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Funktionstypen

Eine Funktion ordnet jeder Eingabe xx genau eine Ausgabe y=f(x)y = f(x) zu. In der 9./10. Klasse lernst du die wichtigsten Funktionsfamilien systematisch kennen — jede mit typischem Graphen, charakteristischen Eigenschaften und eigenen Anwendungen:

  • Linear f(x)=mx+qf(x) = mx + q — Gerade, konstante Steigung mm.
  • Quadratisch / Potenz f(x)=xnf(x) = x^n — Parabeln für n=2n = 2, kubische Kurven für n=3n = 3. Potenzfunktionen mit negativen Exponenten ergeben Hyperbeln.
  • Exponentiell f(x)=abxf(x) = a \cdot b^x — explosives Wachstum oder Zerfall.
  • Logarithmisch f(x)=logbxf(x) = \log_b x — Umkehrung der Exponentialfunktion, flach wachsend.
  • Hyperbel f(x)=axf(x) = \tfrac{a}{x} — zwei Äste, die sich den Achsen asymptotisch nähern.
  • Sinus / Kosinus f(x)=sinx,cosxf(x) = \sin x, \cos x — periodische Schwingungen.
  • Ganzrational (Polynom) f(x)=anxn++a0f(x) = a_n x^n + \ldots + a_0 — jede Summe von Potenzfunktionen.

Eine wichtige Technik des Kapitels ist das Verschieben und Skalieren von Graphen. Wenn du f(x)f(x) kennst, kannst du f(xd)+ef(x - d) + e einfach interpretieren: Der Graph wird um dd nach rechts und um ee nach oben verschoben.

Für dieses Kapitel brauchst du:

Elf Lektionen, jede einem Funktionstyp gewidmet:

  1. Lineare Funktionen — Geradengleichung, Steigung, Achsenabschnitt.
  2. Potenzfunktionenf(x)=xnf(x) = x^n für natürliches nn; Parabeln, Kuben und höhere.
  3. Potenzfunktionen mit negativen Exponentenf(x)=xnf(x) = x^{-n}: Hyperbeln mit Asymptoten.
  4. Exponentialfunktionenf(x)=abxf(x) = a \cdot b^x: stetiges Verdoppeln/Halbieren.
  5. Ganzrationale Funktionen — Polynome beliebigen Grades, Verhalten an den Rändern.
  6. Kubische Funktionenf(x)=x3+f(x) = x^3 + \ldots: punktsymmetrisch, bis zu zwei Extrempunkte.
  7. Logarithmusfunktionenf(x)=logbxf(x) = \log_b x: Umkehrung zur Exponentialfunktion.
  8. Hyperbelfunktionf(x)=axf(x) = \tfrac{a}{x}: Sonderfall mit Polstellen.
  9. Sinus- und Kosinusfunktion — Schwingungen, Amplitude, Periode, Phase.
  10. Graphen verschieben — wie sich f(xd)+ef(x-d) + e und cf(x)c \cdot f(x) grafisch auswirken.
  11. Kreisgleichung(xx0)2+(yy0)2=r2(x - x_0)^2 + (y - y_0)^2 = r^2: der Kreis als impliziter Graph.
  • Funktion — eindeutige Zuordnung xf(x)x \mapsto f(x).
  • Definitionsmenge (DD) — erlaubte xx-Werte.
  • Wertemenge (WW) — tatsächlich angenommene yy-Werte.
  • Nullstellexx-Wert, an dem f(x)=0f(x) = 0.
  • Asymptote — Gerade, der sich der Graph beliebig nähert, ohne sie zu erreichen.
  • Periode — bei sinus- und kosinusartigen Funktionen die xx-Länge, nach der sich der Graph wiederholt (Standardwert: 2π2\pi).
  • Polstellexx-Wert, an dem die Funktion “ins Unendliche läuft” (z. B. x=0x = 0 bei f(x)=1xf(x) = \tfrac{1}{x}).
  1. “Ein quadratisch wachsender Vorgang ist exponentiell.” Nein. Quadratisch wächst x2x^2, exponentiell wächst 2x2^x. Beide wachsen, aber 2x2^x überholt jede Polynomfunktion — darum heisst exponentielles Wachstum auch “explosiv”.
  2. f(x3)f(x-3) verschiebt den Graphen um 33 nach links.” Falsch. f(x3)f(x-3) verschiebt nach rechts. Merke: Die xx-Achse “reagiert umgekehrt” — der Graph folgt, wo das Argument null wird.
  3. 1x\tfrac{1}{x} hat bei x=0x = 0 eine Nullstelle.” Verwechslung. Bei x=0x = 0 ist die Funktion nicht definiertx=0x = 0 ist eine Polstelle. Nullstellen sind dort, wo f(x)=0f(x) = 0 — bei 1x\tfrac{1}{x} gibt es gar keine.

Funktionstypen gehören zu MA.3 – Grössen, Funktionen, Daten, 3. Zyklus:

  • MA.3.A.3 – Lineare, quadratische, Potenz-, Exponential- und Logarithmusfunktionen graphisch und algebraisch darstellen.
  • MA.3.A.4 – Funktionsgraphen verschieben und transformieren.
  • MA.3.C.2 – Sachsituationen mit dem passenden Funktionstyp modellieren.

Lineare und quadratische Funktionen gelten als Grundanspruch. Exponential-, Logarithmus-, Hyperbel- und Winkelfunktionen gehören zur Erweiterung und sind im Gymnasium als Standardstoff gesetzt.

Quellen