⁡(0,25)ln⁡(0,88)≈10,844542n > \frac{\ln(0{,}25)}{\ln(0{,}88)} \approx 10{,}844542

Die kleinste passende ganze Jahreszahl ist n=11n = 11.

  • Nach 10 Jahren: 200⋅0,8810≈55,70 g200 \cdot 0{,}88^{10} \approx 55{,}70\ \text{g}, also noch mehr als 50 g.
  • Nach 11 Jahren: 200⋅0,8811≈49,02 g200 \cdot 0{,}88^{11} \approx 49{,}02\ \text{g}, also weniger als 50 g.

Diagramm der Restmenge über 12 Jahre. Blaue Punkte zeigen die Messungen am Ende jedes Jahres, sie fallen von 200 g aus immer langsamer. Eine graue Kurve verbindet sie. Sie schneidet die waagrechte Linie bei 50 g bei etwa 10,84 Jahren. Die Messung nach 10 Jahren zeigt 55,70 g, die nach 11 Jahren 49,02 g

Abb. 5: Weil die Menge abnimmt, liegt sie erst nach der Grenze t≈10,84t \approx 10{,}84 unter 50 g. Die Grenze liegt zwischen zwei Messungen. Erst die Messung am Ende von Jahr 11 zeigt weniger als 50 g.

Antwort: Bei der Messung am Ende des 11. Jahres sind erstmals weniger als 50 g übrig.

Quellen