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Brüche multiplizieren einfach erklärt – Schritt für Schritt zur Lösung

Weiterführend:

Lehrplan 21Zyklus 2 (3.–6. Klasse), Zyklus 3 (7.–9. Klasse) · 3Kompetenzen
  • MA.1.A.3.iGrundanspruchGrundoperationen mit rationalen Zahlen; Wurzeln und Potenzen mit Rechner; Erw: Grundoperationen mit gewöhnlichen Brüchen mit Variablen
  • MA.1.A.3.gDezimalzahlen multiplizieren; Brüche am Rechteckmodell multiplizieren; Brüche als Dezimalzahlen schreiben; Stammbrüche in ganzen Zahlen bestimmen
  • MA.1.C.1.gSummen, Differenzen und Produkte von Brüchen und Dezimalzahlen mit Modellen darstellen (Rechteckmodell, Kreismodell)

Quelle: Aargauer Lehrplan Volksschule, Fachbereich Mathematik (August 2022)

Die Geschichte der Bruchmultiplikation reicht über 4000 Jahre zurück. Bereits die alten Ägypter rechneten mit Brüchen. Sie verwendeten fast ausschliesslich Stammbrüche – Brüche mit dem Zähler 1. Der berühmte Papyrus Rhind aus der Zeit um 1650 vor Christus zeigt, wie ägyptische Schreiber Brüche addierten und multiplizierten. Ihre Methoden waren umständlich, aber sie funktionierten.

Die Babylonier entwickelten etwa zur gleichen Zeit ein ausgeklügeltes Sexagesimalsystem. Sie teilten alles in 60 Teile und nutzten es für astronomische Berechnungen. Die Multiplikation von Brüchen war für sie ein wichtiges Werkzeug. Ihr System steckt heute noch in unseren Zeitangaben und Winkelmassen.

Im antiken Griechenland betrachteten Mathematiker Brüche eher geometrisch. Euklid beschrieb um 300 vor Christus in seinen “Elementen” Verhältnisse und Proportionen. Er multiplizierte Brüche indirekt durch geometrische Konstruktionen – ganz ähnlich dem Rechteckmodell, das du in diesem Artikel kennenlernst.

Einen entscheidenden Durchbruch brachten indische Mathematiker. Brahmagupta formulierte im 7. Jahrhundert nach Christus klare Regeln für die Bruchrechnung. Arabische Gelehrte wie Al-Chwarizmi übernahmen dieses Wissen im 9. Jahrhundert und erweiterten es systematisch. Ihre Bücher wurden später ins Lateinische übersetzt und beeinflussten die europäische Mathematik massgeblich.

Im mittelalterlichen Europa verbreitete sich das Wissen langsam. Leonardo von Pisa, bekannt als Fibonacci, brachte 1202 das arabische Zahlensystem nach Europa. Sein Buch “Liber Abaci” enthielt ausführliche Kapitel zur Bruchrechnung mit praktischen Anwendungen für Händler und Kaufleute. Die moderne Schreibweise mit waagrechtem Bruchstrich setzte sich erst im 16. Jahrhundert durch, als Mathematiker wie Michael Stifel und Simon Stevin die Notation vereinheitlichten.

Heute ist die Multiplikation von Brüchen ein fundamentales Konzept. Du begegnest ihr in der Wahrscheinlichkeitsrechnung, der Physik und der Informatik. Sie ist die Grundlage für Prozente, Verhältnisse und Proportionen.

Bevor du rechnest, lohnt sich ein Blick auf die Frage: Was bedeutet es überhaupt, zwei Brüche zu multiplizieren? Bei natürlichen Zahlen heisst 343 \cdot 4: Nimm die 4 dreimal. Bei Brüchen funktioniert diese Vorstellung nicht mehr direkt. Wie soll man etwas “einen halben Mal” nehmen?

Die Antwort steckt im Wort “von”. Die Hälfte von einem Drittel, zwei Drittel von einem halben Kuchen – immer dann, wenn du einen Anteil von einem anderen Anteil bestimmst, multiplizierst du.

Am besten verstehst du die Multiplikation am Rechteckmodell. Stell dir ein quadratisches Blech Kuchen vor. Du teilst es mit senkrechten Schnitten in 3 gleich breite Streifen und nimmst einen davon: Das ist 13\dfrac{1}{3}. Nun teilst du das Blech zusätzlich mit waagrechten Schnitten in 2 gleich hohe Streifen und nimmst von deinem Drittel nur die untere Hälfte. Das ganze Blech besteht jetzt aus 23=62 \cdot 3 = 6 gleich grossen Feldern. Dein Stück ist genau eines davon:

1213=16\frac{1}{2} \cdot \frac{1}{3} = \frac{1}{6}

Das Modell erklärt, warum die Nenner multipliziert werden: Jeder neue Schnitt macht die Felder kleiner. Und es erklärt die Zähler: Du zählst, wie viele der kleinen Felder doppelt markiert sind. Das Rechteckmodell funktioniert für beliebige Brüche, nicht nur für Stammbrüche.

Noch zwei Begriffe, die du brauchst: Der Zähler steht über dem Bruchstrich und gibt an, wie viele Teile du hast. Der Nenner steht unter dem Bruchstrich und zeigt, in wie viele Teile das Ganze geteilt wurde. Beim Multiplizieren entsteht der neue Zähler aus dem Produkt der beiden alten Zähler. Genauso entsteht der neue Nenner aus dem Produkt der beiden alten Nenner.

Probiere das Rechteckmodell mit einem zweiten Beispiel: 2334\dfrac{2}{3} \cdot \dfrac{3}{4}. Du teilst das Rechteck in 4 Spalten und färbst 3 davon. Dann teilst du es in 3 Zeilen und nimmst 2 davon. Von den 34=123 \cdot 4 = 12 Feldern sind 23=62 \cdot 3 = 6 doppelt markiert – also 612\dfrac{6}{12}, gekürzt 12\dfrac{1}{2}. Das Modell liefert nicht nur das Ergebnis, sondern auch das Verständnis dahinter.

Die Multiplikation von Brüchen folgt einer einzigen Regel. Sie gilt ausnahmslos für alle Brüche, und du brauchst – anders als bei der Addition – keinen gemeinsamen Nenner.

So gehst du Schritt für Schritt vor:

  1. Gemischte Zahlen umwandeln: Aus 2132\frac{1}{3} wird 73\dfrac{7}{3}, denn 23+1=72 \cdot 3 + 1 = 7.
  2. Natürliche Zahlen als Brüche schreiben: Aus 5 wird 51\dfrac{5}{1}.
  3. Vor dem Multiplizieren kürzen: Suche gemeinsame Teiler zwischen einem Zähler und einem Nenner. Kürzen vor dem Rechnen hält die Zahlen klein.
  4. Zähler mal Zähler, Nenner mal Nenner.
  5. Ergebnis vollständig kürzen und, wenn sinnvoll, als gemischte Zahl schreiben.

Schritt 3 ist der wichtigste Trick dieses Artikels. Weil bei der Multiplikation alle Zähler oben und alle Nenner unten in einem einzigen Bruch landen, darfst du jeden Zähler mit jedem Nenner kürzen – auch über Kreuz zwischen den beiden Brüchen. Wer erst multipliziert und dann kürzt, kämpft oft mit grossen Zahlen.

Ein kurzes Beispiel zur Methode: 4778\dfrac{4}{7} \cdot \dfrac{7}{8}. Die 7 oben und die 7 unten kürzen sich weg, die 4 oben und die 8 unten haben den Teiler 4. Übrig bleibt 1112=12\dfrac{1}{1} \cdot \dfrac{1}{2} = \dfrac{1}{2} – ganz ohne grosse Produkte. Halte dich an die Reihenfolge der fünf Schritte, dann hast du auch bei längeren Aufgaben immer den Überblick.

Beispiel:

Anna hat noch 12\dfrac{1}{2} einer Tafel Schokolade. Davon gibt sie ihrer Freundin 23\dfrac{2}{3} ab. Welchen Anteil der ganzen Tafel erhält die Freundin?

Gegeben:

  • Annas Rest: 12\dfrac{1}{2} der Tafel
  • Anteil für die Freundin: 23\dfrac{2}{3} davon

Gesucht: Anteil der Freundin an der ganzen Tafel

Lösung:

“Zwei Drittel von der Hälfte” bedeutet multiplizieren:

2312\frac{2}{3} \cdot \frac{1}{2}

Vor dem Rechnen kürzt du: Der Zähler 2 und der Nenner 2 haben den gemeinsamen Teiler 2.

2312=1311=1131=13\frac{2}{3} \cdot \frac{1}{2} = \frac{1}{3} \cdot \frac{1}{1} = \frac{1 \cdot 1}{3 \cdot 1} = \frac{1}{3}

Antwort: Die Freundin erhält 13\dfrac{1}{3} der ganzen Tafel.

Kontrolle: Ohne Kürzen: 2132=26=13\dfrac{2 \cdot 1}{3 \cdot 2} = \dfrac{2}{6} = \dfrac{1}{3}. ✓

Beispiel:

Beispiel 2: Rechteckmodell – Die Milch im Rezept

Abschnitt betitelt „Beispiel 2: Rechteckmodell – Die Milch im Rezept“

Ein Rezept benötigt 34\dfrac{3}{4} Liter Milch. Du möchtest nur 25\dfrac{2}{5} der Rezeptmenge zubereiten. Wie viel Milch brauchst du?

Gegeben:

  • Rezeptmenge: 34\dfrac{3}{4} Liter Milch
  • Gewünschter Anteil: 25\dfrac{2}{5} der Rezeptmenge

Gesucht: Benötigte Milchmenge in Litern

Lösung:

Am Rechteckmodell: Teile ein Rechteck senkrecht in 4 Spalten und färbe 3 davon – das ist 34\dfrac{3}{4}. Teile dasselbe Rechteck waagrecht in 5 Zeilen und nimm 2 davon. Das Rechteck besteht nun aus 45=204 \cdot 5 = 20 Feldern. Doppelt markiert sind 32=63 \cdot 2 = 6 Felder.

2534=2354=620=6:220:2=310\frac{2}{5} \cdot \frac{3}{4} = \frac{2 \cdot 3}{5 \cdot 4} = \frac{6}{20} = \frac{6 : 2}{20 : 2} = \frac{3}{10}

Antwort: Du brauchst 310\dfrac{3}{10} Liter Milch, also 3 Deziliter.

Kontrolle: Als Dezimalzahlen: 0,40,75=0,30{,}4 \cdot 0{,}75 = 0{,}3 und 310=0,3\dfrac{3}{10} = 0{,}3. ✓

Beim Multiplizieren von Brüchen passieren bestimmte Fehler immer wieder. Wenn du sie kennst, vermeidest du sie leichter.

Beispiel:

Beispiel 3: Gemischte Zahl – Schritt für Schritt

Abschnitt betitelt „Beispiel 3: Gemischte Zahl – Schritt für Schritt“

Berechne 1239101\frac{2}{3} \cdot \dfrac{9}{10}.

Gegeben: Das Produkt 1239101\frac{2}{3} \cdot \dfrac{9}{10}

Gesucht: Das Ergebnis als vollständig gekürzter Bruch

Lösung:

Zuerst wandelst du die gemischte Zahl um. Bei 1231\frac{2}{3} rechnest du 13+2=51 \cdot 3 + 2 = 5:

123=531\frac{2}{3} = \frac{5}{3}

Nun kürzt du vor dem Multiplizieren. Die 5 oben und die 10 unten haben den Teiler 5, die 9 oben und die 3 unten haben den Teiler 3:

53910=1132\frac{5}{3} \cdot \frac{9}{10} = \frac{1}{1} \cdot \frac{3}{2}

Jetzt multiplizierst du Zähler mal Zähler und Nenner mal Nenner:

1312=32=112\frac{1 \cdot 3}{1 \cdot 2} = \frac{3}{2} = 1\frac{1}{2}

Antwort: Das Ergebnis ist 32\dfrac{3}{2}, als gemischte Zahl 1121\frac{1}{2}.

Kontrolle: Überschlag: 1231\frac{2}{3} ist etwas mehr als 1,51{,}5; davon 910\dfrac{9}{10} (etwas weniger als das Ganze) sollte knapp unter 1,71{,}7 liegen. 1,51{,}5 passt zur Grössenordnung. ✓

Beispiel:

Beispiel 4: Transfer – Bruch mal natürliche Zahl

Abschnitt betitelt „Beispiel 4: Transfer – Bruch mal natürliche Zahl“

Für ein Klassenlager füllst du 8 Trinkflaschen. Jede Flasche fasst 34\dfrac{3}{4} Liter. Wie viele Liter Wasser brauchst du insgesamt?

Gegeben:

  • Anzahl Flaschen: 8
  • Inhalt pro Flasche: 34\dfrac{3}{4} Liter

Gesucht: Gesamtmenge in Litern

Lösung:

Du schreibst die natürliche Zahl als Bruch mit Nenner 1 und kürzt vor dem Multiplizieren. Die 8 oben und die 4 unten haben den Teiler 4:

3481=3121=3211=61=6\frac{3}{4} \cdot \frac{8}{1} = \frac{3}{1} \cdot \frac{2}{1} = \frac{3 \cdot 2}{1 \cdot 1} = \frac{6}{1} = 6

Antwort: Du brauchst 6 Liter Wasser.

Kontrolle: Als Dezimalzahl ist 34=0,75\dfrac{3}{4} = 0{,}75 und 80,75=68 \cdot 0{,}75 = 6. ✓ Auch anschaulich stimmt es: 4 Flaschen ergeben 3 Liter, also ergeben 8 Flaschen 6 Liter.

Bisher hast du zwei Faktoren multipliziert. Die Regel gilt aber für beliebig viele Brüche: Alle Zähler kommen oben in einen einzigen Bruch, alle Nenner unten. Genau hier zeigt das Kürzen vor dem Multiplizieren seine volle Kraft.

Ein Vergleich zeigt den Unterschied. Bei 12251516\dfrac{12}{25} \cdot \dfrac{15}{16} kannst du die 12 und die 16 durch 4 kürzen sowie die 15 und die 25 durch 5. Übrig bleibt 3534=920\dfrac{3}{5} \cdot \dfrac{3}{4} = \dfrac{9}{20}. Ohne Kürzen müsstest du erst 180400\dfrac{180}{400} ausrechnen und diesen Bruch dann mühsam auf 920\dfrac{9}{20} kürzen.

Zwei weitere Beobachtungen lohnen sich. Erstens: Multiplizierst du eine Zahl mit einem echten Bruch (Zähler kleiner als Nenner), wird das Ergebnis kleiner als die Ausgangszahl. “Mal nehmen” heisst bei Brüchen also nicht automatisch “vergrössern” – das Rechteckmodell zeigt warum: Du nimmst nur einen Teil. Zweitens: Du kannst jedes Ergebnis als Dezimalzahl kontrollieren. Schreibe beide Faktoren als Dezimalzahlen, multipliziere, und vergleiche: 1234\dfrac{1}{2} \cdot \dfrac{3}{4} ist 0,50,75=0,375=380{,}5 \cdot 0{,}75 = 0{,}375 = \dfrac{3}{8}. Diese Probe entlarvt Rechenfehler zuverlässig.

In Zyklus 3 wirst du die Regel unverändert auf negative Brüche anwenden – dann kommen nur noch die Vorzeichenregeln dazu, die du von den ganzen Zahlen kennst.

Beispiel:

Beispiel 5: Vertiefung – Drei Faktoren geschickt kürzen

Abschnitt betitelt „Beispiel 5: Vertiefung – Drei Faktoren geschickt kürzen“

Berechne 56225910\dfrac{5}{6} \cdot 2\frac{2}{5} \cdot \dfrac{9}{10}.

Gegeben: Ein Produkt aus drei Faktoren, davon eine gemischte Zahl

Gesucht: Das Ergebnis als vollständig gekürzter Bruch

Lösung:

Zuerst wandelst du die gemischte Zahl um: 225=25+25=1252\frac{2}{5} = \dfrac{2 \cdot 5 + 2}{5} = \dfrac{12}{5}.

56125910\frac{5}{6} \cdot \frac{12}{5} \cdot \frac{9}{10}

Jetzt kürzt du über Kreuz: Die 5 oben und die 5 unten kürzen sich weg. Die 12 oben und die 6 unten haben den Teiler 6:

1121910\frac{1}{1} \cdot \frac{2}{1} \cdot \frac{9}{10}

Die 2 oben und die 10 unten haben den Teiler 2:

111195=95=145\frac{1}{1} \cdot \frac{1}{1} \cdot \frac{9}{5} = \frac{9}{5} = 1\frac{4}{5}

Antwort: Das Ergebnis ist 95\dfrac{9}{5}, als gemischte Zahl 1451\frac{4}{5}.

Kontrolle: Ohne Kürzen ergäbe sich 51296510=540300=95\dfrac{5 \cdot 12 \cdot 9}{6 \cdot 5 \cdot 10} = \dfrac{540}{300} = \dfrac{9}{5}. ✓ Das Kürzen vorab erspart dir diese grossen Zahlen.

Die folgenden Aufgaben sind nach Schwierigkeit geordnet. Kürze jedes Ergebnis vollständig. Die Lösungen mit allen Rechenwegen findest du am Ende des Artikels.

Aufgabe 1: Berechne 1214\dfrac{1}{2} \cdot \dfrac{1}{4}.

Aufgabe 2: Multipliziere 3527\dfrac{3}{5} \cdot \dfrac{2}{7}.

Aufgabe 3: Berechne und kürze vollständig: 4938\dfrac{4}{9} \cdot \dfrac{3}{8}.

Aufgabe 4: Berechne 6236 \cdot \dfrac{2}{3}.

Aufgabe 5: Multipliziere 113341\frac{1}{3} \cdot \dfrac{3}{4}.

Aufgabe 6: Ein Bäcker verwendet 23\dfrac{2}{3} seines Mehls für Brot. Davon nimmt er 34\dfrac{3}{4} für Vollkornbrot. Welcher Anteil des gesamten Mehls wird für Vollkornbrot verwendet?

Aufgabe 7: Berechne 56225\dfrac{5}{6} \cdot 2\frac{2}{5}.

Aufgabe 8: Multipliziere drei Brüche: 2391056\dfrac{2}{3} \cdot \dfrac{9}{10} \cdot \dfrac{5}{6}.

Aufgabe 9: Ein rechteckiges Grundstück ist 2122\frac{1}{2} Kilometer lang und 1351\frac{3}{5} Kilometer breit. Berechne die Fläche in Quadratkilometern.

Aufgabe 10: Vereinfache durch Kürzen vor dem Multiplizieren und berechne: 152814251021\dfrac{15}{28} \cdot \dfrac{14}{25} \cdot \dfrac{10}{21}.

  • Die Grundregel: Zähler mal Zähler, Nenner mal Nenner: abcd=acbd\dfrac{a}{b} \cdot \dfrac{c}{d} = \dfrac{a \cdot c}{b \cdot d}. Ein gemeinsamer Nenner ist nicht nötig.
  • «von» bedeutet «mal»: Ein Bruchteil von einem Anteil oder einer Menge wird durch Multiplikation berechnet.
  • Rechteckmodell: Senkrechte und waagrechte Schnitte zeigen, warum die Nenner multipliziert werden – die Felder werden kleiner.
  • Natürliche Zahlen schreibst du als Bruch mit Nenner 1:   6=61\;6 = \dfrac{6}{1}.
  • Gemischte Zahlen wandelst du vor dem Multiplizieren in unechte Brüche um.
  • Kürzen vor dem Multiplizieren: Jeder Zähler darf mit jedem Nenner gekürzt werden – das hält die Zahlen klein.
  • Kontrolle: Rechne zur Probe mit Dezimalzahlen oder kürze erst nach dem Multiplizieren – beides muss dasselbe Ergebnis liefern.
❓ Frage:
Berechne 2334\dfrac{2}{3} \cdot \dfrac{3}{4} und kürze das Ergebnis vollständig.
Lösung anzeigen

Kürze vor dem Multiplizieren: Die 3 oben und die 3 unten kürzen sich weg, die 2 oben und die 4 unten haben den Teiler 2.

2334=1112=12\frac{2}{3} \cdot \frac{3}{4} = \frac{1}{1} \cdot \frac{1}{2} = \frac{1}{2}

Kontrolle: Ohne Kürzen: 612=12\dfrac{6}{12} = \dfrac{1}{2}. ✓

❓ Frage:
Lea behauptet: “Wenn ich zwei echte Brüche multipliziere, ist das Ergebnis immer kleiner als beide Faktoren.” Stimmt das? Begründe mit dem Rechteckmodell.
Lösung anzeigen

Ja, das stimmt. Ein echter Bruch ist kleiner als 1. Im Rechteckmodell färbst du zuerst einen Teil des Rechtecks (erster Faktor). Vom gefärbten Teil nimmst du dann wieder nur einen Teil (zweiter Faktor). Das Ergebnis ist also ein Teil von einem Teil – es kann nicht grösser sein als einer der beiden Anteile. Beispiel: 1213=16\dfrac{1}{2} \cdot \dfrac{1}{3} = \dfrac{1}{6}, und 16\dfrac{1}{6} ist kleiner als 12\dfrac{1}{2} und kleiner als 13\dfrac{1}{3}.

❓ Frage:
Berechne 53105 \cdot \dfrac{3}{10} und gib das Ergebnis vollständig gekürzt an.
Lösung anzeigen

Schreibe die 5 als Bruch mit Nenner 1 und kürze die 5 mit der 10 (Teiler 5):

51310=1132=32=112\frac{5}{1} \cdot \frac{3}{10} = \frac{1}{1} \cdot \frac{3}{2} = \frac{3}{2} = 1\frac{1}{2}

Achtung: Nur der Zähler wird mit 5 multipliziert – nicht der Nenner.

❓ Frage:
Berechne 1212\dfrac{1}{2} \cdot \dfrac{1}{2} und schreibe das Ergebnis auch als Dezimalzahl.
Lösung anzeigen
1212=1122=14\frac{1}{2} \cdot \frac{1}{2} = \frac{1 \cdot 1}{2 \cdot 2} = \frac{1}{4}

Als Dezimalzahl: 14=0,25\dfrac{1}{4} = 0{,}25.

Kontrolle: 0,50,5=0,250{,}5 \cdot 0{,}5 = 0{,}25. ✓ Die Hälfte von der Hälfte ist ein Viertel.

❓ Frage:
Berechne 12251516\dfrac{12}{25} \cdot \dfrac{15}{16} möglichst geschickt. Welche Kürzungen helfen dir?
Lösung anzeigen

Kürze vor dem Multiplizieren: Die 12 oben und die 16 unten haben den Teiler 4, die 15 oben und die 25 unten haben den Teiler 5.

12251516=3534=920\frac{12}{25} \cdot \frac{15}{16} = \frac{3}{5} \cdot \frac{3}{4} = \frac{9}{20}

Ohne Kürzen müsstest du 180400\dfrac{180}{400} ausrechnen und dann kürzen – derselbe Wert, aber viel mehr Arbeit.

Nach der Multiplikation folgt die Division von Brüchen. Sie baut direkt auf deinem heutigen Wissen auf: Du drehst den zweiten Bruch um und multiplizierst dann – das nennt man “mit dem Kehrwert multiplizieren”. Ohne sichere Bruchmultiplikation funktioniert die Division also nicht. Auch die Prozentrechnung in der 7. Klasse beruht auf der Idee “Anteil von etwas nehmen”: 25 % von 80 ist nichts anderes als 1480\dfrac{1}{4} \cdot 80. Festige darum die Regel “Zähler mal Zähler, Nenner mal Nenner” – sie begleitet dich durch die gesamte Oberstufe.

Lösung 1: Du multiplizierst Zähler mal Zähler und Nenner mal Nenner:

1214=1124=18\frac{1}{2} \cdot \frac{1}{4} = \frac{1 \cdot 1}{2 \cdot 4} = \frac{1}{8}

Das Ergebnis 18\dfrac{1}{8} ist bereits vollständig gekürzt.

Lösung 2: Hier gibt es keine gemeinsamen Teiler zwischen Zählern und Nennern. Du multiplizierst direkt:

3527=3257=635\frac{3}{5} \cdot \frac{2}{7} = \frac{3 \cdot 2}{5 \cdot 7} = \frac{6}{35}

Die Zahlen 6 und 35 haben keinen gemeinsamen Teiler ausser 1 – das Ergebnis ist fertig gekürzt.

Lösung 3: Kürze vor dem Multiplizieren. Die 4 oben und die 8 unten haben den Teiler 4, die 3 oben und die 9 unten haben den Teiler 3:

4938=1312=16\frac{4}{9} \cdot \frac{3}{8} = \frac{1}{3} \cdot \frac{1}{2} = \frac{1}{6}

Kontrolle: Ohne Kürzen: 1272=16\dfrac{12}{72} = \dfrac{1}{6}. ✓

Lösung 4: Schreibe die 6 als Bruch mit Nenner 1 und kürze die 6 mit der 3 (Teiler 3):

623=6123=2121=41=46 \cdot \frac{2}{3} = \frac{6}{1} \cdot \frac{2}{3} = \frac{2}{1} \cdot \frac{2}{1} = \frac{4}{1} = 4

Anschaulich: Sechsmal zwei Drittel sind zwölf Drittel, und 123=4\dfrac{12}{3} = 4.

Lösung 5: Wandle die gemischte Zahl um: 113=13+13=431\frac{1}{3} = \dfrac{1 \cdot 3 + 1}{3} = \dfrac{4}{3}. Dann kürzt du über Kreuz – die 4 mit der 4 und die 3 mit der 3:

4334=1111=1\frac{4}{3} \cdot \frac{3}{4} = \frac{1}{1} \cdot \frac{1}{1} = 1

Die beiden Brüche sind Kehrwerte voneinander; ihr Produkt ist immer 1.

Lösung 6: Du berechnest 34\dfrac{3}{4} von 23\dfrac{2}{3} – also multiplizierst du. Kürze die 3 oben mit der 3 unten und die 2 oben mit der 4 unten:

3423=1211=12\frac{3}{4} \cdot \frac{2}{3} = \frac{1}{2} \cdot \frac{1}{1} = \frac{1}{2}

Der Bäcker verwendet 12\dfrac{1}{2} seines gesamten Mehls für Vollkornbrot.

Kontrolle: Ohne Kürzen: 612=12\dfrac{6}{12} = \dfrac{1}{2}. ✓

Lösung 7: Wandle die gemischte Zahl um: 225=25+25=1252\frac{2}{5} = \dfrac{2 \cdot 5 + 2}{5} = \dfrac{12}{5}. Kürze die 5 mit der 5 und die 12 mit der 6 (Teiler 6):

56125=1121=2\frac{5}{6} \cdot \frac{12}{5} = \frac{1}{1} \cdot \frac{2}{1} = 2

Kontrolle: Ohne Kürzen: 6030=2\dfrac{60}{30} = 2. ✓

Lösung 8: Alle Zähler kommen oben, alle Nenner unten in einen Bruch. Kürze über Kreuz: Die 9 mit der 3 (Teiler 3), die 2 mit der 10 (Teiler 2), danach die 5 mit der verbleibenden 5:

2391056=113116=36=12\frac{2}{3} \cdot \frac{9}{10} \cdot \frac{5}{6} = \frac{1}{1} \cdot \frac{3}{1} \cdot \frac{1}{6} = \frac{3}{6} = \frac{1}{2}

Kontrolle: Ohne Kürzen: 2953106=90180=12\dfrac{2 \cdot 9 \cdot 5}{3 \cdot 10 \cdot 6} = \dfrac{90}{180} = \dfrac{1}{2}. ✓

Lösung 9: Die Fläche eines Rechtecks ist Länge mal Breite. Wandle beide gemischten Zahlen um:

212=52und135=852\frac{1}{2} = \frac{5}{2} \qquad \text{und} \qquad 1\frac{3}{5} = \frac{8}{5}

Kürze die 5 mit der 5 und die 8 mit der 2 (Teiler 2):

5285=1141=4\frac{5}{2} \cdot \frac{8}{5} = \frac{1}{1} \cdot \frac{4}{1} = 4

Die Fläche des Grundstücks beträgt 4 Quadratkilometer.

Kontrolle: Als Dezimalzahlen: 2,51,6=42{,}5 \cdot 1{,}6 = 4. ✓

Lösung 10: Schreibe alle Zähler und Nenner in einen Bruch und kürze schrittweise. Die 15 oben und die 25 unten haben den Teiler 5. Die 14 oben und die 28 unten haben den Teiler 14. Die 10 oben und die verbleibende 5 unten haben den Teiler 5:

152814251021=32151021=3211221\frac{15}{28} \cdot \frac{14}{25} \cdot \frac{10}{21} = \frac{3}{2} \cdot \frac{1}{5} \cdot \frac{10}{21} = \frac{3}{2} \cdot \frac{1}{1} \cdot \frac{2}{21}

Nun kürzt du die 2 mit der 2 und die 3 mit der 21 (Teiler 3):

32221=1117=17\frac{3}{2} \cdot \frac{2}{21} = \frac{1}{1} \cdot \frac{1}{7} = \frac{1}{7}

Das Ergebnis ist 17\dfrac{1}{7}. Diese Aufgabe zeigt, wie mächtig das Kürzen vor dem Multiplizieren ist: Ohne Kürzen müsstest du 151410282521=210014700\dfrac{15 \cdot 14 \cdot 10}{28 \cdot 25 \cdot 21} = \dfrac{2100}{14\,700} berechnen und diesen Bruch anschliessend auf 17\dfrac{1}{7} kürzen – mit Kürzen vorab bleiben alle Zwischenzahlen klein.

Quellen

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