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Quadratwurzelfunktion einfach erklärt: Graphen, Eigenschaften und Beispiele

Weiterführend:

Lehrplan 21Zyklus 3 (7.–9. Klasse) · 7Kompetenzen
  • MA.1.A.1.iGrundanspruchBegriffe Term, Variable, Unbekannte, hoch, Potenz, Zehnerpotenz, Vorzeichen, positive/negative Zahlen, (Quadrat-)Wurzel (Erw: Basis, Exponent); Symbole √, ≤, ≥; Zahlen bis 1 Milliarde lesen und schreiben
  • MA.1.A.3.iGrundanspruchGrundoperationen mit rationalen Zahlen; Wurzeln und Potenzen mit Rechner; Erw: Grundoperationen mit gewöhnlichen Brüchen mit Variablen
  • MA.3.A.3.hGrundanspruchZu einer Funktionsgleichung Wertepaare bestimmen und in einem Koordinatensystem einzeichnen
  • MA.3.C.2.gGrundanspruchAbhängigkeit zweier Grössen mit Funktionsgraph darstellen; Graphenverläufe interpretieren (Erw: geeignete Skalierung wählen; lineare funktionale Zusammenhänge mit Term beschreiben)
  • MA.1.A.1.jZahlen in wissenschaftlicher Schreibweise mit positiven Exponenten lesen/schreiben; Potenzen mit rationaler Basis und natürlichem Exponenten
  • MA.1.A.3.jTerme mit Potenzen und Quadratwurzeln umformen und berechnen; Zahlen in wissenschaftlicher Schreibweise addieren, subtrahieren, multiplizieren, dividieren
  • MA.3.A.3.iFunktionswert zu einer gegebenen Zahl aus Wertetabelle, Graph und Funktionsgleichung bestimmen (z.B. y = 2x + 1, x = 7 → y = 15); Rechner/Software für Funktionswerte nutzen; Sachaufgaben mit Prozentangaben lösen (Steigung, Zins)

Quelle: Aargauer Lehrplan Volksschule, Fachbereich Mathematik (August 2022)

Die Quadratwurzel hat eine faszinierende Geschichte, die weit in die Antike zurückreicht. Schon die Babylonier vor rund 40004000 Jahren konnten Quadratwurzeln erstaunlich genau berechnen. Auf einer Tontafel mit der Bezeichnung YBC 7289 findest du den Wert von 2\sqrt{2} mit einer Genauigkeit von sechs Nachkommastellen. Das ist beeindruckend für eine Zeit ohne Taschenrechner.

Die alten Griechen machten dann eine Entdeckung, die ihre mathematische Welt erschütterte. Pythagoras und seine Schüler glaubten fest daran, dass sich jede Zahl als Bruch zweier ganzer Zahlen darstellen lässt. Doch als sie versuchten, die Diagonale eines Quadrats mit Seitenlänge 11 zu berechnen, stiessen sie auf 2\sqrt{2}. Diese Zahl liess sich partout nicht als Bruch schreiben. Die Legende erzählt, dass der Mathematiker Hippasos, der diese Erkenntnis öffentlich machte, dafür ins Meer geworfen wurde.

Das Wurzelzeichen x\sqrt{\phantom{x}}, wie wir es heute kennen, wurde erst im Jahr 15251525 vom deutschen Mathematiker Christoph Rudolff eingeführt. Es soll sich aus dem lateinischen Buchstaben “r” für radix (Wurzel) entwickelt haben. Der waagerechte Strich über dem Ausdruck, das sogenannte Vinculum, kam später hinzu und stammt von René Descartes.

Die Quadratwurzelfunktion als eigenständiges mathematisches Objekt wurde aber erst im 17.17. Jahrhundert systematisch untersucht. Mathematiker wie Isaac Newton und Gottfried Wilhelm Leibniz entwickelten im Rahmen der Analysis Methoden, um solche Funktionen allgemein zu behandeln.

Heute begegnet dir die Quadratwurzelfunktion überall. In der Physik beschreibt sie die Fallzeit bei freiem Fall. In der Statistik taucht sie bei der Berechnung der Standardabweichung auf. Und selbst in der Computergrafik spielt sie eine zentrale Rolle, etwa bei der Berechnung von Abständen zwischen Pixeln.

Erinnere dich an die quadratische Funktion f(x)=x2f(x) = x^2. Diese Funktion nimmt eine Zahl und quadriert sie. Wenn du 33 einsetzt, erhältst du 99. Wenn du 44 einsetzt, erhältst du 1616.

Die Quadratwurzelfunktion macht genau das Gegenteil. Sie beantwortet die Frage: Welche positive Zahl ergibt quadriert diesen Wert?

Schauen wir uns das in einer Tabelle an:

xx0011449916162525
x\sqrt{x}001122334455

Fällt dir etwas auf? Die Werte unter dem Wurzelzeichen sind Quadratzahlen. Die Ergebnisse sind genau die Zahlen, die quadriert diese Werte ergeben.

Die Quadratwurzel ist also eine Umkehroperation. Sie macht das Quadrieren rückgängig, allerdings nur für nicht-negative Zahlen. Diese Einschränkung ist wichtig und begleitet dich durch den ganzen Artikel.

Beachte, dass die Quadratwurzel immer einen eindeutigen, nicht-negativen Wert liefert. Manche denken, 16\sqrt{16} könne 44 oder 4-4 sein, weil ja 42=164^2 = 16 und (4)2=16(-4)^2 = 16 gelten. Das stimmt für die Lösungen der Gleichung x2=16x^2 = 16. Die Wurzelfunktion selbst liefert aber nur den positiven Wert 44.

Die Quadratwurzelfunktion schreibst du als:

f(x)=xf(x) = \sqrt{x}

Diese Schreibweise bedeutet: Für jeden xx-Wert berechnest du die Quadratwurzel.

So zeichnest du den Graphen der Quadratwurzelfunktion Schritt für Schritt:

  1. Wertetabelle erstellen: Wähle mehrere xx-Werte und berechne die zugehörigen yy-Werte. Wähle sowohl Quadratzahlen (0,1,4,9,160, 1, 4, 9, 16) als auch Zwischenwerte (2,3,5,62, 3, 5, 6).
  2. Punkte einzeichnen: Trage jeden Punkt (xy)(x \mid y) ins Koordinatensystem ein.
  3. Kurve verbinden: Verbinde die Punkte mit einer glatten Kurve.

Hier ist eine ausführliche Wertetabelle:

xx00112233445566778899
x\sqrt{x}00111,41\approx 1{,}411,73\approx 1{,}73222,24\approx 2{,}242,45\approx 2{,}452,65\approx 2{,}652,83\approx 2{,}8333

Der Graph beginnt im Ursprung (00)(0 \mid 0) und steigt nach rechts an. Er verläuft immer oberhalb der xx-Achse und wird mit zunehmendem xx immer flacher.

Beispiel:

Gegeben ist die Funktion f(x)=xf(x) = \sqrt{x}. Berechne f(0)f(0), f(16)f(16) und f(50)f(50).

Lösung:

Für f(0)f(0) gilt:

f(0)=0=0f(0) = \sqrt{0} = 0

Für f(16)f(16) gilt:

f(16)=16=4f(16) = \sqrt{16} = 4

Für f(50)f(50) gilt:

f(50)=50=252=527,07f(50) = \sqrt{50} = \sqrt{25 \cdot 2} = 5\sqrt{2} \approx 7{,}07

Die Funktionswerte sind f(0)=0f(0) = 0, f(16)=4f(16) = 4 und f(50)7,07f(50) \approx 7{,}07.

Beachte bei f(50)f(50): Die Zahl 5050 ist keine Quadratzahl. Du zerlegst sie aber in 25225 \cdot 2, wobei 2525 eine Quadratzahl ist. So kannst du die Wurzel teilweise vereinfachen und erhältst die exakte Darstellung 525\sqrt{2}.

Beispiel:

Liegt der Punkt P(94)P(9 \mid 4) auf dem Graphen von f(x)=xf(x) = \sqrt{x}? Und welcher Punkt mit xx-Koordinate 99 liegt tatsächlich auf dem Graphen?

Lösung:

Ein Punkt liegt auf dem Graphen, wenn seine Koordinaten die Funktionsgleichung erfüllen. Wir setzen x=9x = 9 ein und prüfen, ob y=4y = 4 herauskommt.

f(9)=9=3f(9) = \sqrt{9} = 3

Das Ergebnis ist 33, nicht 44. Der Punkt P(94)P(9 \mid 4) liegt also nicht auf dem Graphen.

Der Punkt mit x=9x = 9, der tatsächlich auf dem Graphen liegt, ist Q(93)Q(9 \mid 3).

Zur weiteren Kontrolle berechnen wir noch zwei Punkte:

  • Für x=1x = 1: f(1)=1=1f(1) = \sqrt{1} = 1, also Punkt (11)(1 \mid 1)
  • Für x=4x = 4: f(4)=4=2f(4) = \sqrt{4} = 2, also Punkt (42)(4 \mid 2)
  • Für x=25x = 25: f(25)=25=5f(25) = \sqrt{25} = 5, also Punkt (255)(25 \mid 5)

Diese drei Punkte bestätigen die typische Kurvenform. Die Funktion wächst, aber immer langsamer.

Beispiel:

Beispiel 3: Definitionsbereich einer verschobenen Wurzelfunktion

Abschnitt betitelt „Beispiel 3: Definitionsbereich einer verschobenen Wurzelfunktion“

Bestimme den Definitionsbereich der Funktion g(x)=x3g(x) = \sqrt{x - 3} und den Startpunkt ihres Graphen.

Lösung:

Unter der Wurzel darf kein negativer Wert stehen. Wir müssen also herausfinden, für welche xx-Werte der Term x3x - 3 nicht negativ ist.

x30x - 3 \geq 0

Wir lösen nach xx auf:

x3x \geq 3

Der Definitionsbereich ist D={xRx3}D = \{x \in \mathbb{R} \mid x \geq 3\} oder D=[3;)D = [3; \infty).

Diese Funktion ist erst ab x=3x = 3 definiert. Ihr Graph startet im Punkt (30)(3 \mid 0), denn an dieser Stelle gilt:

g(3)=33=0=0g(3) = \sqrt{3 - 3} = \sqrt{0} = 0

Der Graph ist gegenüber der Grundfunktion f(x)=xf(x) = \sqrt{x} um 33 Einheiten nach rechts verschoben. Alles andere bleibt gleich: gleiche Form, gleiche Krümmung, nur ein anderer Startpunkt.

Beispiel:

Ein quadratisches Grundstück hat eine Fläche von 200m2200 \, \text{m}^2. Wie lang ist jede Seite? Wie ändert sich die Seitenlänge, wenn die Fläche verdoppelt wird?

Lösung:

Die Fläche eines Quadrats berechnet sich mit A=a2A = a^2, wobei aa die Seitenlänge ist.

Wir kennen die Fläche und suchen die Seitenlänge. Dazu ziehen wir die Wurzel:

a=A=200a = \sqrt{A} = \sqrt{200}

Wir vereinfachen:

a=1002=10214,14a = \sqrt{100 \cdot 2} = 10\sqrt{2} \approx 14{,}14

Jede Seite ist etwa 14,14m14{,}14 \, \text{m} lang.

Nun verdoppeln wir die Fläche auf 400m2400 \, \text{m}^2:

aneu=400=20a_{\text{neu}} = \sqrt{400} = 20

Die neue Seitenlänge ist 20m20 \, \text{m}. Sie ist also nicht doppelt so lang wie vorher, sondern nur um den Faktor 21,41\sqrt{2} \approx 1{,}41 länger. Das zeigt dir eine wichtige Eigenschaft der Wurzelfunktion: Sie wächst langsam. Eine Verdoppelung der Fläche führt nur zu einer Vergrösserung der Seitenlänge um etwa 41%41 \, \%.

Die Quadratwurzelfunktion ist eng mit der quadratischen Funktion verwandt. Tatsächlich ist sie die Umkehrfunktion von f(x)=x2f(x) = x^2, allerdings nur, wenn wir xx auf nicht-negative Werte beschränken. Wenn du den Graphen von f(x)=x2f(x) = x^2 für x0x \geq 0 an der Winkelhalbierenden y=xy = x spiegelst, erhältst du genau den Graphen von g(x)=xg(x) = \sqrt{x}.

Diese Spiegelung ist kein Zufall. Sie folgt aus der allgemeinen Eigenschaft: Wenn zwei Funktionen Umkehrfunktionen voneinander sind, sind ihre Graphen Spiegelbilder bezüglich der Winkelhalbierenden.

Aus dieser Beziehung leiten sich viele Eigenschaften der Wurzelfunktion ab. Die Parabel y=x2y = x^2 steigt für x0x \geq 0 immer steiler an. Der Wurzelgraph als Spiegelbild steigt also immer flacher. Die Parabel geht durch (24)(2 \mid 4) und (39)(3 \mid 9). Der Wurzelgraph geht dementsprechend durch (42)(4 \mid 2) und (93)(9 \mid 3). Die Koordinaten tauschen einfach die Rollen.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Rechenregel für Produkte und Quotienten. Es gilt ab=ab\sqrt{a \cdot b} = \sqrt{a} \cdot \sqrt{b} für a,b0a, b \geq 0 und ab=ab\sqrt{\dfrac{a}{b}} = \dfrac{\sqrt{a}}{\sqrt{b}} für a0a \geq 0 und b>0b > 0. Diese Regeln helfen dir beim Vereinfachen von Wurzelausdrücken. So kannst du etwa 72\sqrt{72} als 362=62\sqrt{36 \cdot 2} = 6\sqrt{2} schreiben.

Für Summen und Differenzen gelten solche einfachen Regeln dagegen nicht. Das musst du dir gut merken.

Beispiel:

Bestimme den Schnittpunkt der Funktion f(x)=xf(x) = \sqrt{x} mit der Geraden g(x)=12xg(x) = \dfrac{1}{2}x.

Lösung:

Am Schnittpunkt sind die Funktionswerte gleich:

x=12x\sqrt{x} = \frac{1}{2}x

Wir quadrieren beide Seiten (das ist erlaubt, da beide Seiten für x0x \geq 0 nicht negativ sind):

x=14x2x = \frac{1}{4}x^2

Wir multiplizieren mit 44:

4x=x24x = x^2

Wir bringen alles auf eine Seite:

x24x=0x^2 - 4x = 0

Wir klammern aus:

x(x4)=0x(x - 4) = 0

Die Lösungen sind x1=0x_1 = 0 und x2=4x_2 = 4.

Wir berechnen die zugehörigen yy-Werte:

  • Für x=0x = 0: y=0=0y = \sqrt{0} = 0
  • Für x=4x = 4: y=4=2y = \sqrt{4} = 2

Die Schnittpunkte sind S1(00)S_1(0 \mid 0) und S2(42)S_2(4 \mid 2).

Probe: Wir prüfen S2S_2 in beiden Funktionen: f(4)=4=2f(4) = \sqrt{4} = 2 ✓ und g(4)=124=2g(4) = \dfrac{1}{2} \cdot 4 = 2 ✓.

Bearbeite die folgenden Aufgaben. Die Lösungen findest du am Ende des Artikels.

Aufgabe 1: Berechne ohne Taschenrechner: 64\sqrt{64}, 144\sqrt{144} und 0,25\sqrt{0{,}25}.

Aufgabe 2: Bestimme den Definitionsbereich der Funktion f(x)=x7f(x) = \sqrt{x - 7}.

Aufgabe 3: Liegt der Punkt P(366)P(36 \mid 6) auf dem Graphen von f(x)=xf(x) = \sqrt{x}? Begründe deine Antwort.

Aufgabe 4: Vereinfache die Ausdrücke: 48\sqrt{48} und 75\sqrt{75}.

Aufgabe 5: Ein quadratischer Raum hat eine Fläche von 49m249 \, \text{m}^2. Wie lang ist jede Wand?

Aufgabe 6: Erstelle eine Wertetabelle für die Funktion f(x)=xf(x) = \sqrt{x} mit den xx-Werten 0,1,4,9,160, 1, 4, 9, 16 und zeichne die Punkte in ein Koordinatensystem ein.

Aufgabe 7: Bestimme den Definitionsbereich von h(x)=2x6h(x) = \sqrt{2x - 6}.

Aufgabe 8: Zeige durch ein Zahlenbeispiel, dass a+ba+b\sqrt{a + b} \neq \sqrt{a} + \sqrt{b} gilt.

Aufgabe 9: Bestimme den Schnittpunkt von f(x)=xf(x) = \sqrt{x} mit der Geraden g(x)=x2g(x) = x - 2.

Aufgabe 10: Ein freier Fall aus der Höhe hh dauert näherungsweise t=2hgt = \sqrt{\dfrac{2h}{g}} Sekunden, wobei g=9,81m/s2g = 9{,}81 \, \text{m/s}^2 ist. Wie lange dauert es, bis ein Stein aus 45m45 \, \text{m} Höhe auf dem Boden aufschlägt?

  • Die Quadratwurzelfunktion f(x)=xf(x) = \sqrt{x} ist die Umkehrfunktion des Quadrierens für nicht-negative Zahlen.
  • Der Definitionsbereich umfasst nur Werte x0x \geq 0, da die Wurzel aus negativen Zahlen nicht reell ist.
  • Der Wertebereich ist ebenfalls [0;)[0; \infty), denn die Wurzel ist immer nicht-negativ.
  • Der Graph startet im Ursprung, ist streng monoton steigend und rechtsgekrümmt.
  • Die Wurzel aus einer Summe lässt sich nicht in die Summe der Wurzeln aufspalten: a+ba+b\sqrt{a + b} \neq \sqrt{a} + \sqrt{b}.
  • Für Produkte gilt hingegen ab=ab\sqrt{a \cdot b} = \sqrt{a} \cdot \sqrt{b} mit a,b0a, b \geq 0.
  • Der Graph entsteht durch Spiegelung des Graphen von y=x2y = x^2 (für x0x \geq 0) an der Winkelhalbierenden y=xy = x.
❓ Frage:
Was ist der Definitionsbereich der Funktion f(x)=x+5f(x) = \sqrt{x + 5}?
Lösung anzeigen

Unter der Wurzel muss der Ausdruck nicht-negativ sein: x+50x + 5 \geq 0, also x5x \geq -5. Der Definitionsbereich ist D=[5;)D = [-5; \infty).

❓ Frage:
Berechne f(81)f(81) für die Funktion f(x)=xf(x) = \sqrt{x}.
Lösung anzeigen

f(81)=81=9f(81) = \sqrt{81} = 9 Die Lösung ist 99, denn 99=819 \cdot 9 = 81.

❓ Frage:
Liegt der Punkt P(255)P(25 \mid 5) auf dem Graphen von f(x)=xf(x) = \sqrt{x}? Begründe deine Antwort.
Lösung anzeigen

Wir setzen x=25x = 25 in die Funktion ein: f(25)=25=5f(25) = \sqrt{25} = 5 Das Ergebnis ist 55, und genau das ist die yy-Koordinate des Punktes PP. Ja, der Punkt P(255)P(25 \mid 5) liegt auf dem Graphen.

❓ Frage:
Was ist 364\sqrt{36 \cdot 4}? Wähle die richtige Antwort: a) 6+2=86 + 2 = 8 b) 364=62=12\sqrt{36} \cdot \sqrt{4} = 6 \cdot 2 = 12 c) 36+4=8\sqrt{36} + \sqrt{4} = 8
Lösung anzeigen

Die richtige Antwort ist b). Es gilt die Regel ab=ab\sqrt{a \cdot b} = \sqrt{a} \cdot \sqrt{b} für nicht-negative aa und bb. Also: 364=144=12=62=364\sqrt{36 \cdot 4} = \sqrt{144} = 12 = 6 \cdot 2 = \sqrt{36} \cdot \sqrt{4} Bei Produkten funktioniert das Aufspalten. Bei Summen hingegen nicht.

❓ Frage:
Welche Aussage über den Graphen von f(x)=xf(x) = \sqrt{x} ist falsch? a) Der Graph geht durch den Ursprung. b) Der Graph ist streng monoton steigend. c) Der Graph ist symmetrisch zur yy-Achse. d) Der Graph liegt nur im ersten Quadranten.
Lösung anzeigen

Die falsche Aussage ist c). Der Graph der Quadratwurzelfunktion ist nicht symmetrisch zur yy-Achse. Er verläuft nur im ersten Quadranten, hat also keine Punkte links von der yy-Achse. Die anderen Aussagen sind richtig: Der Graph geht durch (00)(0 \mid 0), steigt streng monoton und liegt vollständig im ersten Quadranten.

Du hast nun die Grundform der Quadratwurzelfunktion kennengelernt. Im nächsten Schritt wirst du sehen, wie sich der Graph verändert, wenn du Parameter hinzufügst. Funktionen wie f(x)=axb+cf(x) = a\sqrt{x - b} + c verschieben und strecken den Graphen auf verschiedene Weisen. Ausserdem wirst du Wurzelfunktionen mit höheren Wurzeln kennenlernen, etwa die Kubikwurzel x3\sqrt[3]{x}, die auch negative Zahlen verarbeiten kann. Diese Erweiterungen bauen direkt auf dem auf, was du heute gelernt hast.

Aufgabe 1: Wir berechnen die drei Wurzeln:

64=8denn82=64\sqrt{64} = 8 \quad \text{denn} \quad 8^2 = 64

144=12denn122=144\sqrt{144} = 12 \quad \text{denn} \quad 12^2 = 144

0,25=0,5denn0,52=0,25\sqrt{0{,}25} = 0{,}5 \quad \text{denn} \quad 0{,}5^2 = 0{,}25

Tipp: Bei Dezimalzahlen schreibst du die Zahl als Bruch um. Es gilt 0,25=140{,}25 = \dfrac{1}{4} und somit 0,25=14=12=0,5\sqrt{0{,}25} = \sqrt{\dfrac{1}{4}} = \dfrac{1}{2} = 0{,}5.

Aufgabe 2: Unter der Wurzel muss der Ausdruck nicht-negativ sein:

x70    x7x - 7 \geq 0 \implies x \geq 7

Der Definitionsbereich ist D=[7;)D = [7; \infty).

Aufgabe 3: Wir setzen x=36x = 36 in die Funktion ein:

f(36)=36=6f(36) = \sqrt{36} = 6

Das Ergebnis ist 66, und genau das ist die yy-Koordinate des Punktes PP. Ja, der Punkt P(366)P(36 \mid 6) liegt auf dem Graphen.

Aufgabe 4: Wir zerlegen die Zahlen unter der Wurzel in einen quadratischen Faktor und einen Rest:

48=163=163=43\sqrt{48} = \sqrt{16 \cdot 3} = \sqrt{16} \cdot \sqrt{3} = 4\sqrt{3}

75=253=253=53\sqrt{75} = \sqrt{25 \cdot 3} = \sqrt{25} \cdot \sqrt{3} = 5\sqrt{3}

Die vereinfachten Ausdrücke sind 434\sqrt{3} und 535\sqrt{3}.

Aufgabe 5: Die Seitenlänge ergibt sich aus der Wurzel der Fläche:

a=49=7a = \sqrt{49} = 7

Jede Wand ist 7m7 \, \text{m} lang.

Aufgabe 6: Die Wertetabelle lautet:

xx001144991616
x\sqrt{x}0011223344

Die Punkte sind (00)(0 \mid 0), (11)(1 \mid 1), (42)(4 \mid 2), (93)(9 \mid 3) und (164)(16 \mid 4). Zeichne sie in ein Koordinatensystem und verbinde sie mit einer glatten Kurve.

Aufgabe 7: Unter der Wurzel muss der Ausdruck nicht-negativ sein:

2x60    2x6    x32x - 6 \geq 0 \implies 2x \geq 6 \implies x \geq 3

Der Definitionsbereich ist D=[3;)D = [3; \infty).

Aufgabe 8: Wir wählen a=9a = 9 und b=16b = 16:

a+b=9+16=25=5\sqrt{a + b} = \sqrt{9 + 16} = \sqrt{25} = 5

a+b=9+16=3+4=7\sqrt{a} + \sqrt{b} = \sqrt{9} + \sqrt{16} = 3 + 4 = 7

Die beiden Werte sind verschieden: 575 \neq 7. Damit ist gezeigt, dass a+ba+b\sqrt{a + b} \neq \sqrt{a} + \sqrt{b} im Allgemeinen gilt.

Aufgabe 9: Wir setzen die Funktionsterme gleich:

x=x2\sqrt{x} = x - 2

Damit die rechte Seite nicht negativ ist (denn die linke Seite ist es nicht), muss x2x \geq 2 gelten. Wir quadrieren beide Seiten:

x=(x2)2=x24x+4x = (x - 2)^2 = x^2 - 4x + 4

Wir bringen alles auf eine Seite:

x25x+4=0x^2 - 5x + 4 = 0

Mit der Mitternachtsformel oder durch Faktorisieren:

(x1)(x4)=0(x - 1)(x - 4) = 0

Die Lösungen sind x1=1x_1 = 1 und x2=4x_2 = 4. Wegen der Bedingung x2x \geq 2 scheidet x1=1x_1 = 1 aus. Für x2=4x_2 = 4 gilt f(4)=4=2f(4) = \sqrt{4} = 2 und g(4)=42=2g(4) = 4 - 2 = 2. Der Schnittpunkt ist S(42)S(4 \mid 2).

Aufgabe 10: Wir setzen h=45h = 45 und g=9,81g = 9{,}81 in die Formel ein:

t=2459,81=909,819,174t = \sqrt{\frac{2 \cdot 45}{9{,}81}} = \sqrt{\frac{90}{9{,}81}} \approx \sqrt{9{,}174}

Wir berechnen die Wurzel:

t3,03st \approx 3{,}03 \, \text{s}

Der Stein benötigt etwa 33 Sekunden, bis er auf dem Boden aufschlägt. Das zeigt dir eine typische Anwendung der Quadratwurzelfunktion in der Physik: Die Fallzeit wächst nicht linear mit der Fallhöhe, sondern nur mit ihrer Quadratwurzel. Eine vierfache Höhe führt nur zu einer doppelten Fallzeit.

Quellen