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Logarithmen einfach erklärt: Die Umkehrung der Potenzrechnung verstehen

Die Geschichte des Logarithmus beginnt mit einem praktischen Problem: Wie rechnet man schnell mit sehr grossen Zahlen? Im 16. Jahrhundert war das eine ernste Frage. Astronomen, Navigatoren und Kaufleute mussten täglich aufwendige Multiplikationen mit vielen Stellen durchführen. Taschenrechner gab es nicht. Jede Rechnung kostete Zeit und war fehleranfällig.

Der schottische Mathematiker John Napier (1550–1617) arbeitete zwanzig Jahre lang an einer Lösung. Im Jahr 1614 veröffentlichte er sein Werk Mirifici Logarithmorum Canonis Descriptio – zu Deutsch: “Beschreibung des wunderbaren Kanons der Logarithmen”. Napier hatte eine Tabelle entwickelt, mit der man Multiplikationen in Additionen umwandeln konnte. Die Idee dahinter war einfach: Statt zwei grosse Zahlen zu multiplizieren, addiert man ihre Logarithmen und schlägt das Ergebnis in einer Tabelle nach.

Wenig später verfeinerte der englische Mathematiker Henry Briggs (1561–1630) Napiers Idee. Er schlug vor, die Basis 10 zu verwenden, weil das besser zum Dezimalsystem passt. Diese Logarithmen nennt man heute dekadische Logarithmen oder Briggssche Logarithmen.

Das Rechenwerkzeug, das aus dieser Idee entstand – der Rechenschieber – blieb über 350 Jahre lang das wichtigste Hilfsmittel für Ingenieure, Wissenschaftler und Techniker. Noch die Ingenieure, die 1969 die Mondlandung berechnet haben, arbeiteten teilweise mit Rechenschiebern. Erst der elektronische Taschenrechner machte dieses Werkzeug in den 1970er Jahren überflüssig.

Der natürliche Logarithmus mit der Basis e2.718e \approx 2.718 hat eine etwas andere Geschichte. Die Zahl ee tauchte erstmals bei Jakob Bernoulli (1654–1705) auf, als er Zinseszinsberechnungen untersuchte. Leonhard Euler (1707–1783), der bedeutendste Schweizer Mathematiker aller Zeiten, erkannte die zentrale Rolle dieser Zahl in der Analysis und führte das Symbol ee ein.

Heute begegnet dir der Logarithmus überall: in der Chemie beim pH-Wert, in der Physik beim Dezibel, in der Informatik bei der Analyse von Algorithmen und in der Biologie bei Wachstumsmodellen. Was vor 400 Jahren ein Rechentrick war, ist heute ein fundamentales Konzept der Mathematik.

Beim Potenzieren kennst du die Basis und den Exponenten. Du berechnest das Ergebnis:

23=82^3 = 8

Manchmal ist die Situation umgekehrt. Du kennst die Basis und das Ergebnis, suchst aber den Exponenten:

2?=82^{?} = 8

Die Antwort ist 3, denn 23=82^3 = 8. Doch wie drückst du das mathematisch präzise aus? Genau hier kommt der Logarithmus ins Spiel.

Die Schreibweise loga(b)=x\log_a(b) = x und die Potenzschreibweise ax=ba^x = b drücken exakt denselben Sachverhalt aus. Sie sind wie zwei Seiten derselben Münze. Das Umschreiben zwischen diesen beiden Formen ist die wichtigste Technik beim Arbeiten mit Logarithmen.

In der Praxis begegnen dir drei Basen besonders häufig:

BasisSchreibweiseNameVerwendung
10log(x)\log(x) oder lg(x)\lg(x)Dekadischer LogarithmusTaschenrechner, pH-Wert, Dezibel
e2.718e \approx 2.718ln(x)\ln(x)Natürlicher LogarithmusNaturwissenschaften, Wachstum
2log2(x)\log_2(x)Binärer LogarithmusInformatik, Algorithmen

Auf deinem Taschenrechner findest du die Tasten log (Basis 10) und ln (Basis ee). Für andere Basen brauchst du die Basiswechselformel, die du weiter unten kennenlernst.

Die vier wichtigsten Logarithmusregeln leiten sich direkt aus den Potenzgesetzen ab. Wer die Potenzgesetze kennt, versteht diese Regeln sofort.

Ausserdem gelten zwei spezielle Werte, die du auswendig kennen solltest:

loga(1)=0(weil a0=1)\log_a(1) = 0 \qquad \text{(weil } a^0 = 1\text{)}

loga(a)=1(weil a1=a)\log_a(a) = 1 \qquad \text{(weil } a^1 = a\text{)}

Die Potenzregel ist besonders nützlich. Sie erlaubt es dir, einen Exponenten aus dem Argument herauszuziehen und als Faktor zu schreiben. Das ist der Schlüsseltrick beim Lösen von Exponentialgleichungen. Die Basiswechselformel hilft dir, wenn dein Taschenrechner nur log\log und ln\ln kennt, du aber einen Logarithmus mit einer anderen Basis brauchst.

Beispiel:

Berechne log3(81)\log_3(81) ohne Taschenrechner.

Lösung:

Gefragt ist: “3 hoch was ergibt 81?”

Du probierst systematisch:

  • 31=33^1 = 3
  • 32=93^2 = 9
  • 33=273^3 = 27
  • 34=813^4 = 81

Also gilt log3(81)=4\log_3(81) = 4.

Probe: 34=813^4 = 81

Tipp: Bei einfachen Logarithmen hilft das schrittweise Potenzieren. Du fragst dich immer: “Welcher Exponent passt?” Sobald du die Verbindung loga(b)=xax=b\log_a(b) = x \Leftrightarrow a^x = b sicher beherrschst, gehst du von der Logarithmusform direkt in die Potenzform – und die Antwort liegt offen.

Beispiel:

Löse die Gleichung log5(x)=3\log_5(x) = 3.

Lösung:

Du schreibst die Gleichung in die Potenzform um. Das ist die zentrale Technik:

log5(x)=353=x\log_5(x) = 3 \quad \Leftrightarrow \quad 5^3 = x

Du berechnest:

x=53=125x = 5^3 = 125

Probe: Ist log5(125)=3\log_5(125) = 3? Prüfe: 53=1255^3 = 125

Zweites Beispiel: Löse logx(27)=3\log_x(27) = 3.

Hier ist diesmal die Basis unbekannt. Umschreiben ergibt:

x3=27x^3 = 27

Also ist x=273=3x = \sqrt[3]{27} = 3.

Probe: log3(27)=3\log_3(27) = 3, denn 33=273^3 = 27

Das Umschreiben zwischen Logarithmus- und Potenzform funktioniert in beide Richtungen und löst viele Gleichungstypen auf einen Schlag.

Beispiel:

Beispiel 3: Exponentialgleichung mit Logarithmus lösen

Abschnitt betitelt „Beispiel 3: Exponentialgleichung mit Logarithmus lösen“

Löse die Gleichung 2x=502^x = 50.

Lösung:

Der Exponent xx ist unbekannt. Du kannst xx nicht direkt ablesen. Deshalb wendest du auf beiden Seiten den natürlichen Logarithmus an:

ln(2x)=ln(50)\ln(2^x) = \ln(50)

Mit der Potenzregel ziehst du xx nach vorne:

xln(2)=ln(50)x \cdot \ln(2) = \ln(50)

Du löst nach xx auf:

x=ln(50)ln(2)x = \frac{\ln(50)}{\ln(2)}

Du berechnest mit dem Taschenrechner:

x=3.9120.6935.64x = \frac{3.912}{0.693} \approx 5.64

Probe: 25.6449.9502^{5.64} \approx 49.9 \approx 50

Wichtig: Du kannst genauso den dekadischen Logarithmus log\log verwenden. Das Ergebnis ist dasselbe:

x=log(50)log(2)=1.6990.3015.64x = \frac{\log(50)}{\log(2)} = \frac{1.699}{0.301} \approx 5.64

Beispiel:

Beispiel 4: Logarithmusregeln anwenden und vereinfachen

Abschnitt betitelt „Beispiel 4: Logarithmusregeln anwenden und vereinfachen“

Vereinfache log2(32)log2(4)+log2(8)\log_2(32) - \log_2(4) + \log_2(8).

Lösung:

Methode 1 – Direkte Berechnung:

Du berechnest jeden Logarithmus einzeln:

  • log2(32)=5\log_2(32) = 5, denn 25=322^5 = 32
  • log2(4)=2\log_2(4) = 2, denn 22=42^2 = 4
  • log2(8)=3\log_2(8) = 3, denn 23=82^3 = 8

Ergebnis: 52+3=65 - 2 + 3 = 6

Methode 2 – Mit den Logarithmusregeln:

Du fassst zuerst zusammen. Subtraktion entspricht einer Division im Argument, Addition einer Multiplikation:

log2(32)log2(4)+log2(8)=log2 ⁣(3284)=log2(64)=6\log_2(32) - \log_2(4) + \log_2(8) = \log_2\!\left(\frac{32 \cdot 8}{4}\right) = \log_2(64) = 6

Beide Methoden liefern 6. Methode 2 ist effizienter, wenn die einzelnen Logarithmen keine ganzen Zahlen ergeben.

Sobald du die Grundlagen sicher beherrschst, öffnen sich weitere wichtige Konzepte.

Logarithmusfunktion: Die Funktion f(x)=loga(x)f(x) = \log_a(x) ist auf dem Bereich x>0x > 0 definiert. Ihr Graph verläuft durch den Punkt (10)(1|0), wächst für a>1a > 1 streng monoton und steigt immer langsamer. Für a>1a > 1 ist die Logarithmusfunktion die Umkehrfunktion der Exponentialfunktion g(x)=axg(x) = a^x. Die Graphen beider Funktionen sind symmetrisch zur Winkelhalbierenden y=xy = x.

Basiswechsel in der Praxis: Dein Taschenrechner kennt nur log\log und ln\ln. Für jeden anderen Logarithmus verwendest du:

loga(b)=ln(b)ln(a)=log(b)log(a)\log_a(b) = \frac{\ln(b)}{\ln(a)} = \frac{\log(b)}{\log(a)}

Anwendungen im Alltag:

Der pH-Wert einer Lösung ist definiert als pH=log[H+]\text{pH} = -\log[\text{H}^+], wobei [H+][\text{H}^+] die Konzentration der Wasserstoffionen angibt. Eine Lösung mit pH 3 hat zehnmal mehr Wasserstoffionen als eine Lösung mit pH 4.

Der Dezibel-Wert eines Schalldrucks ist L=20log ⁣(pp0)L = 20 \cdot \log\!\left(\dfrac{p}{p_0}\right). Eine Verdopplung des Schalldrucks erhöht den Dezibelwert um etwa 6 dB.

In der Informatik gibt die Funktion log2(n)\log_2(n) an, wie viele Schritte ein binärer Suchalgorithmus maximal braucht. Bei einer Million Einträgen genügen rund 20 Schritte – ein beeindruckendes Beispiel für die Kraft des Logarithmus.

Beispiel:

Du legst 5000 CHF zu einem Zinssatz von 3% pro Jahr an. Nach wie vielen Jahren hast du mindestens 7000 CHF?

Lösung:

Die Zinseszinsformel lautet: Kn=K0qnK_n = K_0 \cdot q^n

Dabei gilt:

  • K0=5000K_0 = 5000 CHF (Anfangskapital)
  • Kn=7000K_n = 7000 CHF (Zielkapital)
  • q=1.03q = 1.03 (Wachstumsfaktor bei 3% Zinsen)
  • nn = gesuchte Anzahl Jahre

Du setzt ein und dividierst durch 5000:

70005000=1.03n1.4=1.03n\frac{7000}{5000} = 1.03^n \quad \Rightarrow \quad 1.4 = 1.03^n

Du logarithmierst beide Seiten:

ln(1.4)=nln(1.03)\ln(1.4) = n \cdot \ln(1.03)

n=ln(1.4)ln(1.03)=0.33650.0295611.39n = \frac{\ln(1.4)}{\ln(1.03)} = \frac{0.3365}{0.02956} \approx 11.39

Antwort: Nach etwa 11.4 Jahren überschreitest du 7000 CHF. Da das Kapital am Ende jedes vollen Jahres gutgeschrieben wird, brauchst du 12 volle Jahre.

Probe: 50001.031250001.425871295000 \cdot 1.03^{12} \approx 5000 \cdot 1.4258 \approx 7129 CHF ✓

Die folgenden Aufgaben sind nach Schwierigkeit geordnet. Beginne oben und arbeite dich vor. Die vollständigen Lösungswege findest du im Abschnitt “Lösungen” am Ende des Artikels.

Grundlagen (Aufgaben 1–3)

Aufgabe 1: Berechne ohne Taschenrechner:

a) log2(16)\log_2(16) b) log3(27)\log_3(27) c) log10(1000)\log_{10}(1000) d) log5(1)\log_5(1)

Aufgabe 2: Schreibe jeweils in Potenzform um:

a) log4(64)=3\log_4(64) = 3 b) log2(0.5)=1\log_2(0.5) = -1 c) loga(m)=k\log_a(m) = k

Aufgabe 3: Schreibe jeweils in Logarithmusform um:

a) 72=497^2 = 49 b) 102=0.0110^{-2} = 0.01 c) e1=ee^1 = e

Regelanwendung (Aufgaben 4–6)

Aufgabe 4: Vereinfache mit den Logarithmusregeln (ohne Taschenrechner):

a) log3(9)+log3(3)\log_3(9) + \log_3(3) b) log2(64)log2(8)\log_2(64) - \log_2(8) c) log5(57)\log_5(5^7)

Aufgabe 5: Berechne mit dem Taschenrechner (auf zwei Dezimalstellen):

a) log3(20)\log_3(20) b) log7(100)\log_7(100) c) log6(200)\log_6(200)

Aufgabe 6: Löse die Gleichungen:

a) log3(x)=4\log_3(x) = 4 b) logx(16)=2\log_x(16) = 2 c) log2(x+1)=5\log_2(x+1) = 5

Exponentialgleichungen (Aufgaben 7–8)

Aufgabe 7: Löse die Exponentialgleichungen (auf zwei Dezimalstellen):

a) 3x=203^x = 20 b) 5x=0.15^x = 0.1 c) 2x+1=102^{x+1} = 10

Aufgabe 8: Vereinfache vollständig:

log6(4)+2log6(3)log6(2)\log_6(4) + 2 \cdot \log_6(3) - \log_6(2)

Anwendungen (Aufgaben 9–10)

Aufgabe 9: Ein Bakterium verdoppelt sich alle 30 Minuten. Die Anfangspopulation beträgt 500 Bakterien. Nach wie vielen Minuten sind es mehr als 100 000 Bakterien?

Aufgabe 10: Eine radioaktive Substanz zerfällt jedes Jahr um 12%. Ausgangsmenge: 200 g. Nach wie vielen Jahren sind noch weniger als 50 g übrig?

  • Der Logarithmus beantwortet: “Mit welchem Exponenten muss ich die Basis potenzieren, um eine bestimmte Zahl zu erhalten?”
  • Zentrale Beziehung: loga(b)=xax=b\log_a(b) = x \Leftrightarrow a^x = b
  • Produktregel: loga(uv)=loga(u)+loga(v)\log_a(u \cdot v) = \log_a(u) + \log_a(v)
  • Quotientenregel: loga ⁣(uv)=loga(u)loga(v)\log_a\!\left(\dfrac{u}{v}\right) = \log_a(u) - \log_a(v)
  • Potenzregel: loga(un)=nloga(u)\log_a(u^n) = n \cdot \log_a(u)
  • Basiswechsel: loga(b)=ln(b)ln(a)\log_a(b) = \dfrac{\ln(b)}{\ln(a)}
  • Es gibt keine Summenregel für loga(u+v)\log_a(u+v).
  • Der Numerus muss immer positiv sein: b>0b > 0.
  • Für Exponentialgleichungen: Logarithmieren und Potenzregel anwenden, dann nach xx auflösen.
❓ Frage: Was ist log4(64)\log_4(64)?
Lösung anzeigen

log4(64)=3\log_4(64) = 3 Begründung: Gesucht ist der Exponent xx mit 4x=644^x = 64. Probe: 43=644^3 = 64 ✓ Also ist log4(64)=3\log_4(64) = 3.

❓ Frage: Vereinfache: log5(25)+log5(5)\log_5(25) + \log_5(5)
Lösung anzeigen

Methode 1 – Produktregel: log5(25)+log5(5)=log5(255)=log5(125)=3\log_5(25) + \log_5(5) = \log_5(25 \cdot 5) = \log_5(125) = 3 Methode 2 – Einzeln berechnen: log5(25)=2\log_5(25) = 2 (weil 52=255^2 = 25) und log5(5)=1\log_5(5) = 1 (weil 51=55^1 = 5). Also: 2+1=32 + 1 = 3 Das Ergebnis ist 3.

❓ Frage: Löse die Gleichung 3x=1003^x = 100. Runde auf zwei Dezimalstellen.
Lösung anzeigen

Du logarithmierst beide Seiten: ln(3x)=ln(100)\ln(3^x) = \ln(100) xln(3)=ln(100)x \cdot \ln(3) = \ln(100) x=ln(100)ln(3)=4.60521.09864.19x = \frac{\ln(100)}{\ln(3)} = \frac{4.6052}{1.0986} \approx 4.19 Die Lösung ist x4.19x \approx 4.19. Probe: 34.191003^{4.19} \approx 100

❓ Frage: Welche der folgenden Aussagen ist korrekt? A) log2(8+4)=log2(8)+log2(4)\log_2(8 + 4) = \log_2(8) + \log_2(4) B) log2(84)=log2(8)+log2(4)\log_2(8 \cdot 4) = \log_2(8) + \log_2(4) C) log2(84)=log2(8)log2(4)\log_2(8 \cdot 4) = \log_2(8) \cdot \log_2(4)
Lösung anzeigen

Die richtige Antwort ist B. Die Produktregel lautet: loga(uv)=loga(u)+loga(v)\log_a(u \cdot v) = \log_a(u) + \log_a(v). Probe: log2(84)=log2(32)=5\log_2(8 \cdot 4) = \log_2(32) = 5 und log2(8)+log2(4)=3+2=5\log_2(8) + \log_2(4) = 3 + 2 = 5 ✓ Aussage A ist falsch: Es gibt keine Summenregel für Logarithmen. Aussage C ist falsch: Der Logarithmus eines Produkts ist die Summe, nicht das Produkt der Logarithmen.

❓ Frage: Berechne log8(2)\log_8(2).
Lösung anzeigen

Gesucht ist xx mit 8x=28^x = 2. Du erkennst: 8=238 = 2^3, also: (23)x=21(2^3)^x = 2^1 23x=212^{3x} = 2^1 Durch Vergleich der Exponenten: 3x=13x = 1, also x=13x = \dfrac{1}{3}. Somit ist log8(2)=13\log_8(2) = \dfrac{1}{3}. Probe: 81/3=83=28^{1/3} = \sqrt[3]{8} = 2

Mit dem Logarithmus hast du ein mächtiges Werkzeug kennengelernt, das weit über die Schulstube hinausreicht. Im nächsten Schritt wirst du Exponentialfunktionen und Logarithmusfunktionen als Graphen untersuchen. Du lernst, wie Wachstums- und Zerfallsprozesse modelliert werden – von Bakterienpopulationen bis zum radioaktiven Zerfall. In der Oberstufe begegnet dir der natürliche Logarithmus erneut in der Analysis, wo er eine zentrale Rolle bei der Ableitungs- und Integralrechnung spielt. Die Rechenregeln, die du heute geübt hast, bleiben dabei immer dieselben.

Aufgabe 1:

a) log2(16)=4\log_2(16) = 4, denn 24=162^4 = 16

b) log3(27)=3\log_3(27) = 3, denn 33=273^3 = 27

c) log10(1000)=3\log_{10}(1000) = 3, denn 103=100010^3 = 1000

d) log5(1)=0\log_5(1) = 0, denn 50=15^0 = 1 (gilt für jede erlaubte Basis)


Aufgabe 2:

a) log4(64)=343=64\log_4(64) = 3 \Leftrightarrow 4^3 = 64

b) log2(0.5)=121=0.5\log_2(0.5) = -1 \Leftrightarrow 2^{-1} = 0.5

c) loga(m)=kak=m\log_a(m) = k \Leftrightarrow a^k = m


Aufgabe 3:

a) 72=49log7(49)=27^2 = 49 \Leftrightarrow \log_7(49) = 2

b) 102=0.01log10(0.01)=210^{-2} = 0.01 \Leftrightarrow \log_{10}(0.01) = -2

c) e1=eln(e)=1e^1 = e \Leftrightarrow \ln(e) = 1


Aufgabe 4:

a) log3(9)+log3(3)=2+1=3\log_3(9) + \log_3(3) = 2 + 1 = 3. Oder: log3(93)=log3(27)=3\log_3(9 \cdot 3) = \log_3(27) = 3

b) log2(64)log2(8)=63=3\log_2(64) - \log_2(8) = 6 - 3 = 3. Oder: log2 ⁣(648)=log2(8)=3\log_2\!\left(\dfrac{64}{8}\right) = \log_2(8) = 3

c) log5(57)=7\log_5(5^7) = 7 (direkt aus der Regel loga(an)=n\log_a(a^n) = n)


Aufgabe 5: Du verwendest die Basiswechselformel loga(b)=ln(b)ln(a)\log_a(b) = \dfrac{\ln(b)}{\ln(a)}:

a) log3(20)=ln(20)ln(3)=2.9961.0992.73\log_3(20) = \dfrac{\ln(20)}{\ln(3)} = \dfrac{2.996}{1.099} \approx 2.73

b) log7(100)=ln(100)ln(7)=4.6051.9462.37\log_7(100) = \dfrac{\ln(100)}{\ln(7)} = \dfrac{4.605}{1.946} \approx 2.37

c) log6(200)=ln(200)ln(6)=5.2981.7922.96\log_6(200) = \dfrac{\ln(200)}{\ln(6)} = \dfrac{5.298}{1.792} \approx 2.96


Aufgabe 6:

a) log3(x)=4x=34=81\log_3(x) = 4 \Rightarrow x = 3^4 = 81

b) logx(16)=2x2=16x=4\log_x(16) = 2 \Rightarrow x^2 = 16 \Rightarrow x = 4 (da x>0x > 0 und x1x \neq 1)

c) log2(x+1)=5x+1=25=32x=31\log_2(x+1) = 5 \Rightarrow x + 1 = 2^5 = 32 \Rightarrow x = 31


Aufgabe 7:

a) 3x=203^x = 20: Du logarithmierst beide Seiten.

x=ln(20)ln(3)=2.9961.0992.73x = \frac{\ln(20)}{\ln(3)} = \frac{2.996}{1.099} \approx 2.73

b) 5x=0.15^x = 0.1: Du logarithmierst beide Seiten.

x=ln(0.1)ln(5)=2.3031.6091.43x = \frac{\ln(0.1)}{\ln(5)} = \frac{-2.303}{1.609} \approx -1.43

c) 2x+1=102^{x+1} = 10: Du logarithmierst beide Seiten und wendest die Potenzregel an.

(x+1)ln(2)=ln(10)(x+1) \cdot \ln(2) = \ln(10)

x+1=ln(10)ln(2)=2.3030.6933.32x + 1 = \frac{\ln(10)}{\ln(2)} = \frac{2.303}{0.693} \approx 3.32

x2.32x \approx 2.32


Aufgabe 8:

log6(4)+2log6(3)log6(2)\log_6(4) + 2 \cdot \log_6(3) - \log_6(2)

Du wendest die Potenzregel auf den mittleren Term an:

=log6(4)+log6(32)log6(2)=log6(4)+log6(9)log6(2)= \log_6(4) + \log_6(3^2) - \log_6(2) = \log_6(4) + \log_6(9) - \log_6(2)

Du fasst mit Produkt- und Quotientenregel zusammen:

=log6 ⁣(492)=log6(18)=log6(18)= \log_6\!\left(\frac{4 \cdot 9}{2}\right) = \log_6(18) = \log_6(18)

Da 61=66^1 = 6 und 62=366^2 = 36, liegt der Wert zwischen 1 und 2. Genauer: log6(18)=ln(18)ln(6)2.8901.7921.61\log_6(18) = \dfrac{\ln(18)}{\ln(6)} \approx \dfrac{2.890}{1.792} \approx 1.61


Aufgabe 9:

Die Population verdoppelt sich alle 30 Minuten. Nach nn Halbwertsperioden gilt:

P(n)=5002n>100000P(n) = 500 \cdot 2^n > 100\,000

2n>2002^n > 200

Du logarithmierst:

n>ln(200)ln(2)=5.2980.6937.64n > \frac{\ln(200)}{\ln(2)} = \frac{5.298}{0.693} \approx 7.64

Du brauchst also mindestens 8 vollständige Verdopplungsperioden. Das entspricht 830=2408 \cdot 30 = 240 Minuten, also 4 Stunden.

Probe: 50028=500256=128000>100000500 \cdot 2^8 = 500 \cdot 256 = 128\,000 > 100\,000


Aufgabe 10:

Die Substanz verliert jedes Jahr 12%. Der Wachstumsfaktor ist q=10.12=0.88q = 1 - 0.12 = 0.88.

2000.88n<50200 \cdot 0.88^n < 50

0.88n<0.250.88^n < 0.25

Du logarithmierst (Achtung: ln(0.88)<0\ln(0.88) < 0, die Ungleichung dreht sich um):

n>ln(0.25)ln(0.88)=1.3860.12810.83n > \frac{\ln(0.25)}{\ln(0.88)} = \frac{-1.386}{-0.128} \approx 10.83

Nach mehr als 10.83 Jahren, also ab dem 11. Jahr, sind weniger als 50 g übrig.

Probe: 2000.88112000.243048.6<50200 \cdot 0.88^{11} \approx 200 \cdot 0.2430 \approx 48.6 < 50