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Zusammengesetzte Funktionen: Verkettung einfach erklärt (Mathe)

Lehrplan 21Zyklus 3 (7.–9. Klasse) · 1 Kompetenz
  • MA.3.A.3.gFunktionswerte aufgrund von Funktionsgraphen bestimmen; indirekt proportionale Beziehungen berechnen; Prozentangaben als proportionale Zuordnungen verstehen

Quelle: Aargauer Lehrplan Volksschule, Fachbereich Mathematik (August 2022)

Bevor du Funktionen verketten kannst, brauchst du ein solides Verständnis der Grundbegriffe. Eine Funktion ordnet jedem Element aus ihrer Definitionsmenge genau einen Wert zu. Diesen Wert nennt man das Bild oder den Funktionswert.

Bei der Verkettung nutzt du dieses Bild weiter. Du schickst es als Eingabe in eine zweite Funktion. Das Ergebnis der zweiten Funktion ist dann der Wert der Gesamtkomposition.

Die Schreibweise f∘gf \circ g kann anfangs verwirren. Das ff steht links, wird aber zuletzt angewendet. Das gg steht rechts, wird aber zuerst ausgeführt. Das passt zu f(g(x))f(g(x)): Du rechnest von innen nach aussen, also zuerst g(x)g(x) und dann f(…)f(\ldots).

Denke an die Fabrik aus der Einleitung. In Abb. 1 stehen die Maschinen genau so wie in der Schreibweise: Die rechte Maschine gg bearbeitet das Rohmaterial zuerst. Ihr Ergebnis fliesst in die linke Maschine ff. Das Wort “nach” in “f nach g” beschreibt diese Abfolge: Das Material durchläuft zuerst gg, danach ff.

Zwei Maschinen nebeneinander, die Zahl läuft von rechts nach links: Die 4 geht in die Maschine g mit g(x) = x − 1 und wird zu 3. Die 3 geht in die Maschine f mit f(x) = 2x + 3 und wird zu 9. Darunter steht die Schreibweise f(g(x)), Stück für Stück unter den Maschinen

Abb. 1: Die Verkettung f∘gf \circ g als zwei Maschinen, mit den Funktionen aus Beispiel 1. Die Zahl geht rechts hinein und kommt zuerst in gg, genau wie das xx in f(g(x))f(g(x)).

Das Berechnen einer zusammengesetzten Funktion folgt einem klaren Schema. Halte dich an diese Schritte – dann machst du keine Fehler.

Beim Einsetzen eines Zahlenwertes rechnest du Schritt für Schritt. Du berechnest erst g(x)g(x), dann ff von diesem Ergebnis. Beim Bestimmen eines Funktionsterms ersetzt du in f(x)f(x) jedes xx durch den vollständigen Ausdruck für g(x)g(x).

Die Klammern sind dabei entscheidend. Wenn g(x)=x+1g(x) = x + 1 und f(x)=x2f(x) = x^2, dann gilt:

(f∘g)(x)=f(g(x))=(x+1)2(f \circ g)(x) = f(g(x)) = (x + 1)^2

Ohne Klammern würdest du fälschlicherweise x+12=x+1x + 1^2 = x + 1 schreiben – ein klassischer Fehler.

Beispiel:

Gegeben sind f(x)=2x+3f(x) = 2x + 3 und g(x)=x−1g(x) = x - 1.

Berechne (f∘g)(4)(f \circ g)(4).

Lösung:

Schritt 1: Die innere Funktion ist gg, die äussere ist ff.

Schritt 2: Berechne g(4)g(4).

g(4)=4−1=3g(4) = 4 - 1 = 3

Schritt 3: Setze das Ergebnis in ff ein.

f(g(4))=f(3)=2⋅3+3=6+3=9f(g(4)) = f(3) = 2 \cdot 3 + 3 = 6 + 3 = 9

Ergebnis: (f∘g)(4)=9(f \circ g)(4) = 9

Zur Kontrolle: Berechne auch (g∘f)(4)(g \circ f)(4).

f(4)=2⋅4+3=11f(4) = 2 \cdot 4 + 3 = 11, dann g(11)=11−1=10g(11) = 11 - 1 = 10.

(g∘f)(4)=10≠9(g \circ f)(4) = 10 \neq 9. Die Reihenfolge macht also einen Unterschied.

Oben die Kette f nach g: Die 4 wird von g zu 3, dann von f zu 9. Unten die vertauschte Kette g nach f: Die 4 wird von f zu 11, dann von g zu 10. Die Ergebnisse 9 und 10 sind verschieden

Abb. 2: Dieselben zwei Maschinen und dieselbe Eingabe 4, nur die Reihenfolge ist vertauscht. Das Ergebnis ändert sich: 9≠109 \neq 10.

Beispiel:

Gegeben sind f(x)=x2f(x) = x^2 und g(x)=3x−2g(x) = 3x - 2.

Bestimme den Funktionsterm von (f∘g)(x)(f \circ g)(x).

Lösung:

Schritt 1: Bei f∘gf \circ g ist gg die innere Funktion.

Schritt 2: In f(x)=x2f(x) = x^2 ersetzt du jedes xx durch g(x)=3x−2g(x) = 3x - 2.

(f∘g)(x)=f(g(x))=f(3x−2)=(3x−2)2(f \circ g)(x) = f(g(x)) = f(3x - 2) = (3x - 2)^2

Schritt 3: Ausmultiplizieren mit der binomischen Formel (a−b)2=a2−2ab+b2(a - b)^2 = a^2 - 2ab + b^2:

(3x−2)2=9x2−12x+4(3x - 2)^2 = 9x^2 - 12x + 4

Ergebnis: (f∘g)(x)=9x2−12x+4(f \circ g)(x) = 9x^2 - 12x + 4

Probe für x=1x = 1:

  • Direkt: g(1)=3⋅1−2=1g(1) = 3 \cdot 1 - 2 = 1, dann f(1)=12=1f(1) = 1^2 = 1
  • Mit Formel: 9⋅1−12⋅1+4=19 \cdot 1 - 12 \cdot 1 + 4 = 1 ✓

Beim Arbeiten mit zusammengesetzten Funktionen schleichen sich immer wieder dieselben Fehler ein. Hier sind die vier häufigsten – und wie du sie vermeidest.

Beispiel:

Gegeben sind f(x)=xf(x) = \sqrt{x} und g(x)=x−3g(x) = x - 3.

Bestimme den Funktionsterm und den Definitionsbereich von h=f∘gh = f \circ g.

Lösung:

Funktionsterm:

(f∘g)(x)=f(g(x))=f(x−3)=x−3(f \circ g)(x) = f(g(x)) = f(x - 3) = \sqrt{x - 3}

Definitionsbereich:

Die Wurzelfunktion ff ist nur für nicht-negative Werte definiert. Es muss also gelten:

g(x)≥0g(x) \geq 0

x−3≥0x - 3 \geq 0

x≥3x \geq 3

Ergebnis: h(x)=x−3h(x) = \sqrt{x - 3} mit Definitionsbereich D=[3;+∞)D = [3; +\infty)

Probe: x=7x = 7 liegt im Definitionsbereich, denn 7≥37 \geq 3. Schritt für Schritt: g(7)=7−3=4g(7) = 7 - 3 = 4 und f(4)=4=2f(4) = \sqrt{4} = 2. Mit dem Funktionsterm: h(7)=7−3=2h(7) = \sqrt{7 - 3} = 2 ✓

Beachte: Bei x=2x = 2 wäre g(2)=−1g(2) = -1. Diesen Wert kann ff nicht verarbeiten. Deshalb ist x=2x = 2 nicht im Definitionsbereich der Komposition.

Koordinatensystem mit drei Graphen: die Gerade g(x) = x − 3, die gestrichelte Wurzelkurve f(x) = Wurzel aus x und die Kurve h(x) = Wurzel aus (x − 3), die erst bei x = 3 beginnt. Links von x = 3 ist der Bereich rot getönt, dort ist g(x) negativ. Markiert sind die Punkte (7 | 4) auf g, (4 | 2) auf f und (7 | 2) auf h

Abb. 4: Links von x=3x = 3 liefert gg negative Werte. Daraus kann ff keine Wurzel ziehen, deshalb beginnt der Graph von hh erst bei x=3x = 3. Die Probe für x=7x = 7: g(7)=4g(7) = 4 (blau), f(4)=2f(4) = 2 (grün), also h(7)=2h(7) = 2 (rot).

Beispiel:

Ein Online-Shop bietet 20% Rabatt auf alle Artikel. Zusätzlich gibt es einen Gutschein über 10 CHF Abzug.

Die Rabattfunktion ist r(p)=0,8⋅pr(p) = 0{,}8 \cdot p. Die Gutscheinfunktion ist g(p)=p−10g(p) = p - 10.

Ein Artikel kostet 80 CHF. Berechne den Endpreis, wenn:

a) Zuerst der Rabatt, dann der Gutschein angewendet wird. b) Zuerst der Gutschein, dann der Rabatt angewendet wird.

Lösung:

a) Erst Rabatt, dann Gutschein: (g∘r)(80)(g \circ r)(80)

r(80)=0,8⋅80=64r(80) = 0{,}8 \cdot 80 = 64

g(64)=64−10=54 CHFg(64) = 64 - 10 = 54 \text{ CHF}

b) Erst Gutschein, dann Rabatt: (r∘g)(80)(r \circ g)(80)

g(80)=80−10=70g(80) = 80 - 10 = 70

r(70)=0,8⋅70=56 CHFr(70) = 0{,}8 \cdot 70 = 56 \text{ CHF}

Erkenntnis: Die Reihenfolge macht einen Unterschied von 2 CHF. Wenn du zuerst den prozentualen Rabatt anwendest, zahlst du weniger. Der Gutschein ist immer 10 CHF wert, egal wann du ihn einlöst. Der Rabatt hängt dagegen vom Betrag ab: In a) sind es 20% von 80 CHF, also 16 CHF. In b) sind es nur 20% von 70 CHF, also 14 CHF.

Sobald du die Grundlagen beherrschst, öffnen sich interessante weiterführende Aspekte.

Dreifache Verkettung: Du kannst mehr als zwei Funktionen verketten. Für drei Funktionen ff, gg und hh gilt:

(f∘g∘h)(x)=f(g(h(x)))(f \circ g \circ h)(x) = f(g(h(x)))

Die innerste Funktion hh wird zuerst ausgewertet, dann gg, zuletzt ff.

Identitätsfunktion: Die Funktion id(x)=x\text{id}(x) = x ist das neutrale Element der Komposition. Es gilt:

f∘id=fundid∘f=ff \circ \text{id} = f \quad \text{und} \quad \text{id} \circ f = f

Das entspricht dem Faktor 1 bei der Multiplikation.

Verbindung zur Kettenregel: In der Analysis lernst du später, zum Beispiel am Gymnasium, die Ableitung von Funktionen kennen. Die sogenannte Kettenregel erklärt genau, wie man zusammengesetzte Funktionen ableitet:

(f∘g)′(x)=f′(g(x))⋅g′(x)(f \circ g)'(x) = f'(g(x)) \cdot g'(x)

Die Komposition ist also nicht nur ein isoliertes Thema. Sie ist das Fundament für viele fortgeschrittene Konzepte.

Komposition in der Informatik: In der Programmierung entspricht die Verkettung von Funktionen dem Konzept der Funktionskomposition. Viele moderne Programmiersprachen unterstützen dieses Prinzip explizit. Du schreibst eine Funktion, die eine Eingabe verarbeitet, und reichst ihr Ergebnis an die nächste Funktion weiter – exakt wie in der Mathematik.

Beispiel:

Gegeben sind f(x)=2xf(x) = 2x, g(x)=x+3g(x) = x + 3 und h(x)=x2h(x) = x^2.

Berechne (f∘g∘h)(2)(f \circ g \circ h)(2).

Lösung:

Schritt 1: Innerste Funktion zuerst – berechne h(2)h(2).

h(2)=22=4h(2) = 2^2 = 4

Schritt 2: Setze das Ergebnis in gg ein.

g(h(2))=g(4)=4+3=7g(h(2)) = g(4) = 4 + 3 = 7

Schritt 3: Setze dieses Ergebnis in ff ein.

f(g(h(2)))=f(7)=2⋅7=14f(g(h(2))) = f(7) = 2 \cdot 7 = 14

Ergebnis: (f∘g∘h)(2)=14(f \circ g \circ h)(2) = 14

Als Funktionsterm:

(f∘g∘h)(x)=f(g(h(x)))=f(g(x2))=f(x2+3)=2(x2+3)=2x2+6(f \circ g \circ h)(x) = f(g(h(x))) = f(g(x^2)) = f(x^2 + 3) = 2(x^2 + 3) = 2x^2 + 6

Probe: 2⋅22+6=8+6=142 \cdot 2^2 + 6 = 8 + 6 = 14 ✓

Löse die folgenden Aufgaben selbstständig. Sie sind nach Schwierigkeit geordnet. Die ausführlichen Lösungen findest du am Ende des Artikels.

Aufgabe 1 (Grundlagen): Gegeben: f(x)=x+4f(x) = x + 4 und g(x)=3xg(x) = 3x. Berechne (f∘g)(2)(f \circ g)(2).

Aufgabe 2 (Grundlagen): Gegeben: f(x)=x−5f(x) = x - 5 und g(x)=2x+1g(x) = 2x + 1. Berechne (g∘f)(8)(g \circ f)(8).

Aufgabe 3 (Funktionsterm): Gegeben: f(x)=x+1f(x) = x + 1 und g(x)=4xg(x) = 4x. Bestimme den Funktionsterm von (f∘g)(x)(f \circ g)(x).

Aufgabe 4 (Funktionsterm): Gegeben: f(x)=x2f(x) = x^2 und g(x)=x+5g(x) = x + 5. Bestimme den Funktionsterm von (f∘g)(x)(f \circ g)(x) und vereinfache.

Aufgabe 5 (Reihenfolge): Gegeben: f(x)=2x+1f(x) = 2x + 1 und g(x)=x2g(x) = x^2. Bestimme (f∘g)(x)(f \circ g)(x) und (g∘f)(x)(g \circ f)(x). Sind die Ergebnisse gleich?

Aufgabe 6 (Definitionsbereich): Gegeben: f(x)=xf(x) = \sqrt{x} und g(x)=x−5g(x) = x - 5. Bestimme (f∘g)(x)(f \circ g)(x) und den zugehörigen Definitionsbereich.

Aufgabe 7 (Bruchfunktion): Gegeben: f(x)=1xf(x) = \dfrac{1}{x} und g(x)=x−2g(x) = x - 2. Bestimme (f∘g)(x)(f \circ g)(x) und den Definitionsbereich.

Aufgabe 8 (Zerlegung): Die Funktion h(x)=(2x+3)4h(x) = (2x + 3)^4 ist eine Komposition f∘gf \circ g. Gib mögliche Funktionen ff und gg an.

Aufgabe 9 (Dreifache Verkettung): Gegeben: f(x)=x−1f(x) = x - 1, g(x)=3xg(x) = 3x und h(x)=x2+1h(x) = x^2 + 1. Berechne (f∘g∘h)(2)(f \circ g \circ h)(2).

Aufgabe 10 (Anwendung): An einem Berg hängt die Temperatur TT (in °C) von der Höhe hh (in Metern über der Talstation) ab: T(h)=20−0,006⋅hT(h) = 20 - 0{,}006 \cdot h. Eine Luftseilbahn-Gondel steigt pro Minute 100 Meter. Ihre Höhe über der Talstation nach tt Minuten ist h(t)=100⋅th(t) = 100 \cdot t. Bestimme die zusammengesetzte Funktion T(h(t))T(h(t)) und berechne die Temperatur bei der Gondel nach 20 Minuten.

Zusammengesetzte Funktionen verbinden zwei Schritte zu einem einzigen. Die innere Funktion wird zuerst ausgewertet. Ihr Ergebnis fliesst in die äussere Funktion.

Die Schreibweise (f∘g)(x)=f(g(x))(f \circ g)(x) = f(g(x)) liest du von innen nach aussen. Das gg rechts wird zuerst ausgeführt, das ff links danach.

Die Reihenfolge ist entscheidend. f∘gf \circ g und g∘fg \circ f liefern meist verschiedene Ergebnisse. Die Verkettung ist nicht kommutativ.

Beim Einsetzen von Termen brauchst du immer Klammern. Ohne Klammern entstehen Fehler.

Der Definitionsbereich ergibt sich aus beiden Funktionen. xx muss in gg definiert sein, und g(x)g(x) muss in ff definiert sein.

❓ Frage:Gegeben: f(x)=x+5f(x) = x + 5 und g(x)=2xg(x) = 2x. Berechne (f∘g)(3)(f \circ g)(3).
Lösung anzeigen

Schritt 1: Berechne die innere Funktion g(3)g(3). g(3)=2⋅3=6g(3) = 2 \cdot 3 = 6 Schritt 2: Setze das Ergebnis in ff ein. f(6)=6+5=11f(6) = 6 + 5 = 11 Lösung: (f∘g)(3)=11(f \circ g)(3) = 11

❓ Frage:Gegeben: f(x)=x2f(x) = x^2 und g(x)=x+1g(x) = x + 1. Wie lautet der Funktionsterm von (g∘f)(x)(g \circ f)(x)?
Lösung anzeigen

Bei g∘fg \circ f ist ff die innere Funktion. (g∘f)(x)=g(f(x))=g(x2)=x2+1( g \circ f)(x) = g(f(x)) = g(x^2) = x^2 + 1 Lösung: (g∘f)(x)=x2+1(g \circ f)(x) = x^2 + 1 Beachte: (f∘g)(x)=(x+1)2=x2+2x+1(f \circ g)(x) = (x+1)^2 = x^2 + 2x + 1 – das ist ein anderes Ergebnis!

❓ Frage:Sind f∘gf \circ g und g∘fg \circ f immer gleich? Begründe deine Antwort.
Lösung anzeigen

Nein, die Verkettung ist im Allgemeinen nicht kommutativ. Gegenbeispiel: f(x)=x2f(x) = x^2, g(x)=x+1g(x) = x + 1 (f∘g)(x)=(x+1)2=x2+2x+1(f \circ g)(x) = (x + 1)^2 = x^2 + 2x + 1 (g∘f)(x)=x2+1(g \circ f)(x) = x^2 + 1 Diese Funktionsterme sind verschieden. Nur in Sonderfällen (z. B. ff und gg sind Umkehrfunktionen voneinander) gilt f∘g=g∘ff \circ g = g \circ f.

❓ Frage:Gegeben: f(x)=xf(x) = \sqrt{x} und g(x)=x−9g(x) = x - 9. Was ist der Definitionsbereich von (f∘g)(x)(f \circ g)(x)?
Lösung anzeigen

Der Funktionsterm der Komposition ist: (f∘g)(x)=x−9(f \circ g)(x) = \sqrt{x - 9} Die Wurzel ist nur für nicht-negative Werte definiert. Es muss gelten: x−9≥0  ⟹  x≥9x - 9 \geq 0 \implies x \geq 9 Lösung: Definitionsbereich D=[9;+∞)D = [9; +\infty)

❓ Frage:Die Funktion h(x)=(5x−2)3h(x) = (5x - 2)^3 soll als f∘gf \circ g geschrieben werden. Welche Funktionen ff und gg sind möglich?
Lösung anzeigen

Du suchst eine “innere” und eine “äussere” Funktion, deren Komposition hh ergibt. Die natürliche Zerlegung ist:

  • Innere Funktion: g(x)=5x−2g(x) = 5x - 2
  • Äussere Funktion: f(x)=x3f(x) = x^3 Probe: (f∘g)(x)=f(g(x))=f(5x−2)=(5x−2)3(f \circ g)(x) = f(g(x)) = f(5x - 2) = (5x - 2)^3 ✓ Lösung: g(x)=5x−2g(x) = 5x - 2 und f(x)=x3f(x) = x^3

Du hast jetzt das Fundament der Funktionskomposition aufgebaut. Dieses Wissen trägt dich weit.

Später, zum Beispiel am Gymnasium, begegnest du der Kettenregel. Sie beschreibt, wie man zusammengesetzte Funktionen ableitet – und ohne das Konzept der Komposition wäre sie unverständlich. Auch Umkehrfunktionen und Transformationen von Graphen bauen direkt auf der Verkettung auf.

In der Informatik findest du das gleiche Prinzip überall: in Pipelines, Filterketten und funktionaler Programmierung. Wer Verkettung versteht, denkt bereits wie ein Programmierer.

Übe weiter mit verschiedenen Funktionstypen. Der Übergang vom Einsetzen von Zahlen zum Einsetzen von Termen ist der wichtigste Schritt.

Lösung zu Aufgabe 1:

Innere Funktion: gg, äussere Funktion: ff.

g(2)=3⋅2=6g(2) = 3 \cdot 2 = 6

f(g(2))=f(6)=6+4=10f(g(2)) = f(6) = 6 + 4 = 10

Ergebnis: (f∘g)(2)=10(f \circ g)(2) = 10


Lösung zu Aufgabe 2:

Bei g∘fg \circ f ist ff die innere Funktion.

f(8)=8−5=3f(8) = 8 - 5 = 3

g(f(8))=g(3)=2⋅3+1=7g(f(8)) = g(3) = 2 \cdot 3 + 1 = 7

Ergebnis: (g∘f)(8)=7(g \circ f)(8) = 7


Lösung zu Aufgabe 3:

Bei f∘gf \circ g ersetzt du in f(x)=x+1f(x) = x + 1 das xx durch g(x)=4xg(x) = 4x.

(f∘g)(x)=f(4x)=4x+1(f \circ g)(x) = f(4x) = 4x + 1

Ergebnis: (f∘g)(x)=4x+1(f \circ g)(x) = 4x + 1


Lösung zu Aufgabe 4:

Bei f∘gf \circ g ersetzt du in f(x)=x2f(x) = x^2 das xx durch g(x)=x+5g(x) = x + 5. Klammern nicht vergessen!

(f∘g)(x)=f(x+5)=(x+5)2(f \circ g)(x) = f(x + 5) = (x + 5)^2

Ausmultiplizieren: (x+5)2=x2+10x+25(x + 5)^2 = x^2 + 10x + 25

Ergebnis: (f∘g)(x)=x2+10x+25(f \circ g)(x) = x^2 + 10x + 25


Lösung zu Aufgabe 5:

Für f∘gf \circ g mit f(x)=2x+1f(x) = 2x + 1 und g(x)=x2g(x) = x^2:

(f∘g)(x)=f(g(x))=f(x2)=2x2+1(f \circ g)(x) = f(g(x)) = f(x^2) = 2x^2 + 1

Für g∘fg \circ f:

(g∘f)(x)=g(f(x))=g(2x+1)=(2x+1)2=4x2+4x+1(g \circ f)(x) = g(f(x)) = g(2x + 1) = (2x + 1)^2 = 4x^2 + 4x + 1

Vergleich: 2x2+1≠4x2+4x+12x^2 + 1 \neq 4x^2 + 4x + 1. Die Ergebnisse sind verschieden. Die Reihenfolge der Verkettung ist entscheidend.


Lösung zu Aufgabe 6:

Funktionsterm:

(f∘g)(x)=f(g(x))=f(x−5)=x−5(f \circ g)(x) = f(g(x)) = f(x - 5) = \sqrt{x - 5}

Definitionsbereich:

Die Wurzel erfordert einen nicht-negativen Wert unter dem Wurzelzeichen.

x−5≥0  ⟹  x≥5x - 5 \geq 0 \implies x \geq 5

Ergebnis: (f∘g)(x)=x−5(f \circ g)(x) = \sqrt{x - 5}, Definitionsbereich D=[5;+∞)D = [5; +\infty)


Lösung zu Aufgabe 7:

Funktionsterm:

(f∘g)(x)=f(g(x))=f(x−2)=1x−2(f \circ g)(x) = f(g(x)) = f(x - 2) = \dfrac{1}{x - 2}

Definitionsbereich:

Die Bruchfunktion ist undefiniert, wenn der Nenner null ist.

x−2≠0  ⟹  x≠2x - 2 \neq 0 \implies x \neq 2

Ergebnis: (f∘g)(x)=1x−2(f \circ g)(x) = \dfrac{1}{x - 2}, Definitionsbereich D=R∖{2}D = \mathbb{R} \setminus \{2\}


Lösung zu Aufgabe 8:

Die Funktion h(x)=(2x+3)4h(x) = (2x + 3)^4 ist eine potenzierte innere Funktion.

Die natürlichste Zerlegung:

  • Innere Funktion: g(x)=2x+3g(x) = 2x + 3
  • Äussere Funktion: f(x)=x4f(x) = x^4

Probe: (f∘g)(x)=f(g(x))=f(2x+3)=(2x+3)4=h(x)(f \circ g)(x) = f(g(x)) = f(2x + 3) = (2x + 3)^4 = h(x) ✓

Andere Zerlegungen sind möglich, aber weniger natürlich.


Lösung zu Aufgabe 9:

Dreifache Verkettung: zuerst hh, dann gg, zuletzt ff.

h(2)=22+1=5h(2) = 2^2 + 1 = 5

g(h(2))=g(5)=3⋅5=15g(h(2)) = g(5) = 3 \cdot 5 = 15

f(g(h(2)))=f(15)=15−1=14f(g(h(2))) = f(15) = 15 - 1 = 14

Ergebnis: (f∘g∘h)(2)=14(f \circ g \circ h)(2) = 14


Lösung zu Aufgabe 10:

Zusammengesetzte Funktion:

Ersetze in T(h)=20−0,006⋅hT(h) = 20 - 0{,}006 \cdot h das hh durch h(t)=100⋅th(t) = 100 \cdot t.

T(h(t))=20−0,006⋅100⋅t=20−0,6⋅tT(h(t)) = 20 - 0{,}006 \cdot 100 \cdot t = 20 - 0{,}6 \cdot t

Temperatur nach 20 Minuten:

Die Gondel ist dann h(20)=100⋅20=2000h(20) = 100 \cdot 20 = 2000 Meter über der Talstation.

T(h(20))=20−0,6⋅20=20−12=8 °CT(h(20)) = 20 - 0{,}6 \cdot 20 = 20 - 12 = 8 \text{ °C}

Ergebnis: Der Funktionsterm ist T(h(t))=20−0,6⋅tT(h(t)) = 20 - 0{,}6 \cdot t. Nach 20 Minuten ist es bei der Gondel 8 °C warm.

Quellen