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Die Normalparabel verstehen: Dein Weg zur quadratischen Funktion

Weiterführend:

Lehrplan 21Zyklus 3 (7.–9. Klasse) · 4Kompetenzen
  • MA.3.A.3.hGrundanspruchZu einer Funktionsgleichung Wertepaare bestimmen und in einem Koordinatensystem einzeichnen
  • MA.3.C.2.gGrundanspruchAbhängigkeit zweier Grössen mit Funktionsgraph darstellen; Graphenverläufe interpretieren (Erw: geeignete Skalierung wählen; lineare funktionale Zusammenhänge mit Term beschreiben)
  • MA.1.C.2.kAussagen zu Zahlenfolgen und Termen numerisch belegen; lineares, quadratisches und exponentielles Wachstum in Termen, Zahlenfolgen und Graphen erkennen
  • MA.3.A.3.iFunktionswert zu einer gegebenen Zahl aus Wertetabelle, Graph und Funktionsgleichung bestimmen (z.B. y = 2x + 1, x = 7 → y = 15); Rechner/Software für Funktionswerte nutzen; Sachaufgaben mit Prozentangaben lösen (Steigung, Zins)

Quelle: Aargauer Lehrplan Volksschule, Fachbereich Mathematik (August 2022)

Die Geschichte der Parabel beginnt vor über 2200 Jahren im antiken Griechenland. Der Mathematiker Apollonios von Perge (ca. 262–190 v. Chr.) untersuchte sogenannte Kegelschnitte: Kurven, die entstehen, wenn eine Ebene einen Kegel schneidet. Er prägte den Begriff „Parabel” – vom griechischen „parabole”, was so viel wie „Vergleich” oder „Nebeneinanderstellung” bedeutet. Für Apollonios war die Parabel ein rein geometrisches Objekt, eine von drei Kegelschnitt-Formen neben Ellipse und Hyperbel. An Funktionen oder Gleichungen dachte damals noch niemand.

Den nächsten grossen Schritt machte Galileo Galilei (1564–1642). Er fragte sich, welcher Bahn ein geworfener Stein folgt. In seinen „Discorsi” von 1638 bewies er: Die Flugbahn eines Wurfgeschosses ist eine Parabel – wenn man den Luftwiderstand vernachlässigt. Damit verband Galilei erstmals die antike Kurve mit der Bewegung in der realen Welt. Artilleristen, Brunnenbauer und später Ingenieure rechneten fortan mit Parabeln.

Fast zeitgleich revolutionierte René Descartes (1596–1650) die Mathematik. Mit seinem Koordinatensystem konnte man geometrische Formen plötzlich durch Gleichungen beschreiben. Die Parabel wurde zur Funktion: Jeder Punkt der Kurve erfüllt die Gleichung y=x2y = x^2. Leonhard Euler (1707–1783) systematisierte im 18. Jahrhundert den Funktionsbegriff und zeigte, dass die Normalparabel die Grundform aller quadratischen Funktionen ist. Alle anderen Parabeln entstehen aus ihr durch Verschieben, Strecken oder Spiegeln.

Heute begegnet dir die Parabel überall: in der Bremsweg-Formel der Fahrschule, in der Flugbahn eines Basketballs und in den Antennen, die Fernsehsignale aus dem All empfangen. Die Normalparabel ist der einfachste Fall – und genau deshalb der ideale Startpunkt.

Die Normalparabel ist der Graph der Funktion f(x)=x2f(x) = x^2. Die Rechenvorschrift ist kurz: Nimm eine Zahl xx und multipliziere sie mit sich selbst. Das Ergebnis ist der Funktionswert f(x)f(x), oft auch yy genannt.

Das Wort „quadratisch” kommt vom lateinischen „quadratus” (Quadrat). Quadrierst du eine Zahl, berechnest du die Fläche eines Quadrats mit dieser Seitenlänge: Ein Quadrat mit Seitenlänge 3 hat die Fläche 32=93^2 = 9. Die Funktion heisst quadratisch, weil der höchste Exponent 2 ist.

Eine Wertetabelle zeigt dir die Form der Kurve:

xx3-32-21-100112233
y=x2y = x^299441100114499

Drei Dinge fallen auf. Erstens: Alle yy-Werte sind grösser oder gleich null, denn ein Quadrat ist nie negativ. Zweitens: Die Werte links und rechts der Null sind spiegelgleich – f(3)=f(3)=9f(-3) = f(3) = 9. Drittens: Die Werte wachsen immer schneller. Von x=0x = 0 zu x=1x = 1 steigt yy um 1, von x=2x = 2 zu x=3x = 3 bereits um 5.

Vergleiche das mit einer linearen Funktion wie g(x)=2xg(x) = 2x: Ihr Graph ist eine Gerade mit konstanter Steigung. Die Normalparabel dagegen ist gekrümmt – sie fällt links vom Scheitelpunkt und steigt rechts davon, und zwar umso steiler, je weiter du dich vom Ursprung entfernst.

Zwei Techniken brauchst du bei der Normalparabel immer wieder: die Wertetabelle und die Punktprobe.

Wertetabelle anlegen. Wähle xx-Werte symmetrisch um den Scheitelpunkt, zum Beispiel 3-3 bis 33. Berechne zu jedem xx-Wert den Funktionswert y=x2y = x^2. Achte auf die Vorzeichen: (2)2=4(-2)^2 = 4, nicht 4-4. Trage die Punkte ins Koordinatensystem ein und verbinde sie mit einer glatten, durchgehend gekrümmten Kurve. Die Symmetrie hilft dir doppelt: Hast du f(3)=9f(3) = 9 berechnet, kennst du automatisch auch f(3)=9f(-3) = 9.

Punktprobe durchführen. Oft sollst du entscheiden, ob ein Punkt auf der Parabel liegt. Dazu setzt du die xx-Koordinate in die Funktionsgleichung ein und vergleichst das Ergebnis mit der yy-Koordinate. Stimmen beide überein, liegt der Punkt auf dem Graphen. Stimmen sie nicht überein, liegt er daneben.

Mit diesen beiden Werkzeugen löst du fast jede Aufgabe zur Normalparabel: Funktionswerte berechnen, Graphen zeichnen, Punkte prüfen und Gleichungen der Form x2=kx^2 = k verstehen.

Beispiel:

Berechne die Funktionswerte der Normalparabel für x=3x = 3, x=3x = -3 und x=0x = 0.

Gegeben: Die Funktion f(x)=x2f(x) = x^2 und die Stellen x=3x = 3, x=3x = -3, x=0x = 0

Gesucht: Die Funktionswerte f(3)f(3), f(3)f(-3) und f(0)f(0)

Lösung:

Du setzt jeden xx-Wert in die Funktionsgleichung ein:

f(3)=32=33=9f(3)=(3)2=(3)(3)=9f(0)=02=0\begin{align*} f(3) &= 3^2 = 3 \cdot 3 = 9 \\ f(-3) &= (-3)^2 = (-3) \cdot (-3) = 9 \\ f(0) &= 0^2 = 0 \end{align*}

Beachte das Vorzeichen: Minus mal Minus ergibt Plus, deshalb ist (3)2=9(-3)^2 = 9.

Antwort: Die Punkte (39)(3|9), (39)(-3|9) und (00)(0|0) liegen auf der Normalparabel.

Kontrolle: f(3)=f(3)=9f(3) = f(-3) = 9 – die Symmetrie zur yy-Achse bestätigt das Ergebnis. ✓

Beispiel:

Beispiel 2: Wertetabelle anlegen und Punkte einzeichnen

Abschnitt betitelt „Beispiel 2: Wertetabelle anlegen und Punkte einzeichnen“

Lege für die Normalparabel eine Wertetabelle von x=2x = -2 bis x=2x = 2 in Halbschritten an. Was zeigen die Zwischenwerte über die Form der Kurve?

Gegeben: Die Funktion f(x)=x2f(x) = x^2, xx-Werte von 2-2 bis 22 in Schritten von 0,50{,}5

Gesucht: Die zugehörigen yy-Werte als Wertetabelle

Lösung:

Du quadrierst jeden xx-Wert. Beispielrechnung für x=1,5x = 1{,}5:

f(1,5)=1,52=1,51,5=2,25f(1{,}5) = 1{,}5^2 = 1{,}5 \cdot 1{,}5 = 2{,}25

Die vollständige Tabelle:

xx2-21,5-1{,}51-10,5-0{,}5000,50{,}5111,51{,}522
yy442,252{,}25110,250{,}25000,250{,}25112,252{,}2544

Trägst du die neun Punkte in ein Koordinatensystem ein, erkennst du die glatte U-Form.

Antwort: Die Zwischenwerte zeigen, dass die Kurve in der Nähe des Scheitelpunkts sehr flach verläuft – zwischen x=0x = 0 und x=0,5x = 0{,}5 steigt yy nur um 0,250{,}25. Nach aussen wird die Parabel immer steiler.

Kontrolle: Die Tabelle ist spiegelsymmetrisch zur Spalte x=0x = 0. ✓

Beim Arbeiten mit der Normalparabel passieren bestimmte Fehler immer wieder. Wenn du sie kennst, vermeidest du sie leichter.

Beispiel:

Beispiel 3: Punktprobe – liegt der Punkt auf der Parabel?

Abschnitt betitelt „Beispiel 3: Punktprobe – liegt der Punkt auf der Parabel?“

Überprüfe rechnerisch, ob die Punkte P(2,56,25)P(2{,}5|6{,}25) und Q(416)Q(-4|-16) auf der Normalparabel liegen.

Gegeben: Die Funktion f(x)=x2f(x) = x^2 sowie die Punkte P(2,56,25)P(2{,}5|6{,}25) und Q(416)Q(-4|-16)

Gesucht: Liegen PP und QQ auf dem Graphen?

Lösung:

Punktprobe für PP: Du setzt x=2,5x = 2{,}5 ein und vergleichst mit der yy-Koordinate.

f(2,5)=2,52=6,25f(2{,}5) = 2{,}5^2 = 6{,}25

Die yy-Koordinate von PP ist ebenfalls 6,256{,}25 – die Gleichung stimmt.

Punktprobe für QQ: Du setzt x=4x = -4 ein.

f(4)=(4)2=1616f(-4) = (-4)^2 = 16 \neq -16

Die yy-Koordinate von QQ ist 16-16, der Funktionswert aber 1616. Die Gleichung stimmt nicht. Das war zu erwarten: Die Normalparabel hat keine negativen yy-Werte.

Antwort: P(2,56,25)P(2{,}5|6{,}25) liegt auf der Normalparabel, Q(416)Q(-4|-16) liegt nicht darauf.

Kontrolle: 2,52,5=6,252{,}5 \cdot 2{,}5 = 6{,}25 ✓ und (4)(4)=16>0(-4) \cdot (-4) = 16 > 0

Beispiel:

In der Fahrschule lernst du die Faustformel für den Bremsweg: s=(v10)2s = \left(\dfrac{v}{10}\right)^2. Dabei ist vv das Tempo in km/h und ss der Bremsweg in Metern. Berechne den Bremsweg bei 50 km/h und bei 100 km/h. Was bedeutet das Ergebnis für den Strassenverkehr?

Gegeben: Die Formel s=(v10)2s = \left(\dfrac{v}{10}\right)^2 sowie v1=50v_1 = 50 km/h und v2=100v_2 = 100 km/h

Gesucht: Die Bremswege s1s_1 und s2s_2 und ihr Vergleich

Lösung:

Für v1=50v_1 = 50 km/h:

s1=(5010)2=52=25ms_1 = \left(\frac{50}{10}\right)^2 = 5^2 = 25 \, \text{m}

Für v2=100v_2 = 100 km/h:

s2=(10010)2=102=100ms_2 = \left(\frac{100}{10}\right)^2 = 10^2 = 100 \, \text{m}

Das Tempo hat sich verdoppelt, der Bremsweg hat sich vervierfacht: 100=425100 = 4 \cdot 25.

Antwort: Bei 50 km/h beträgt der Bremsweg 25 m, bei 100 km/h bereits 100 m. Doppeltes Tempo bedeutet vierfachen Bremsweg – der Zusammenhang ist quadratisch, nicht linear. Deshalb sind schon kleine Geschwindigkeitsüberschreitungen gefährlich.

Kontrolle: Der Graph der Formel ist eine gestauchte Normalparabel; quadratische Zunahme passt zur Tabelle: 30930 \to 9 m, 603660 \to 36 m, 120144120 \to 144 m. ✓

Die Normalparabel ist das einfachste Beispiel für quadratisches Wachstum. Bei einer linearen Funktion wie g(x)=2xg(x) = 2x führt eine Verdopplung von xx zu einer Verdopplung von yy. Bei der Normalparabel ist das anders: Verdoppelst du xx, vervierfacht sich der Funktionswert. Allgemein gilt:

f(2x)=(2x)2=4x2=4f(x)f(2x) = (2x)^2 = 4x^2 = 4 \cdot f(x)

Verdreifachst du xx, wächst yy sogar auf das Neunfache: (3x)2=9x2(3x)^2 = 9x^2. Dieses Muster erklärt viele Alltagsphänomene – vom Bremsweg über die kinetische Energie eines Fahrzeugs bis zur Fläche eines Quadrats, die sich beim Verdoppeln der Seitenlänge vervierfacht.

Die Symmetrie hat eine praktische Folge: Jeder positive Funktionswert wird von genau zwei xx-Werten erreicht. Suchst du alle xx mit x2=25x^2 = 25, gibt es zwei Lösungen: x=5x = 5 und x=5x = -5. Nur der Wert 00 gehört zu einem einzigen xx-Wert, nämlich dem Scheitelpunkt.

Zum Schluss ein Ausblick: Die Normalparabel ist die Mutter aller Parabeln. Verschiebst du sie nach oben, entsteht f(x)=x2+2f(x) = x^2 + 2; verschiebst du sie zur Seite, entsteht f(x)=(x3)2f(x) = (x - 3)^2. Streckst, stauchst oder spiegelst du sie, erhältst du f(x)=ax2f(x) = ax^2. Alle diese Kurven behalten die typische Parabelform – nur Lage und Öffnung ändern sich.

Beispiel:

Beispiel 5: Quadratisches Wachstum und Rückwärtsrechnen

Abschnitt betitelt „Beispiel 5: Quadratisches Wachstum und Rückwärtsrechnen“

Ein quadratisches Mosaikbild besteht aus x2x^2 Steinchen, wenn jede Seite xx Steinchen lang ist. a) Wie verändert sich die Steinchenzahl, wenn die Seitenlänge von 4 auf 8 Steinchen verdoppelt wird? b) Für welche Seitenlängen besteht das Bild aus genau 100 Steinchen?

Gegeben: Der Zusammenhang f(x)=x2f(x) = x^2; Seitenlängen 4 und 8; Zielwert 100100 Steinchen

Gesucht: a) Der Wachstumsfaktor der Steinchenzahl, b) alle Lösungen von x2=100x^2 = 100

Lösung:

a) Du berechnest beide Funktionswerte:

f(4)=42=16f(8)=82=64f(4) = 4^2 = 16 \qquad f(8) = 8^2 = 64

Der Vergleich ergibt 64:16=464 : 16 = 4. Die Steinchenzahl vervierfacht sich – quadratisches Wachstum.

b) Du löst die Gleichung x2=100x^2 = 100 durch Wurzelziehen:

x2=100x=±100=±10x^2 = 100 \quad \Rightarrow \quad x = \pm\sqrt{100} = \pm 10

Mathematisch gibt es zwei Lösungen: x=10x = 10 und x=10x = -10. Im Sachzusammenhang ist nur die positive sinnvoll, denn eine Seitenlänge kann nicht negativ sein.

Antwort: a) Bei doppelter Seitenlänge vervierfacht sich die Steinchenzahl von 16 auf 64. b) Die Gleichung hat die Lösungen 1010 und 10-10; das Mosaik hat die Seitenlänge 10 Steinchen.

Kontrolle: 102=10010^2 = 100 ✓ und (10)2=100(-10)^2 = 100

Die folgenden Aufgaben sind nach Schwierigkeit geordnet. Löse sie der Reihe nach – die vollständigen Lösungswege findest du am Ende des Artikels.

Aufgabe 1: Berechne die Funktionswerte der Normalparabel für x=4x = 4 und x=4x = -4. Was fällt dir auf?

Aufgabe 2: Lege eine Wertetabelle für f(x)=x2f(x) = x^2 mit den xx-Werten 3,2,1,0,1,2,3-3, -2, -1, 0, 1, 2, 3 an.

Aufgabe 3: Berechne f(0,5)f(0{,}5) und f(0,1)f(0{,}1). Was sagen diese Werte über den Verlauf der Parabel in der Nähe des Scheitelpunkts aus?

Aufgabe 4: Führe die Punktprobe durch: Liegt P(636)P(6|36) auf der Normalparabel? Liegt Q(525)Q(-5|-25) darauf?

Aufgabe 5: Für welche xx-Werte nimmt die Normalparabel den Funktionswert y=64y = 64 an? Gib alle Lösungen an.

Aufgabe 6: Liegt der Punkt R(3,512,25)R(3{,}5|12{,}25) auf der Normalparabel? Begründe mit einer Rechnung.

Aufgabe 7: Für welche xx-Werte schneidet die Normalparabel die Gerade g(x)=2xg(x) = 2x? Bestimme auch die Schnittpunkte.

Aufgabe 8: Die Faustformel für den Bremsweg lautet s=(v10)2s = \left(\dfrac{v}{10}\right)^2 (mit vv in km/h und ss in Metern). Berechne den Bremsweg bei 120 km/h und vergleiche ihn mit dem Bremsweg bei 60 km/h.

Aufgabe 9: Zeige allgemein: Verdoppelst du bei der Normalparabel den xx-Wert, vervierfacht sich der Funktionswert. Forme dazu den Term (2x)2(2x)^2 um.

Aufgabe 10: Der Punkt A(749)A(7|49) liegt auf der Normalparabel. a) Für welche xx-Werte gilt f(x)=49f(x) = 49? b) Bestimme mit der Symmetrie der Normalparabel den Wert kk, sodass der Punkt B(7k)B(-7|k) auf der Parabel liegt.

  • Normalparabel: Graph der Funktion f(x)=x2f(x) = x^2 – jede Zahl wird mit sich selbst multipliziert.
  • Scheitelpunkt: S(00)S(0|0), der tiefste Punkt; die Parabel ist nach oben geöffnet.
  • Symmetrie: f(x)=f(x)f(-x) = f(x) – die yy-Achse ist Spiegelachse; Gegenzahlen haben denselben Funktionswert.
  • Wertebereich: f(x)0f(x) \geq 0, denn Quadrate sind nie negativ.
  • Punktprobe: xx-Koordinate einsetzen und mit der yy-Koordinate vergleichen; bei Gleichheit liegt der Punkt auf der Parabel.
  • Gleichungen x2=kx^2 = k: Für k>0k > 0 gibt es zwei Lösungen x=±kx = \pm\sqrt{k}, für k=0k = 0 genau eine.
  • Quadratisches Wachstum: Doppeltes xx bedeutet vierfaches yy – anders als bei linearen Funktionen, wo doppeltes xx doppeltes yy liefert.
❓ Frage:
Berechne den Funktionswert der Normalparabel an der Stelle x=6x = -6.
Lösung anzeigen

Antwort: f(6)=36f(-6) = 36. Rechenweg: f(6)=(6)2=(6)(6)=36f(-6) = (-6)^2 = (-6) \cdot (-6) = 36. Minus mal Minus ergibt Plus – der Funktionswert ist positiv, wie bei jedem Punkt der Normalparabel ausser dem Scheitel.

❓ Frage:
Liegt der Punkt P(416)P(4|16) auf der Normalparabel? Führe die Punktprobe durch.
Lösung anzeigen

Ja. Punktprobe: Du setzt x=4x = 4 in die Funktionsgleichung ein: f(4)=42=16f(4) = 4^2 = 16. Der berechnete Funktionswert stimmt mit der yy-Koordinate von PP überein. Also liegt P(416)P(4|16) auf der Normalparabel.

❓ Frage:
Für welche xx-Werte gilt x2=81x^2 = 81? Gib alle Lösungen an.
Lösung anzeigen

Antwort: x=9x = 9 und x=9x = -9. Rechenweg: x2=81x=±81=±9x^2 = 81 \Rightarrow x = \pm\sqrt{81} = \pm 9. Wegen der Symmetrie der Normalparabel gehören zu jedem positiven yy-Wert zwei xx-Werte. Wer nur x=9x = 9 angibt, vergisst die halbe Lösung.

❓ Frage:
Begründe mit einer Termumformung, warum die Normalparabel achsensymmetrisch zur yy-Achse ist.
Lösung anzeigen

Setze x-x in die Funktion ein: f(x)=(x)2=(x)(x)=x2=f(x)f(-x) = (-x)^2 = (-x) \cdot (-x) = x^2 = f(x). Gegenzahlen liefern also immer denselben Funktionswert. Jeder Punkt (xy)(x|y) des Graphen hat einen Spiegelpartner (xy)(-x|y) – genau das bedeutet Achsensymmetrie zur yy-Achse.

❓ Frage:
Ein Auto verdoppelt sein Tempo von 60 km/h auf 120 km/h. Um welchen Faktor wächst der Bremsweg nach der Faustformel s=(v10)2s = \left(\dfrac{v}{10}\right)^2?
Lösung anzeigen

Antwort: Um den Faktor 4. Rechenweg: Bei 60 km/h: s=62=36s = 6^2 = 36 m. Bei 120 km/h: s=122=144s = 12^2 = 144 m. Der Vergleich ergibt 144:36=4144 : 36 = 4. Der Zusammenhang ist quadratisch: doppeltes Tempo, vierfacher Bremsweg.

Mit der Normalparabel hast du das Fundament aller quadratischen Funktionen gelegt. Im nächsten Schritt lernst du, die Parabel zu verschieben: Aus f(x)=x2f(x) = x^2 wird f(x)=(x2)2+3f(x) = (x - 2)^2 + 3, und der Scheitelpunkt wandert vom Ursprung zum Punkt (23)(2|3). Danach folgen Strecken, Stauchen und Spiegeln mit dem Faktor aa in f(x)=ax2f(x) = ax^2. So entsteht Schritt für Schritt die allgemeine quadratische Funktion – das Werkzeug, mit dem du Wurfbahnen, Brückenbögen und Optimierungsprobleme berechnest.

Lösung 1: Du setzt beide Werte in die Funktionsgleichung ein:

f(4)=42=16f(4)=(4)2=16f(4) = 4^2 = 16 \qquad f(-4) = (-4)^2 = 16

Beide xx-Werte liefern denselben Funktionswert 16. Das zeigt die Achsensymmetrie der Normalparabel: Gegenzahlen haben identische yy-Werte.

Lösung 2: Du quadrierst jeden xx-Wert einzeln, zum Beispiel f(3)=(3)2=9f(-3) = (-3)^2 = 9 und f(2)=22=4f(2) = 2^2 = 4. Die Wertetabelle lautet:

xx3-32-21-100112233
yy99441100114499

Die Werte links und rechts der Null sind spiegelgleich – die Tabelle bestätigt die Symmetrie.

Lösung 3: Du berechnest beide Funktionswerte:

f(0,5)=0,52=0,25f(0,1)=0,12=0,01f(0{,}5) = 0{,}5^2 = 0{,}25 \qquad f(0{,}1) = 0{,}1^2 = 0{,}01

Beide Werte sind deutlich kleiner als die eingesetzten Zahlen. In der Nähe des Scheitelpunkts verläuft die Parabel also sehr flach: Kleine xx-Werte werden durch das Quadrieren noch kleiner. Deshalb darfst du die Kurve am Scheitel nicht spitz zeichnen – sie schmiegt sich flach an die xx-Achse.

Lösung 4: Punktprobe für P(636)P(6|36): Du setzt x=6x = 6 ein:

f(6)=62=36f(6) = 6^2 = 36

Der Funktionswert stimmt mit der yy-Koordinate überein – PP liegt auf der Normalparabel.

Punktprobe für Q(525)Q(-5|-25): Du setzt x=5x = -5 ein:

f(5)=(5)2=2525f(-5) = (-5)^2 = 25 \neq -25

Der Funktionswert ist 2525, die yy-Koordinate von QQ aber 25-25. QQ liegt nicht auf der Parabel. Die Normalparabel hat keine Punkte mit negativem yy-Wert.

Lösung 5: Du löst die Gleichung x2=64x^2 = 64 durch Wurzelziehen:

x2=64x=±64=±8x^2 = 64 \quad \Rightarrow \quad x = \pm\sqrt{64} = \pm 8

Die Normalparabel nimmt den Wert y=64y = 64 an den Stellen x=8x = 8 und x=8x = -8 an.

Kontrolle: 82=648^2 = 64 ✓ und (8)2=64(-8)^2 = 64

Lösung 6: Punktprobe für R(3,512,25)R(3{,}5|12{,}25): Du setzt x=3,5x = 3{,}5 ein:

f(3,5)=3,52=3,53,5=12,25f(3{,}5) = 3{,}5^2 = 3{,}5 \cdot 3{,}5 = 12{,}25

Der berechnete Funktionswert stimmt mit der yy-Koordinate von RR überein. Der Punkt R(3,512,25)R(3{,}5|12{,}25) liegt auf der Normalparabel.

Lösung 7: An einem Schnittpunkt haben Parabel und Gerade denselben Funktionswert. Du setzt die Terme gleich:

x2=2xx22x=0x(x2)=0x^2 = 2x \quad \Rightarrow \quad x^2 - 2x = 0 \quad \Rightarrow \quad x(x - 2) = 0

Ein Produkt ist null, wenn ein Faktor null ist: x=0x = 0 oder x=2x = 2.

Die zugehörigen yy-Werte: f(0)=0f(0) = 0 und f(2)=4f(2) = 4. Die Schnittpunkte sind (00)(0|0) und (24)(2|4).

Kontrolle: g(2)=22=4=f(2)g(2) = 2 \cdot 2 = 4 = f(2) ✓ Für alle anderen xx-Werte verlaufen Gerade und Parabel getrennt.

Lösung 8: Bremsweg bei 120 km/h:

s=(12010)2=122=144ms = \left(\frac{120}{10}\right)^2 = 12^2 = 144 \, \text{m}

Bremsweg bei 60 km/h:

s=(6010)2=62=36ms = \left(\frac{60}{10}\right)^2 = 6^2 = 36 \, \text{m}

Vergleich: 144:36=4144 : 36 = 4. Bei doppeltem Tempo ist der Bremsweg viermal so lang – ein typisches Beispiel für quadratisches Wachstum im Alltag.

Lösung 9: Du setzt 2x2x in die Funktion ein und formst den Term um:

f(2x)=(2x)2=2x2x=4x2=4f(x)f(2x) = (2x)^2 = 2x \cdot 2x = 4x^2 = 4 \cdot f(x)

Der Funktionswert an der Stelle 2x2x ist also immer das Vierfache des Funktionswerts an der Stelle xx – unabhängig davon, welches xx du wählst. Zahlenbeispiel: f(3)=9f(3) = 9 und f(6)=36=49f(6) = 36 = 4 \cdot 9.

Lösung 10:

a) Du löst die Gleichung x2=49x^2 = 49 durch Wurzelziehen:

x2=49x=±49=±7x^2 = 49 \quad \Rightarrow \quad x = \pm\sqrt{49} = \pm 7

Die Normalparabel nimmt den Wert 4949 an den Stellen x=7x = 7 und x=7x = -7 an.

b) Wegen der Achsensymmetrie gilt f(7)=f(7)=49f(-7) = f(7) = 49. Also ist k=49k = 49, und der Punkt B(749)B(-7|49) ist der Spiegelpartner von A(749)A(7|49) bezüglich der yy-Achse.

Kontrolle: (7)2=(7)(7)=49(-7)^2 = (-7) \cdot (-7) = 49

Quellen