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Zusammengesetzte Funktionen: Verkettung einfach erklärt (Mathe)

Lehrplan 21Zyklus 3 (7.–9. Klasse) · 1Kompetenz
  • MA.3.A.3.gFunktionswerte aufgrund von Funktionsgraphen bestimmen; indirekt proportionale Beziehungen berechnen; Prozentangaben als proportionale Zuordnungen verstehen

Quelle: Aargauer Lehrplan Volksschule, Fachbereich Mathematik (August 2022)

Die Idee, Funktionen miteinander zu verknüpfen, ist keine moderne Erfindung. Sie hat sich über Jahrhunderte langsam entwickelt – und geht Hand in Hand mit der Geschichte der Funktion selbst.

Im 17. Jahrhundert begannen Mathematiker ernsthaft darüber nachzudenken, was eine Funktion überhaupt ist. Gottfried Wilhelm Leibniz prägte um 1673 den Begriff “Funktion” erstmals in einem mathematischen Sinne. Er verstand darunter eine Grösse, die von einer anderen abhing. Wenige Jahrzehnte später arbeitete Johann Bernoulli diesen Begriff weiter aus. Er beschrieb Funktionen als Rechenvorschriften, die einer Variablen einen Wert zuordnen.

Leonhard Euler, der produktivste Mathematiker der Geschichte, brachte dann im 18. Jahrhundert die Notation, die wir heute kennen. Er schrieb f(x)f(x) und meinte damit eine Funktion ff, angewendet auf den Wert xx. Diese Schreibweise ermöglichte es, Funktionen als eigenständige Objekte zu betrachten – und damit auch, sie zu kombinieren.

Die Idee der Komposition entstand ganz natürlich aus der Praxis. Astronomen berechneten die Position eines Planeten in mehreren Schritten. Physiker beschrieben Bewegungen durch verkettete Abhängigkeiten. Ingenieure entwarfen Getriebe, bei denen jedes Zahnrad die Bewegung des vorherigen transformierte.

Im 19. Jahrhundert formalisierte Augustin-Louis Cauchy den Begriff der Funktion mathematisch präzise. Er legte damit die Grundlage für ein rigoroses Verständnis von Komposition. Das Symbol \circ für die Verkettung setzte sich im Laufe des 20. Jahrhunderts durch.

Heute ist die Komposition von Funktionen ein grundlegendes Konzept in der gesamten Mathematik. In der Informatik entspricht sie dem Verketten von Prozeduren. In der Kryptographie sichert sie Verschlüsselungsalgorithmen. In der Analysis ist sie unverzichtbar für die Kettenregel der Differentialrechnung – ein Thema, das dir in der Oberstufe begegnen wird.

Das Schöne daran: Der Kerngedanke bleibt immer gleich. Nimm das Ergebnis einer Operation. Stecke es in die nächste. Beobachte, was herauskommt.

Bevor du Funktionen verketten kannst, brauchst du ein solides Verständnis der Grundbegriffe. Eine Funktion ordnet jedem Element aus ihrer Definitionsmenge genau einen Wert zu. Diesen Wert nennt man das Bild oder den Funktionswert.

Bei der Verkettung nutzt du dieses Bild weiter. Du schickst es als Eingabe in eine zweite Funktion. Das Ergebnis der zweiten Funktion ist dann der Wert der Gesamtkomposition.

Die Schreibweise fgf \circ g kann anfangs verwirren. Das ff steht links, wird aber zuletzt angewendet. Das gg steht rechts, wird aber zuerst ausgeführt. Dieses Prinzip entspricht der normalen Leserichtung von innen nach aussen: Bei f(g(x))f(g(x)) liest du zuerst g(x)g(x), dann f()f(\ldots).

Denke an das Fabrik-Bild. Die rechte Maschine (gg) bearbeitet das Rohmaterial zuerst. Ihr Output fliesst in die linke Maschine (ff). Der Begriff “nach” in “f nach g” beschreibt die zeitliche Abfolge aus Sicht des Materials: es durchläuft zuerst gg, dann ff.

Das Berechnen einer zusammengesetzten Funktion folgt einem klaren Schema. Halte dich an diese Schritte – dann machst du keine Fehler.

Beim Einsetzen eines Zahlenwertes rechnest du Schritt für Schritt. Du berechnest erst g(x)g(x), dann ff von diesem Ergebnis. Beim Bestimmen eines Funktionsterms ersetzt du in f(x)f(x) jedes xx durch den vollständigen Ausdruck für g(x)g(x).

Die Klammern sind dabei entscheidend. Wenn g(x)=x+1g(x) = x + 1 und f(x)=x2f(x) = x^2, dann gilt:

(fg)(x)=f(g(x))=(x+1)2(f \circ g)(x) = f(g(x)) = (x + 1)^2

Ohne Klammern würdest du fälschlicherweise x+12=x+1x + 1^2 = x + 1 schreiben – ein klassischer Fehler.

Beispiel:

Gegeben sind f(x)=2x+3f(x) = 2x + 3 und g(x)=x1g(x) = x - 1.

Berechne (fg)(4)(f \circ g)(4).

Lösung:

Schritt 1: Die innere Funktion ist gg, die äussere ist ff.

Schritt 2: Berechne g(4)g(4).

g(4)=41=3g(4) = 4 - 1 = 3

Schritt 3: Setze das Ergebnis in ff ein.

f(g(4))=f(3)=23+3=6+3=9f(g(4)) = f(3) = 2 \cdot 3 + 3 = 6 + 3 = 9

Ergebnis: (fg)(4)=9(f \circ g)(4) = 9

Zur Kontrolle: Berechne auch (gf)(4)(g \circ f)(4).

f(4)=24+3=11f(4) = 2 \cdot 4 + 3 = 11, dann g(11)=111=10g(11) = 11 - 1 = 10.

(gf)(4)=109(g \circ f)(4) = 10 \neq 9. Die Reihenfolge macht also einen Unterschied.

Beispiel:

Gegeben sind f(x)=x2f(x) = x^2 und g(x)=3x2g(x) = 3x - 2.

Bestimme den Funktionsterm von (fg)(x)(f \circ g)(x).

Lösung:

Schritt 1: Bei fgf \circ g ist gg die innere Funktion.

Schritt 2: In f(x)=x2f(x) = x^2 ersetzt du jedes xx durch g(x)=3x2g(x) = 3x - 2.

(fg)(x)=f(g(x))=f(3x2)=(3x2)2(f \circ g)(x) = f(g(x)) = f(3x - 2) = (3x - 2)^2

Schritt 3: Ausmultiplizieren mit der binomischen Formel (ab)2=a22ab+b2(a - b)^2 = a^2 - 2ab + b^2:

(3x2)2=9x212x+4(3x - 2)^2 = 9x^2 - 12x + 4

Ergebnis: (fg)(x)=9x212x+4(f \circ g)(x) = 9x^2 - 12x + 4

Probe für x=1x = 1:

  • Direkt: g(1)=312=1g(1) = 3 \cdot 1 - 2 = 1, dann f(1)=12=1f(1) = 1^2 = 1
  • Mit Formel: 91121+4=19 \cdot 1 - 12 \cdot 1 + 4 = 1

Beim Arbeiten mit zusammengesetzten Funktionen schleichen sich immer wieder dieselben Fehler ein. Hier sind die vier häufigsten – und wie du sie vermeidest.

Beispiel:

Gegeben sind f(x)=xf(x) = \sqrt{x} und g(x)=x3g(x) = x - 3.

Bestimme den Funktionsterm und den Definitionsbereich von h=fgh = f \circ g.

Lösung:

Funktionsterm:

(fg)(x)=f(g(x))=f(x3)=x3(f \circ g)(x) = f(g(x)) = f(x - 3) = \sqrt{x - 3}

Definitionsbereich:

Die Wurzelfunktion ff ist nur für nicht-negative Werte definiert. Es muss also gelten:

g(x)0g(x) \geq 0

x30x - 3 \geq 0

x3x \geq 3

Ergebnis: h(x)=x3h(x) = \sqrt{x - 3} mit Definitionsbereich D=[3;+)D = [3; +\infty)

Probe: h(7)=73=4=2h(7) = \sqrt{7 - 3} = \sqrt{4} = 2. Das Ergebnis ist positiv – der Wert liegt im Definitionsbereich. ✓

Beachte: Bei x=2x = 2 wäre g(2)=1g(2) = -1. Diesen Wert kann ff nicht verarbeiten. Deshalb ist x=2x = 2 nicht im Definitionsbereich der Komposition.

Beispiel:

Ein Online-Shop bietet 20% Rabatt auf alle Artikel. Zusätzlich gibt es einen Gutschein über 10 CHF Abzug.

Die Rabattfunktion ist r(p)=0,8pr(p) = 0{,}8 \cdot p. Die Gutscheinfunktion ist g(p)=p10g(p) = p - 10.

Ein Artikel kostet 80 CHF. Berechne den Endpreis, wenn:

a) Zuerst der Rabatt, dann der Gutschein angewendet wird. b) Zuerst der Gutschein, dann der Rabatt angewendet wird.

Lösung:

a) Erst Rabatt, dann Gutschein: (gr)(80)(g \circ r)(80)

r(80)=0,880=64r(80) = 0{,}8 \cdot 80 = 64

g(64)=6410=54 CHFg(64) = 64 - 10 = 54 \text{ CHF}

b) Erst Gutschein, dann Rabatt: (rg)(80)(r \circ g)(80)

g(80)=8010=70g(80) = 80 - 10 = 70

r(70)=0,870=56 CHFr(70) = 0{,}8 \cdot 70 = 56 \text{ CHF}

Erkenntnis: Die Reihenfolge macht einen Unterschied von 2 CHF. Wenn du zuerst den prozentualen Rabatt anwendest, zahlst du weniger. Das liegt daran, dass der Gutschein danach auf eine kleinere Basis trifft.

Sobald du die Grundlagen beherrschst, öffnen sich interessante weiterführende Aspekte.

Dreifache Verkettung: Du kannst mehr als zwei Funktionen verketten. Für drei Funktionen ff, gg und hh gilt:

(fgh)(x)=f(g(h(x)))(f \circ g \circ h)(x) = f(g(h(x)))

Die innerste Funktion hh wird zuerst ausgewertet, dann gg, zuletzt ff.

Identitätsfunktion: Die Funktion id(x)=x\text{id}(x) = x ist das neutrale Element der Komposition. Es gilt:

fid=fundidf=ff \circ \text{id} = f \quad \text{und} \quad \text{id} \circ f = f

Das entspricht dem Faktor 1 bei der Multiplikation.

Verbindung zur Kettenregel: In der Analysis (ab Klasse 11) lernst du die Ableitung von Funktionen. Die sogenannte Kettenregel erklärt genau, wie man zusammengesetzte Funktionen ableitet:

(fg)(x)=f(g(x))g(x)(f \circ g)'(x) = f'(g(x)) \cdot g'(x)

Die Komposition ist also nicht nur ein isoliertes Thema. Sie ist das Fundament für viele fortgeschrittene Konzepte.

Komposition in der Informatik: In der Programmierung entspricht die Verkettung von Funktionen dem Konzept der Funktionskomposition. Viele moderne Programmiersprachen unterstützen dieses Prinzip explizit. Du schreibst eine Funktion, die eine Eingabe verarbeitet, und reicht ihr Ergebnis an die nächste Funktion weiter – exakt wie in der Mathematik.

Beispiel:

Gegeben sind f(x)=2xf(x) = 2x, g(x)=x+3g(x) = x + 3 und h(x)=x2h(x) = x^2.

Berechne (fgh)(2)(f \circ g \circ h)(2).

Lösung:

Schritt 1: Innerste Funktion zuerst – berechne h(2)h(2).

h(2)=22=4h(2) = 2^2 = 4

Schritt 2: Setze das Ergebnis in gg ein.

g(h(2))=g(4)=4+3=7g(h(2)) = g(4) = 4 + 3 = 7

Schritt 3: Setze dieses Ergebnis in ff ein.

f(g(h(2)))=f(7)=27=14f(g(h(2))) = f(7) = 2 \cdot 7 = 14

Ergebnis: (fgh)(2)=14(f \circ g \circ h)(2) = 14

Als Funktionsterm:

(fgh)(x)=f(g(h(x)))=f(g(x2))=f(x2+3)=2(x2+3)=2x2+6(f \circ g \circ h)(x) = f(g(h(x))) = f(g(x^2)) = f(x^2 + 3) = 2(x^2 + 3) = 2x^2 + 6

Probe: 222+6=8+6=142 \cdot 2^2 + 6 = 8 + 6 = 14

Löse die folgenden Aufgaben selbstständig. Sie sind nach Schwierigkeit geordnet. Die ausführlichen Lösungen findest du am Ende des Artikels.

Aufgabe 1 (Grundlagen): Gegeben: f(x)=x+4f(x) = x + 4 und g(x)=3xg(x) = 3x. Berechne (fg)(2)(f \circ g)(2).

Aufgabe 2 (Grundlagen): Gegeben: f(x)=x5f(x) = x - 5 und g(x)=2x+1g(x) = 2x + 1. Berechne (gf)(8)(g \circ f)(8).

Aufgabe 3 (Funktionsterm): Gegeben: f(x)=x+1f(x) = x + 1 und g(x)=4xg(x) = 4x. Bestimme den Funktionsterm von (fg)(x)(f \circ g)(x).

Aufgabe 4 (Funktionsterm): Gegeben: f(x)=x2f(x) = x^2 und g(x)=x+5g(x) = x + 5. Bestimme den Funktionsterm von (fg)(x)(f \circ g)(x) und vereinfache.

Aufgabe 5 (Reihenfolge): Gegeben: f(x)=2x+1f(x) = 2x + 1 und g(x)=x2g(x) = x^2. Bestimme (fg)(x)(f \circ g)(x) und (gf)(x)(g \circ f)(x). Sind die Ergebnisse gleich?

Aufgabe 6 (Definitionsbereich): Gegeben: f(x)=xf(x) = \sqrt{x} und g(x)=x5g(x) = x - 5. Bestimme (fg)(x)(f \circ g)(x) und den zugehörigen Definitionsbereich.

Aufgabe 7 (Bruchfunktion): Gegeben: f(x)=1xf(x) = \dfrac{1}{x} und g(x)=x2g(x) = x - 2. Bestimme (fg)(x)(f \circ g)(x) und den Definitionsbereich.

Aufgabe 8 (Zerlegung): Die Funktion h(x)=(2x+3)4h(x) = (2x + 3)^4 ist eine Komposition fgf \circ g. Gib mögliche Funktionen ff und gg an.

Aufgabe 9 (Dreifache Verkettung): Gegeben: f(x)=x1f(x) = x - 1, g(x)=3xg(x) = 3x und h(x)=x2+1h(x) = x^2 + 1. Berechne (fgh)(2)(f \circ g \circ h)(2).

Aufgabe 10 (Anwendung): Die Temperatur TT (in °C) an einem Berggipfel hängt von der Höhe hh (in Metern) ab: T(h)=200,006hT(h) = 20 - 0{,}006 \cdot h. Die Höhe eines Bergsteigers hängt von der Zeit tt (in Minuten) ab: h(t)=100th(t) = 100 \cdot t. Bestimme die zusammengesetzte Funktion T(h(t))T(h(t)) und berechne die Temperatur nach 30 Minuten.

Zusammengesetzte Funktionen verbinden zwei Schritte zu einem einzigen. Die innere Funktion wird zuerst ausgewertet. Ihr Ergebnis fliesst in die äussere Funktion.

Die Schreibweise (fg)(x)=f(g(x))(f \circ g)(x) = f(g(x)) liest du von innen nach aussen. Das gg rechts wird zuerst ausgeführt, das ff links danach.

Die Reihenfolge ist entscheidend. fgf \circ g und gfg \circ f liefern meist verschiedene Ergebnisse. Die Verkettung ist nicht kommutativ.

Beim Einsetzen von Termen brauchst du immer Klammern. Ohne Klammern entstehen Fehler.

Der Definitionsbereich ergibt sich aus beiden Funktionen. xx muss in gg definiert sein, und g(x)g(x) muss in ff definiert sein.

❓ Frage: Gegeben: f(x)=x+5f(x) = x + 5 und g(x)=2xg(x) = 2x. Berechne (fg)(3)(f \circ g)(3).
Lösung anzeigen

Schritt 1: Berechne die innere Funktion g(3)g(3). g(3)=23=6g(3) = 2 \cdot 3 = 6 Schritt 2: Setze das Ergebnis in ff ein. f(6)=6+5=11f(6) = 6 + 5 = 11 Lösung: (fg)(3)=11(f \circ g)(3) = 11

❓ Frage: Gegeben: f(x)=x2f(x) = x^2 und g(x)=x+1g(x) = x + 1. Wie lautet der Funktionsterm von (gf)(x)(g \circ f)(x)?
Lösung anzeigen

Bei gfg \circ f ist ff die innere Funktion. (gf)(x)=g(f(x))=g(x2)=x2+1( g \circ f)(x) = g(f(x)) = g(x^2) = x^2 + 1 Lösung: (gf)(x)=x2+1(g \circ f)(x) = x^2 + 1 Beachte: (fg)(x)=(x+1)2=x2+2x+1(f \circ g)(x) = (x+1)^2 = x^2 + 2x + 1 – das ist ein anderes Ergebnis!

❓ Frage: Sind fgf \circ g und gfg \circ f immer gleich? Begründe deine Antwort.
Lösung anzeigen

Nein, die Verkettung ist im Allgemeinen nicht kommutativ. Gegenbeispiel: f(x)=x2f(x) = x^2, g(x)=x+1g(x) = x + 1 (fg)(x)=(x+1)2=x2+2x+1(f \circ g)(x) = (x + 1)^2 = x^2 + 2x + 1 (gf)(x)=x2+1(g \circ f)(x) = x^2 + 1 Diese Funktionsterme sind verschieden. Nur in Sonderfällen (z.B. ff und gg sind Umkehrfunktionen voneinander) gilt fg=gff \circ g = g \circ f.

❓ Frage: Gegeben: f(x)=xf(x) = \sqrt{x} und g(x)=x9g(x) = x - 9. Was ist der Definitionsbereich von (fg)(x)(f \circ g)(x)?
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Der Funktionsterm der Komposition ist: (fg)(x)=x9(f \circ g)(x) = \sqrt{x - 9} Die Wurzel ist nur für nicht-negative Werte definiert. Es muss gelten: x90    x9x - 9 \geq 0 \implies x \geq 9 Lösung: Definitionsbereich D=[9;+)D = [9; +\infty)

❓ Frage: Die Funktion h(x)=(5x2)3h(x) = (5x - 2)^3 soll als fgf \circ g geschrieben werden. Welche Funktionen ff und gg sind möglich?
Lösung anzeigen

Du suchst eine “innere” und eine “äussere” Funktion, deren Komposition hh ergibt. Die natürliche Zerlegung ist:

  • Innere Funktion: g(x)=5x2g(x) = 5x - 2
  • Äussere Funktion: f(x)=x3f(x) = x^3 Probe: (fg)(x)=f(g(x))=f(5x2)=(5x2)3(f \circ g)(x) = f(g(x)) = f(5x - 2) = (5x - 2)^3Lösung: g(x)=5x2g(x) = 5x - 2 und f(x)=x3f(x) = x^3

Du hast jetzt das Fundament der Funktionskomposition aufgebaut. Dieses Wissen trägt dich weit.

In Klasse 11 begegnest du der Kettenregel. Sie beschreibt, wie man zusammengesetzte Funktionen ableitet – und ohne das Konzept der Komposition wäre sie unverständlich. Auch Umkehrfunktionen und Transformationen von Graphen bauen direkt auf der Verkettung auf.

In der Informatik findest du das gleiche Prinzip überall: in Pipelines, Filterketten und funktionaler Programmierung. Wer Verkettung versteht, denkt bereits wie ein Programmierer.

Übe weiter mit verschiedenen Funktionstypen. Der Übergang vom Einsetzen von Zahlen zum Einsetzen von Termen ist der wichtigste Schritt.

Lösung zu Aufgabe 1:

Innere Funktion: gg, äussere Funktion: ff.

g(2)=32=6g(2) = 3 \cdot 2 = 6

f(g(2))=f(6)=6+4=10f(g(2)) = f(6) = 6 + 4 = 10

Ergebnis: (fg)(2)=10(f \circ g)(2) = 10


Lösung zu Aufgabe 2:

Bei gfg \circ f ist ff die innere Funktion.

f(8)=85=3f(8) = 8 - 5 = 3

g(f(8))=g(3)=23+1=7g(f(8)) = g(3) = 2 \cdot 3 + 1 = 7

Ergebnis: (gf)(8)=7(g \circ f)(8) = 7


Lösung zu Aufgabe 3:

Bei fgf \circ g ersetzt du in f(x)=x+1f(x) = x + 1 das xx durch g(x)=4xg(x) = 4x.

(fg)(x)=f(4x)=4x+1(f \circ g)(x) = f(4x) = 4x + 1

Ergebnis: (fg)(x)=4x+1(f \circ g)(x) = 4x + 1


Lösung zu Aufgabe 4:

Bei fgf \circ g ersetzt du in f(x)=x2f(x) = x^2 das xx durch g(x)=x+5g(x) = x + 5. Klammern nicht vergessen!

(fg)(x)=f(x+5)=(x+5)2(f \circ g)(x) = f(x + 5) = (x + 5)^2

Ausmultiplizieren: (x+5)2=x2+10x+25(x + 5)^2 = x^2 + 10x + 25

Ergebnis: (fg)(x)=x2+10x+25(f \circ g)(x) = x^2 + 10x + 25


Lösung zu Aufgabe 5:

Für fgf \circ g mit f(x)=2x+1f(x) = 2x + 1 und g(x)=x2g(x) = x^2:

(fg)(x)=f(g(x))=f(x2)=2x2+1(f \circ g)(x) = f(g(x)) = f(x^2) = 2x^2 + 1

Für gfg \circ f:

(gf)(x)=g(f(x))=g(2x+1)=(2x+1)2=4x2+4x+1(g \circ f)(x) = g(f(x)) = g(2x + 1) = (2x + 1)^2 = 4x^2 + 4x + 1

Vergleich: 2x2+14x2+4x+12x^2 + 1 \neq 4x^2 + 4x + 1. Die Ergebnisse sind verschieden. Die Reihenfolge der Verkettung ist entscheidend.


Lösung zu Aufgabe 6:

Funktionsterm:

(fg)(x)=f(g(x))=f(x5)=x5(f \circ g)(x) = f(g(x)) = f(x - 5) = \sqrt{x - 5}

Definitionsbereich:

Die Wurzel erfordert einen nicht-negativen Wert unter dem Wurzelzeichen.

x50    x5x - 5 \geq 0 \implies x \geq 5

Ergebnis: (fg)(x)=x5(f \circ g)(x) = \sqrt{x - 5}, Definitionsbereich D=[5;+)D = [5; +\infty)


Lösung zu Aufgabe 7:

Funktionsterm:

(fg)(x)=f(g(x))=f(x2)=1x2(f \circ g)(x) = f(g(x)) = f(x - 2) = \dfrac{1}{x - 2}

Definitionsbereich:

Die Bruchfunktion ist undefiniert, wenn der Nenner null ist.

x20    x2x - 2 \neq 0 \implies x \neq 2

Ergebnis: (fg)(x)=1x2(f \circ g)(x) = \dfrac{1}{x - 2}, Definitionsbereich D=R{2}D = \mathbb{R} \setminus \{2\}


Lösung zu Aufgabe 8:

Die Funktion h(x)=(2x+3)4h(x) = (2x + 3)^4 ist eine potenzierte innere Funktion.

Die natürlichste Zerlegung:

  • Innere Funktion: g(x)=2x+3g(x) = 2x + 3
  • Äussere Funktion: f(x)=x4f(x) = x^4

Probe: (fg)(x)=f(g(x))=f(2x+3)=(2x+3)4=h(x)(f \circ g)(x) = f(g(x)) = f(2x + 3) = (2x + 3)^4 = h(x)

Andere Zerlegungen sind möglich, aber weniger natürlich.


Lösung zu Aufgabe 9:

Dreifache Verkettung: zuerst hh, dann gg, zuletzt ff.

h(2)=22+1=5h(2) = 2^2 + 1 = 5

g(h(2))=g(5)=35=15g(h(2)) = g(5) = 3 \cdot 5 = 15

f(g(h(2)))=f(15)=151=14f(g(h(2))) = f(15) = 15 - 1 = 14

Ergebnis: (fgh)(2)=14(f \circ g \circ h)(2) = 14


Lösung zu Aufgabe 10:

Zusammengesetzte Funktion:

Ersetze in T(h)=200,006hT(h) = 20 - 0{,}006 \cdot h das hh durch h(t)=100th(t) = 100 \cdot t.

T(h(t))=200,006100t=200,6tT(h(t)) = 20 - 0{,}006 \cdot 100 \cdot t = 20 - 0{,}6 \cdot t

Temperatur nach 30 Minuten:

T(h(30))=200,630=2018=2 °CT(h(30)) = 20 - 0{,}6 \cdot 30 = 20 - 18 = 2 \text{ °C}

Ergebnis: Der Funktionsterm ist T(t)=200,6tT(t) = 20 - 0{,}6 \cdot t. Nach 30 Minuten beträgt die Temperatur am Gipfel 2 °C.

Quellen