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Lineare Gleichungen und Gleichungssysteme

Eine lineare Gleichung ist eine Gleichung, in der die Variable nur in der ersten Potenz vorkommt: 3x+5=143x + 5 = 14, nicht 3x2+5=143x^2 + 5 = 14. Der Lösungsweg ist immer derselbe — durch Äquivalenzumformungen isolierst du xx auf einer Seite.

Eine lineare Gleichung mit zwei Variablen wie 2x+y=102x + y = 10 hat unendlich viele Lösungen — jedes Paar (x,y)(x, y), das die Gleichung erfüllt, ist eine davon. Graphisch entspricht das einer Geraden in der Ebene.

Ein lineares Gleichungssystem hat mehrere Gleichungen mit denselben Variablen. Für zwei Gleichungen und zwei Variablen gibt es drei mögliche Ergebnisse: genau eine Lösung (die beiden Geraden schneiden sich), keine Lösung (die Geraden sind parallel) oder unendlich viele Lösungen (die Geraden sind identisch). Das sind die drei Fälle, die du erkennen und sauber behandeln lernst.

Die drei Lösungsverfahren sind algebraisch gleichwertig — das eine ist nicht “besser” als das andere. In der Praxis wählst du das Verfahren, das zur jeweiligen Aufgabe passt: Einsetzen, wenn eine Gleichung bereits nach yy aufgelöst ist; Gleichsetzen, wenn beide nach derselben Variable aufgelöst sind; Addieren, wenn sich eine Variable durch Addition/Subtraktion eliminieren lässt.

Dieses Kapitel setzt direkt auf Terme und Gleichungen auf. Darüber hinaus brauchst du:

Sieben Lektionen, mit denen du die Verfahren in der Reihenfolge übst, in der sie sich am besten verstehen lassen:

  1. Grundlagen lineare Gleichungen — Wiederholung und Vertiefung: lineare Gleichungen mit einer Variablen, auch mit Brüchen und Klammern.
  2. Lineare Gleichungen mit 2 Variablen — was eine Lösung (x,y)(x, y) bedeutet und wie sich die Gleichung als Gerade darstellen lässt.
  3. Gleichungssysteme grafisch lösen — beide Geraden zeichnen, Schnittpunkt ablesen. Schnell und anschaulich, aber ungenau bei “krummen” Lösungen.
  4. Einsetzungsverfahren — eine Gleichung nach einer Variablen auflösen und in die andere einsetzen. Gut, wenn yy schon freistehend ist.
  5. Gleichsetzungsverfahren — beide Gleichungen nach derselben Variablen auflösen und gleichsetzen. Klassiker für y=y = \ldots und y=y = \ldots.
  6. Additionsverfahren — die Gleichungen so skalieren, dass sich eine Variable beim Addieren auslöscht. Stark bei “hässlichen” Koeffizienten.
  7. Lernkarten: Lineare Gleichungen und Gleichungssysteme — kompakte Zusammenfassung für die Prüfungsvorbereitung.
  • Lineare Gleichung — Gleichung, in der alle Variablen nur in der ersten Potenz vorkommen.
  • Variable — der Buchstabe für die unbekannte Zahl (meist x,yx, y).
  • Lösung eines Systems — ein Paar (x,y)(x, y), das alle Gleichungen gleichzeitig erfüllt.
  • Eindeutig lösbar — das System hat genau eine Lösung (Geraden schneiden sich).
  • Unlösbar — keine Lösung (parallele Geraden).
  • Mehrdeutig lösbar — unendlich viele Lösungen (identische Geraden).
  • Gleichsetzungs-, Einsetzungs-, Additionsverfahren — die drei algebraischen Lösungsmethoden.
  1. “Wenn die zweite Gleichung nach Umformung 0=00 = 0 ergibt, gibt es keine Lösung.” Genau umgekehrt: 0=00 = 0 heisst unendlich viele Lösungen (beide Gleichungen beschreiben dieselbe Gerade). 0=50 = 5 (oder eine andere wahre falsche Aussage) heisst keine Lösung.
  2. “Beim Additionsverfahren muss ich immer die ganze Gleichung verdoppeln.” Du darfst beide Seiten mit derselben Zahl 0\neq 0 multiplizieren — aber wähle klug: nicht immer ist 2\cdot 2 nötig, oft reicht (1)\cdot (-1).
  3. “Einmal xx gefunden, bin ich fertig.” Vergiss yy nicht. Eine Lösung eines Systems mit zwei Variablen besteht immer aus beiden Werten, und beide müssen im Kontext der Textaufgabe interpretiert werden.

Lineare Gleichungen und Gleichungssysteme sind ein Kernstück von MA.1 – Zahl und Variable, 3. Zyklus:

  • MA.1.A.5 – Lineare Gleichungen durch Äquivalenzumformungen lösen.
  • MA.1.A.6 – Gleichungssysteme mit zwei Unbekannten rechnerisch und grafisch lösen.
  • MA.1.C.2 – Sachaufgaben auf Gleichungssysteme abbilden.

Das Lösen linearer Gleichungen und einfacher Systeme mit zwei Unbekannten gilt als Grundanspruch für den 3. Zyklus. Systeme mit Parametern und Sonderfälle (keine / unendlich viele Lösungen) gehören zur Erweiterung.

Quellen