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Potenzen mit reellen Exponenten einfach erklärt: So rechnest du mit Wurzeln und Bruchexponenten

Die Geschichte der Potenzen mit reellen Exponenten ist eine Geschichte des schrittweisen Loslassens. Jede Generation von Mathematikern wagte es, den Begriff der Potenz ein Stück weiter auszudehnen.

Die Anfänge: Natürliche Exponenten

Im antiken Griechenland und im mittelalterlichen Orient arbeiteten Mathematiker ausschliesslich mit natürlichen Zahlen als Exponenten. a2a^2 bedeutete buchstäblich die Fläche eines Quadrats der Seitenlänge aa. a3a^3 war das Volumen eines Würfels. Höhere Potenzen galten lange Zeit als abstrakt und schwer vorstellbar.

Die Entdeckung der negativen Exponenten

Im 14. Jahrhundert begann Nicole Oresme, ein französischer Bischof und Universalgelehrter, systematisch über gebrochene Potenzen nachzudenken. Er erkannte, dass a12a^{\frac{1}{2}} als Quadratwurzel interpretiert werden kann. Das war ein revolutionärer Gedanke. Oresme schrieb seine Überlegungen in der Schrift Algorismus proportionum nieder – fast 200 Jahre, bevor die moderne Potenzschreibweise entstand.

Der Durchbruch im 17. Jahrhundert

John Wallis, ein englischer Mathematiker, formalisierte 1656 die negativen und gebrochenen Exponenten in seinem Werk Arithmetica Infinitorum. Er zeigte erstmals konsequent, dass an=1ana^{-n} = \frac{1}{a^n} gilt. Sein Kollege Isaac Newton baute darauf auf. Newton nutzte gebrochene Exponenten in der Entwicklung seiner Binomialreihe – einem Grundstein der Analysis.

Euler und die reellen Exponenten

Der Schweizer Leonhard Euler war es schliesslich, der Mitte des 18. Jahrhunderts den Schritt zu beliebigen reellen Exponenten vollzog. In seiner Introductio in analysin infinitorum von 1748 definierte er die Exponentialfunktion axa^x für alle reellen Zahlen xx präzise über Grenzwerte. Euler erkannte auch den tiefen Zusammenhang zwischen Exponentialfunktionen und dem Logarithmus.

Warum ist das relevant für dich?

Diese Geschichte zeigt dir: Mathematik entwickelt sich. Was heute selbstverständlich wirkt, war einmal eine kühne Idee. Wenn du heute 823=48^{\frac{2}{3}} = 4 berechnest, stehst du auf den Schultern von Oresme, Wallis, Newton und Euler.

Bevor du mit reellen Exponenten arbeitest, musst du die Verbindung zwischen Potenzen und Wurzeln festigen. Diese Verbindung ist der Schlüssel zum gesamten Kapitel.

Erinnerung: Wurzeln als umgekehrtes Potenzieren

Das Quadrieren und das Wurzelziehen sind Umkehroperationen. Es gilt: 32=93^2 = 9 und 9=3\sqrt{9} = 3. Allgemein ist an\sqrt[n]{a} diejenige positive Zahl, die nn-mal mit sich selbst multipliziert aa ergibt.

Der entscheidende Schritt: Halbierter Exponent

Betrachte das Bakterienbeispiel erneut. Nach nn Stunden hast du den Faktor 2n2^n. Nach einer halben Stunde suchst du eine Zahl xx mit:

xx=2x \cdot x = 2

Das bedeutet x=2x = \sqrt{2}. Und da zwei halbe Stunden eine ganze Stunde ergeben, gilt das Potenzgesetz:

212212=212+12=21=22^{\frac{1}{2}} \cdot 2^{\frac{1}{2}} = 2^{\frac{1}{2} + \frac{1}{2}} = 2^1 = 2

Deshalb ist die Definition 212=22^{\frac{1}{2}} = \sqrt{2} die einzig sinnvolle, die das Potenzgesetz erhält.

Warum muss die Basis positiv sein?

Bei Bruchexponenten mit geradem Nenner entstünden sonst Probleme. Der Ausdruck (4)12=4(-4)^{\frac{1}{2}} = \sqrt{-4} ist im Bereich der reellen Zahlen nicht definiert. Deshalb beschränken wir uns bei reellen Exponenten auf positive Basen.

Ein Bruchexponent verbindet zwei Operationen: Potenzieren und Wurzelziehen. Die allgemeine Formel erweitert die Grunddefinition auf beliebige Brüche.

Zähler und Nenner haben klare Rollen

Im Bruchexponenten mn\dfrac{m}{n} übernimmt der Nenner die Rolle der Wurzel, der Zähler die Rolle der Potenz. Du kannst die Reihenfolge frei wählen – das Ergebnis ist dasselbe. Meistens ist es einfacher, zuerst die Wurzel zu ziehen, weil die Zwischenergebnisse kleiner werden.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

  1. Zerlege den Bruchexponenten in Zähler mm und Nenner nn.
  2. Der Nenner nn bestimmt die nn-te Wurzel.
  3. Der Zähler mm bestimmt die mm-te Potenz.
  4. Ziehe zuerst die Wurzel, dann potenziere.
  5. Bei negativem Exponent: Bilde am Ende den Kehrwert.

Die Potenzgesetze bleiben gültig

Alle Potenzgesetze, die du aus der Mittelstufe kennst, gelten ohne Einschränkung auch für reelle Exponenten. Das ist eine grosse Erleichterung: Du lernst keine neuen Regeln. Du wendest bekannte Regeln auf einen erweiterten Zahlenbereich an.

GesetzFormel
Gleiche Basis, Multiplikationaras=ar+sa^r \cdot a^s = a^{r+s}
Gleiche Basis, Divisionaras=ars\dfrac{a^r}{a^s} = a^{r-s}
Potenz einer Potenz(ar)s=ars\left(a^r\right)^s = a^{r \cdot s}
Gleiches Produkt(ab)r=arbr(a \cdot b)^r = a^r \cdot b^r
Beispiel:

Berechne 272327^{\frac{2}{3}} ohne Taschenrechner.

Lösung:

Schritt 1: Identifiziere Zähler und Nenner. Der Exponent ist 23\dfrac{2}{3}: Nenner =3= 3, Zähler =2= 2.

Schritt 2: Der Nenner 33 bedeutet: dritte Wurzel ziehen.

273=3\sqrt[3]{27} = 3

Schritt 3: Der Zähler 22 bedeutet: quadrieren.

32=93^2 = 9

Ergebnis:

2723=927^{\frac{2}{3}} = 9

Warum zuerst Wurzel ziehen? Hättest du erst potenziert, wärst du bei 7293=9\sqrt[3]{729} = 9 gelandet – rechnerisch aufwändiger, aber dasselbe Ergebnis.

Beispiel:

Berechne 163416^{-\frac{3}{4}}.

Lösung:

Schritt 1: Das Minuszeichen bedeutet Kehrwert. Schreibe um:

1634=1163416^{-\frac{3}{4}} = \frac{1}{16^{\frac{3}{4}}}

Schritt 2: Berechne den Nenner 163416^{\frac{3}{4}}. Nenner =4= 4 (vierte Wurzel), Zähler =3= 3 (dritte Potenz).

164=2\sqrt[4]{16} = 2

Schritt 3: Potenziere das Ergebnis.

23=82^3 = 8

Schritt 4: Bilde den Kehrwert.

1634=1816^{-\frac{3}{4}} = \frac{1}{8}

Probe: (18)43=843=(83)4=24=16\left(\dfrac{1}{8}\right)^{-\frac{4}{3}} = 8^{\frac{4}{3}} = \left(\sqrt[3]{8}\right)^4 = 2^4 = 16

Beispiel:

Vereinfache den Ausdruck x1,5x0,7x0,2\dfrac{x^{1{,}5} \cdot x^{0{,}7}}{x^{0{,}2}} für x>0x > 0.

Lösung:

Schritt 1: Wende das Multiplikationsgesetz im Zähler an. Gleiche Basis, also Exponenten addieren.

x1,5x0,7=x1,5+0,7=x2,2x^{1{,}5} \cdot x^{0{,}7} = x^{1{,}5 + 0{,}7} = x^{2{,}2}

Schritt 2: Wende das Divisionsgesetz an. Gleiche Basis, also Exponenten subtrahieren.

x2,2x0,2=x2,20,2=x2\frac{x^{2{,}2}}{x^{0{,}2}} = x^{2{,}2 - 0{,}2} = x^2

Ergebnis:

x1,5x0,7x0,2=x2\frac{x^{1{,}5} \cdot x^{0{,}7}}{x^{0{,}2}} = x^2

Probe mit x=4x = 4: 41,540,740,2=840,740,2=840,5=82=16=42\dfrac{4^{1{,}5} \cdot 4^{0{,}7}}{4^{0{,}2}} = \dfrac{8 \cdot 4^{0{,}7}}{4^{0{,}2}} = 8 \cdot 4^{0{,}5} = 8 \cdot 2 = 16 = 4^2

Beispiel:

Löse die Gleichung x25=4x^{\frac{2}{5}} = 4 nach xx auf.

Lösung:

Schritt 1: Um den Exponenten 25\dfrac{2}{5} zu eliminieren, potenziere beide Seiten mit dem Kehrwert 52\dfrac{5}{2}.

(x25)52=452\left(x^{\frac{2}{5}}\right)^{\frac{5}{2}} = 4^{\frac{5}{2}}

Schritt 2: Vereinfache die linke Seite mit dem Gesetz “Potenz einer Potenz”.

x2552=x1=xx^{\frac{2}{5} \cdot \frac{5}{2}} = x^1 = x

Schritt 3: Berechne die rechte Seite.

452=(4)5=25=324^{\frac{5}{2}} = \left(\sqrt{4}\right)^5 = 2^5 = 32

Ergebnis: x=32x = 32

Probe: 3225=(325)2=22=432^{\frac{2}{5}} = \left(\sqrt[5]{32}\right)^2 = 2^2 = 4

Der Kehrwert des Exponenten ist das Werkzeug, um Gleichungen dieser Art zu lösen.

Du beherrschst jetzt Bruchexponenten. Der nächste Schritt sind irrationale Exponenten – Potenzen wie 222^{\sqrt{2}} oder 5π5^{\pi}.

Was sind irrationale Exponenten?

Irrationale Zahlen wie 21,41421\sqrt{2} \approx 1{,}41421\ldots oder π3,14159\pi \approx 3{,}14159\ldots lassen sich nicht als Bruch schreiben. Ihre Dezimaldarstellung ist unendlich und nicht periodisch. Wie kannst du trotzdem 222^{\sqrt{2}} berechnen?

Die Idee: Annäherung durch Brüche

Du näherst die irrationale Zahl durch immer genauere Brüche an. Die zugehörigen Potenzen nähern sich dann einem festen Wert:

NäherungBruchdarstellungPotenz 2q2^q
1111\dfrac{1}{1}2,0002{,}000
1,41{,}475\dfrac{7}{5}2,6392{,}639
1,411{,}41141100\dfrac{141}{100}2,6572{,}657
1,4141{,}41414141000\dfrac{1414}{1000}2,6652{,}665
1,41421{,}41421414210000\dfrac{14142}{10000}2,6652{,}665

Die Werte stabilisieren sich. Dieser Grenzwert ist 222^{\sqrt{2}}.

In der Praxis: Taschenrechner

Irrationale Exponenten berechnest du in der Schule mit dem Taschenrechner. Die Taste xyx^y oder \wedge erlaubt beliebige reelle Exponenten. Das Konzept dahinter zu verstehen ist trotzdem wichtig: Du erkennst, warum das Ergebnis eindeutig ist und warum die Potenzgesetze auch hier gelten.

Anwendung: Zinseszins mit reellem Exponenten

Kapital wächst nicht nur zu ganzen Zeitpunkten. Die Zinseszinsformel K=K0(1+p)tK = K_0 \cdot (1 + p)^t funktioniert für jeden reellen Wert tt – auch für t=2,5t = 2{,}5 Jahre oder t=3t = \sqrt{3} Jahre.

Beispiel:

Ein Kapital von 10001\,000 CHF wird mit 3%3\,\% Jahreszins angelegt. Wie viel ist es nach 2,52{,}5 Jahren wert?

Lösung:

Formel: K=K0(1+p)tK = K_0 \cdot (1 + p)^t mit K0=1000K_0 = 1\,000 CHF, p=0,03p = 0{,}03, t=2,5t = 2{,}5.

Einsetzen:

K=10001,032,5K = 1\,000 \cdot 1{,}03^{2{,}5}

Berechnung mit dem Taschenrechner:

1,032,51,076891{,}03^{2{,}5} \approx 1{,}07689

Ergebnis:

K10001,07689=1076,89 CHFK \approx 1\,000 \cdot 1{,}07689 = 1\,076{,}89 \text{ CHF}

Nach 2,52{,}5 Jahren beträgt das Kapital etwa 1076,891\,076{,}89 CHF.

Vergleich: Nach genau 22 Jahren wären es 1060,901\,060{,}90 CHF, nach 33 Jahren 1092,731\,092{,}73 CHF. Der Wert für 2,52{,}5 Jahre liegt genau dazwischen – Wachstum ist ein kontinuierlicher Prozess.

Löse die folgenden Aufgaben. Die Aufgaben sind nach Schwierigkeit geordnet. Aufgaben 1–3 sind grundlegend, Aufgaben 4–7 sind mittelschwer, Aufgaben 8–10 sind anspruchsvoll.

Grundlegende Aufgaben

Aufgabe 1: Schreibe als Wurzel und berechne ohne Taschenrechner.

a) 251225^{\frac{1}{2}} \quad b) 641364^{\frac{1}{3}} \quad c) 811481^{\frac{1}{4}}

Aufgabe 2: Berechne ohne Taschenrechner.

a) 8238^{\frac{2}{3}} \quad b) 323532^{\frac{3}{5}} \quad c) 10032100^{\frac{3}{2}}

Aufgabe 3: Schreibe als Potenz mit Bruchexponent.

a) a35\sqrt[5]{a^3} \quad b) 1b34\dfrac{1}{\sqrt[4]{b^3}} \quad c) c3\sqrt{\sqrt[3]{c}}

Mittelschwere Aufgaben

Aufgabe 4: Berechne ohne Taschenrechner.

a) 272327^{-\frac{2}{3}} \quad b) 163416^{-\frac{3}{4}} \quad c) 4524^{-\frac{5}{2}}

Aufgabe 5: Vereinfache für x>0x > 0.

a) x34x14x^{\frac{3}{4}} \cdot x^{\frac{1}{4}} \quad b) x53x23\dfrac{x^{\frac{5}{3}}}{x^{\frac{2}{3}}} \quad c) (x23)34\left(x^{\frac{2}{3}}\right)^{\frac{3}{4}}

Aufgabe 6: Vereinfache vollständig für a>0a > 0.

a2,5a0,3a1,8\frac{a^{2{,}5} \cdot a^{0{,}3}}{a^{1{,}8}}

Aufgabe 7: Löse die Gleichung nach xx auf.

a) x13=5x^{\frac{1}{3}} = 5 \quad b) x32=27x^{\frac{3}{2}} = 27

Anspruchsvolle Aufgaben

Aufgabe 8: Vereinfache für a>0a > 0, b>0b > 0.

(a2b)12a32a2b12\frac{\left(a^2 b\right)^{\frac{1}{2}} \cdot a^{\frac{3}{2}}}{a^2 \cdot b^{\frac{1}{2}}}

Aufgabe 9: Beweise, dass gilt:

a3=a3fu¨a>0\sqrt[3]{\sqrt{a}} = \sqrt{\sqrt[3]{a}} \quad \text{für } a > 0

Schreibe beide Seiten als Potenz mit Bruchexponent.

Aufgabe 10: Ein radioaktives Element zerfällt so, dass nach tt Jahren noch der Anteil (12)t30\left(\dfrac{1}{2}\right)^{\frac{t}{30}} der ursprünglichen Menge vorhanden ist. Berechne den verbleibenden Anteil nach a)a) 1515 Jahren, b)b) 4545 Jahren, c)c) 2020 Jahren (mit Taschenrechner, auf 4 Dezimalstellen).

  • Bruchexponenten verbinden Potenzieren und Wurzelziehen: amn=amna^{\frac{m}{n}} = \sqrt[n]{a^m}.
  • Der Nenner des Bruchexponenten bestimmt die Wurzel. Der Zähler bestimmt die Potenz.
  • Ziehe zuerst die Wurzel, dann potenziere – das vereinfacht die Rechnung.
  • Negative Exponenten bedeuten Kehrwert: ar=1ara^{-r} = \dfrac{1}{a^r}.
  • Irrationale Exponenten sind Grenzwerte von Bruchexponenten. Im Unterricht nutzt du den Taschenrechner.
  • Alle bekannten Potenzgesetze gelten uneingeschränkt auch für reelle Exponenten.
  • Die Basis muss positiv sein, wenn der Exponent eine reelle Zahl ist.
  • Eine Potenz mit positiver Basis ist immer positiv – unabhängig vom Exponenten.
❓ Frage: Welchen Wert hat 813481^{\frac{3}{4}}?
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Lösung: 8134=2781^{\frac{3}{4}} = 27 Rechenweg: Nenner =4= 4, also vierte Wurzel: 814=3\sqrt[4]{81} = 3. Dann Zähler =3= 3, also würfeln: 33=273^3 = 27.

❓ Frage: Vereinfache: a2,3a1,7a3\dfrac{a^{2{,}3} \cdot a^{1{,}7}}{a^{3}} für a>0a > 0.
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Lösung: aa Rechenweg: Zähler: a2,3+1,7=a4a^{2{,}3 + 1{,}7} = a^4. Dann Division: a4a3=a43=a1=a\dfrac{a^4}{a^3} = a^{4-3} = a^1 = a.

❓ Frage: Warum ist (9)0,5(-9)^{0{,}5} im Bereich der reellen Zahlen nicht definiert?
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Lösung: Der Ausdruck (9)0,5=(9)12=9(-9)^{0{,}5} = (-9)^{\frac{1}{2}} = \sqrt{-9} verlangt die Quadratwurzel einer negativen Zahl. Im Bereich der reellen Zahlen gibt es keine Zahl, die mit sich selbst multipliziert 9-9 ergibt. Erst mit komplexen Zahlen lässt sich dieses Problem lösen.

❓ Frage: Schreibe a25\sqrt[5]{a^2} als Potenz mit Bruchexponent.
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Lösung: a25a^{\frac{2}{5}} Begründung: Der Nenner des Bruchexponenten entspricht dem Wurzelexponenten (55), der Zähler entspricht dem Potenzexponenten (22). Also gilt a25=a25\sqrt[5]{a^2} = a^{\frac{2}{5}}.

❓ Frage: Löse die Gleichung x34=8x^{\frac{3}{4}} = 8 nach xx auf.
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Lösung: x=16x = 16 Rechenweg: Potenziere beide Seiten mit dem Kehrwert 43\dfrac{4}{3}:

x3443=843x^{\frac{3}{4} \cdot \frac{4}{3}} = 8^{\frac{4}{3}}x=(83)4=24=16x = \left(\sqrt[3]{8}\right)^4 = 2^4 = 16

Probe: 1634=(164)3=23=816^{\frac{3}{4}} = \left(\sqrt[4]{16}\right)^3 = 2^3 = 8

Du hast jetzt ein solides Verständnis für Potenzen mit reellen Exponenten. Der nächste logische Schritt ist der Logarithmus – die Umkehroperation zum Potenzieren. Wenn du weisst, dass 2x=82^x = 8 gilt und xx gesucht ist, dann hilft dir der Logarithmus. Er beantwortet die Frage: “Mit welchem Exponenten muss ich die Basis potenzieren, um einen bestimmten Wert zu erhalten?” Damit erhältst du mächtige Werkzeuge für Wachstums- und Zerfallsprozesse in Biologie, Chemie und Wirtschaft.

Lösung zu Aufgabe 1:

a) 2512=25=525^{\frac{1}{2}} = \sqrt{25} = 5

b) 6413=643=464^{\frac{1}{3}} = \sqrt[3]{64} = 4, denn 43=644^3 = 64.

c) 8114=814=381^{\frac{1}{4}} = \sqrt[4]{81} = 3, denn 34=813^4 = 81.


Lösung zu Aufgabe 2:

a) 8238^{\frac{2}{3}}: Nenner =3= 3, also 83=2\sqrt[3]{8} = 2. Zähler =2= 2, also 22=42^2 = 4.

b) 323532^{\frac{3}{5}}: Nenner =5= 5, also 325=2\sqrt[5]{32} = 2. Zähler =3= 3, also 23=82^3 = 8.

c) 10032100^{\frac{3}{2}}: Nenner =2= 2, also 100=10\sqrt{100} = 10. Zähler =3= 3, also 103=100010^3 = 1\,000.


Lösung zu Aufgabe 3:

a) a35=a35\sqrt[5]{a^3} = a^{\frac{3}{5}}

b) 1b34=1b34=b34\dfrac{1}{\sqrt[4]{b^3}} = \dfrac{1}{b^{\frac{3}{4}}} = b^{-\frac{3}{4}}

c) c3=(c13)12=c1312=c16\sqrt{\sqrt[3]{c}} = \left(c^{\frac{1}{3}}\right)^{\frac{1}{2}} = c^{\frac{1}{3} \cdot \frac{1}{2}} = c^{\frac{1}{6}}


Lösung zu Aufgabe 4:

a) 2723=1272327^{-\frac{2}{3}} = \dfrac{1}{27^{\frac{2}{3}}}. Nun: 273=3\sqrt[3]{27} = 3, dann 32=93^2 = 9. Also: 19\dfrac{1}{9}.

b) 1634=1163416^{-\frac{3}{4}} = \dfrac{1}{16^{\frac{3}{4}}}. Nun: 164=2\sqrt[4]{16} = 2, dann 23=82^3 = 8. Also: 18\dfrac{1}{8}.

c) 452=14524^{-\frac{5}{2}} = \dfrac{1}{4^{\frac{5}{2}}}. Nun: 4=2\sqrt{4} = 2, dann 25=322^5 = 32. Also: 132\dfrac{1}{32}.


Lösung zu Aufgabe 5:

a) x34x14=x34+14=x44=x1=xx^{\frac{3}{4}} \cdot x^{\frac{1}{4}} = x^{\frac{3}{4} + \frac{1}{4}} = x^{\frac{4}{4}} = x^1 = x

b) x53x23=x5323=x33=x1=x\dfrac{x^{\frac{5}{3}}}{x^{\frac{2}{3}}} = x^{\frac{5}{3} - \frac{2}{3}} = x^{\frac{3}{3}} = x^1 = x

c) (x23)34=x2334=x612=x12=x\left(x^{\frac{2}{3}}\right)^{\frac{3}{4}} = x^{\frac{2}{3} \cdot \frac{3}{4}} = x^{\frac{6}{12}} = x^{\frac{1}{2}} = \sqrt{x}


Lösung zu Aufgabe 6:

a2,5a0,3a1,8=a2,5+0,3a1,8=a2,8a1,8=a2,81,8=a1=a\frac{a^{2{,}5} \cdot a^{0{,}3}}{a^{1{,}8}} = \frac{a^{2{,}5 + 0{,}3}}{a^{1{,}8}} = \frac{a^{2{,}8}}{a^{1{,}8}} = a^{2{,}8 - 1{,}8} = a^1 = a

Lösung zu Aufgabe 7:

a) x13=5x^{\frac{1}{3}} = 5. Potenziere mit 33: x=53=125x = 5^3 = 125.

Probe: 12513=1253=5125^{\frac{1}{3}} = \sqrt[3]{125} = 5

b) x32=27x^{\frac{3}{2}} = 27. Potenziere mit 23\dfrac{2}{3}: x=2723=(273)2=32=9x = 27^{\frac{2}{3}} = \left(\sqrt[3]{27}\right)^2 = 3^2 = 9.

Probe: 932=(9)3=33=279^{\frac{3}{2}} = \left(\sqrt{9}\right)^3 = 3^3 = 27


Lösung zu Aufgabe 8:

(a2b)12a32a2b12\frac{\left(a^2 b\right)^{\frac{1}{2}} \cdot a^{\frac{3}{2}}}{a^2 \cdot b^{\frac{1}{2}}}

Zähler ausrechnen: (a2b)12=a212b12=a1b12\left(a^2 b\right)^{\frac{1}{2}} = a^{2 \cdot \frac{1}{2}} \cdot b^{\frac{1}{2}} = a^1 \cdot b^{\frac{1}{2}}.

Dann: ab12a32=a1+32b12=a52b12a \cdot b^{\frac{1}{2}} \cdot a^{\frac{3}{2}} = a^{1 + \frac{3}{2}} \cdot b^{\frac{1}{2}} = a^{\frac{5}{2}} \cdot b^{\frac{1}{2}}.

Division durch a2b12a^2 \cdot b^{\frac{1}{2}}:

a52b12a2b12=a522b1212=a12b0=a\frac{a^{\frac{5}{2}} \cdot b^{\frac{1}{2}}}{a^2 \cdot b^{\frac{1}{2}}} = a^{\frac{5}{2} - 2} \cdot b^{\frac{1}{2} - \frac{1}{2}} = a^{\frac{1}{2}} \cdot b^0 = \sqrt{a}

Lösung zu Aufgabe 9:

Linke Seite: a3=(a12)13=a1213=a16\sqrt[3]{\sqrt{a}} = \left(a^{\frac{1}{2}}\right)^{\frac{1}{3}} = a^{\frac{1}{2} \cdot \frac{1}{3}} = a^{\frac{1}{6}}

Rechte Seite: a3=(a13)12=a1312=a16\sqrt{\sqrt[3]{a}} = \left(a^{\frac{1}{3}}\right)^{\frac{1}{2}} = a^{\frac{1}{3} \cdot \frac{1}{2}} = a^{\frac{1}{6}}

Beide Seiten ergeben a16a^{\frac{1}{6}}. Damit ist die Gleichheit bewiesen.


Lösung zu Aufgabe 10:

Die Formel lautet: Anteil =(12)t30=2t30= \left(\dfrac{1}{2}\right)^{\frac{t}{30}} = 2^{-\frac{t}{30}}

a) t=15t = 15 Jahre: 21530=212=120,70712^{-\frac{15}{30}} = 2^{-\frac{1}{2}} = \dfrac{1}{\sqrt{2}} \approx 0{,}7071

Es sind noch etwa 70,71%70{,}71\,\% vorhanden.

b) t=45t = 45 Jahre: 24530=232=1220,35362^{-\frac{45}{30}} = 2^{-\frac{3}{2}} = \dfrac{1}{2\sqrt{2}} \approx 0{,}3536

Es sind noch etwa 35,36%35{,}36\,\% vorhanden.

c) t=20t = 20 Jahre: 22030=223=1430,63002^{-\frac{20}{30}} = 2^{-\frac{2}{3}} = \dfrac{1}{\sqrt[3]{4}} \approx 0{,}6300

Es sind noch etwa 63,00%63{,}00\,\% vorhanden.