Kombinatorik
Worum geht es?
Abschnitt betitelt „Worum geht es?“Die zentrale Idee der Kombinatorik ist das Zählprinzip: Wenn ein Vorgang aus mehreren unabhängigen Schritten besteht, multiplizieren sich die Möglichkeiten. Bei einer PIN aus Ziffern ( bis ) hast du Möglichkeiten.
Daraus ergeben sich die vier wichtigen Grundsituationen — unterschieden danach, ob (a) die Reihenfolge zählt und ob (b) Zurücklegen erlaubt ist:
- Mit Reihenfolge, mit Zurücklegen — PINs, Kennzeichen: Möglichkeiten.
- Mit Reihenfolge, ohne Zurücklegen — Anordnung von Personen, Medaillenränge: .
- Ohne Reihenfolge, ohne Zurücklegen (“mit einem Griff” / Lotto): .
- Ohne Reihenfolge, mit Zurücklegen — seltener Fall, in der Schule meist nur erwähnt.
Der Binomialkoeffizient — gelesen ” über ” — ist das Herzstück des Kapitels und erscheint später auch bei der Binomialverteilung. Er zählt, auf wie viele Arten du Objekte aus Objekten auswählen kannst, ohne auf die Reihenfolge zu achten.
Der Fakultätsbegriff liefert die Anzahl aller Permutationen von verschiedenen Objekten. ist per Definition — eine Konvention, die viele Formeln sauber macht.
Was du schon können solltest
Abschnitt betitelt „Was du schon können solltest“Für dieses Kapitel brauchst du:
- erste Erfahrung mit dem Zählen von Ergebnissen aus der Wahrscheinlichkeitsrechnung der 7./8. Klasse,
- sicheres Rechnen mit Brüchen (Binomialkoeffizienten werden über Bruch- und Fakultätsausdrücke berechnet),
- Grundkenntnisse zu Baumdiagrammen,
- Routine im Umgang mit dem Taschenrechner (Taste und ).
Was du in diesem Kapitel lernst
Abschnitt betitelt „Was du in diesem Kapitel lernst“Drei Lektionen, die die vier Standardfälle sauber voneinander trennen:
- Anzahlen bestimmen — das Multiplikationsprinzip, Permutationen ohne Wiederholung, Fakultät.
- Ziehen mit und ohne Zurücklegen — die beiden klassischen Urnenmodelle: bei “mit”, bei “ohne”.
- Ziehen mit einem Griff — der Binomialkoeffizient . Standard für Lotto, Kartenhände, Auswahlkombinationen.
Eine wichtige Technik in allen Lektionen: Bevor du rechnest, identifiziere den Fall: “Zählt die Reihenfolge? Wird zurückgelegt?” Diese zwei Fragen bestimmen die Formel.
Wichtige Begriffe im Überblick
Abschnitt betitelt „Wichtige Begriffe im Überblick“- Permutation — Anordnung von verschiedenen Objekten: Möglichkeiten.
- Fakultät — ; .
- Variation — Anordnung von aus : .
- Kombination — Auswahl von aus ohne Reihenfolge: .
- Binomialkoeffizient () — ” über ”. .
- Zählprinzip — bei unabhängigen Schritten multiplizieren sich die Möglichkeiten.
Häufige Denkfehler
Abschnitt betitelt „Häufige Denkfehler“- ”.” Nur in Sonderfällen. Richtig ist die Symmetrie . Aus Personen auswählen ist dasselbe wie “übrig lassen”: .
- “Lotto ’ aus ’ hat Möglichkeiten.” Nein — das wäre “mit Reihenfolge, mit Zurücklegen”. Beim Lotto werden ohne Zurücklegen gezogen und die Reihenfolge spielt keine Rolle. Also Millionen.
- “Zwei Einsen unterscheiden sich in einer Ziffernfolge nicht.” Bei Buchstaben mit Wiederholung (etwa im Wort ) musst du durch die Fakultät der identischen Buchstaben teilen. Ohne diese Korrektur zählst du zu viel.
Wo es im Lehrplan 21 steht
Abschnitt betitelt „Wo es im Lehrplan 21 steht“Kombinatorik gehört zu MA.3 – Grössen, Funktionen, Daten, 3. Zyklus:
- MA.3.D.3 – Anzahlen kombinatorisch bestimmen (Produktregel, Permutation, Kombination).
- MA.3.B.4 – Kombinatorische Argumente zur Begründung von Wahrscheinlichkeiten einsetzen.
Das Zählprinzip und einfache Permutationen gelten als Grundanspruch im 3. Zyklus. Binomialkoeffizient und anspruchsvollere Urnenmodelle gehören zur Erweiterung und werden im Gymnasium mit der Binomialverteilung verbunden.
Die Themen im Überblick
Abschnitt betitelt „Die Themen im Überblick“Quellen
- Lehrplan 21 — Mathematik — Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK)
- Lehrplan Volksschule Aargau — Mathematik — Kanton Aargau, Departement Bildung, Kultur und Sport