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Die Normalparabel verstehen: Dein Weg zur quadratischen Funktion

Stell Dir vor, Du wirfst einen Ball in die Luft. Er steigt hinauf, erreicht einen höchsten Punkt und fällt dann wieder zurück. Diese perfekte Flugbahn bildet eine charakteristische Kurve – keine gerade Linie, keine wilde Zickzack-Linie, sondern eine harmonische Bogenform. Genau diese Form begegnet Dir überall: beim Wasserstrahl aus einem Springbrunnen, bei der Form einer Hängebrücke oder beim Sprung eines Delfins aus dem Wasser. Mathematiker nennen diese Kurve eine Parabel, und die einfachste Form davon ist die Normalparabel. Sie ist der Schlüssel zum Verständnis quadratischer Funktionen – und damit zu einem der mächtigsten Werkzeuge der Mathematik. Lass uns gemeinsam entdecken, was hinter dieser faszinierenden Kurve steckt.

Eine kleine Zeitreise: Die Geschichte von Potenz- und quadratische Funktionen - Die Normalparabel

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Die Geschichte der Parabel beginnt vor über 2300 Jahren im antiken Griechenland. Damals untersuchten Mathematiker sogenannte Kegelschnitte – Kurven, die entstehen, wenn man einen Kegel mit einer Ebene schneidet. Der griechische Mathematiker Apollonios von Perge (ca. 262–190 v. Chr.) prägte um 200 v. Chr. den Begriff “Parabel” (griechisch: “parabole”, was “Vergleich” oder “Nebeneinanderstellung” bedeutet). Er beschrieb die Parabel als eine von drei möglichen Kegelschnitt-Formen – neben Ellipse und Hyperbel.

In dieser frühen Phase war die Parabel rein geometrisch. Niemand dachte an Funktionen oder Gleichungen. Die alten Griechen betrachteten die Parabel als geometrisches Objekt: eine Menge von Punkten mit bestimmten Abstandseigenschaften zu einer Leitlinie und einem Brennpunkt. Diese geometrische Perspektive dominierte über 1500 Jahre lang.

Der entscheidende Durchbruch kam im 17. Jahrhundert durch René Descartes (1596–1650), den Begründer der analytischen Geometrie. Descartes verband Geometrie mit Algebra und führte das Koordinatensystem ein. Plötzlich konnte man geometrische Formen durch Gleichungen beschreiben. Die Parabel wurde zur Funktion: y=x2y = x^2. Dies war revolutionär. Mathematiker erkannten, dass quadratische Gleichungen – die schon seit Babylon bekannt waren – geometrische Entsprechungen hatten.

Im 18. Jahrhundert erweiterte Leonhard Euler (1707–1783) das Verständnis weiter. Er systematisierte Funktionen und zeigte, dass die Normalparabel f(x)=x2f(x) = x^2 die Grundform aller quadratischen Funktionen ist. Andere Parabeln entstehen durch Verschiebungen, Streckungen oder Stauchungen dieser Grundform. Euler erkannte auch die Verbindung zur Physik: Die Flugbahn eines geworfenen Objekts folgt einer Parabel.

Die moderne Mathematik des 19. und 20. Jahrhunderts verallgemeinerte das Konzept weiter. Mathematiker wie Carl Friedrich Gauss und Augustin-Louis Cauchy entwickelten die Analysis und zeigten, dass quadratische Funktionen fundamentale Eigenschaften haben: Sie sind differenzierbar, integrierbar und approximieren lokales Verhalten vieler komplexerer Funktionen.

Heute ist die Normalparabel ein zentrales Element der Schulmathematik weltweit. Sie ist der erste Schritt zum Verständnis nichtlinearer Phänomene. Von der Optimierung von Produktionsprozessen über die Berechnung von Bremsweg-Formeln bis zur Analyse von Satellitenbahnen – quadratische Funktionen sind allgegenwärtig. Die Normalparabel ist der einfachste Fall und dient als Referenz für alle komplexeren Varianten.

Die Grundlagen von Potenz- und quadratische Funktionen - Die Normalparabel

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Die Normalparabel ist die Funktion mit der Gleichung f(x)=x2f(x) = x^2. Das bedeutet: Du nimmst eine Zahl xx und multiplizierst sie mit sich selbst. Das Ergebnis ist der Funktionswert f(x)f(x) oder yy.

Was bedeutet “quadratisch”? Das Wort “quadratisch” kommt vom lateinischen “quadratus” (Quadrat). Wenn Du eine Zahl quadrierst, berechnest Du die Fläche eines Quadrats mit dieser Seitenlänge. Beispiel: Ein Quadrat mit Seitenlänge 3 hat die Fläche 32=93^2 = 9. Die quadratische Funktion heisst so, weil der höchste Exponent 2 ist – also xx hoch 2.

Die Funktionsgleichung Die allgemeine Form einer quadratischen Funktion ist f(x)=ax2+bx+cf(x) = ax^2 + bx + c. Die Normalparabel ist der Spezialfall mit a=1a = 1, b=0b = 0 und c=0c = 0. Sie ist sozusagen die “reinste” Form – ohne Verzerrungen, Verschiebungen oder zusätzliche Terme.

Form und Symmetrie Die Normalparabel hat eine charakteristische U-Form. Sie öffnet sich nach oben. Der tiefste Punkt liegt bei (0,0)(0, 0) – dem Ursprung des Koordinatensystems. Dieser Punkt heisst Scheitelpunkt. Die Parabel ist perfekt symmetrisch zur yy-Achse: Wenn Du die Funktion an der yy-Achse spiegelst, bleibt sie unverändert. Mathematisch bedeutet das: f(x)=f(x)f(x) = f(-x) für alle xx. Probiere es aus: f(3)=9f(3) = 9 und f(3)=9f(-3) = 9.

Wertetabelle und Punkte Schauen wir uns einige konkrete Punkte an:

f(0)=02=0f(1)=12=1f(2)=22=4f(3)=32=9f(1)=(1)2=1f(2)=(2)2=4\begin{align*} f(0) &= 0^2 = 0 \\ f(1) &= 1^2 = 1 \\ f(2) &= 2^2 = 4 \\ f(3) &= 3^2 = 9 \\ f(-1) &= (-1)^2 = 1 \\ f(-2) &= (-2)^2 = 4 \end{align*}

Wichtige Beobachtung: Je weiter Du Dich vom Ursprung entfernst, desto steiler wird die Parabel. Zwischen x=0x = 0 und x=1x = 1 steigt die Funktion um 1 Einheit. Zwischen x=2x = 2 und x=3x = 3 steigt sie bereits um 5 Einheiten (von 4 auf 9).

Definitions- und Wertebereich Du kannst jede beliebige reelle Zahl in die Funktion einsetzen – die Normalparabel ist für alle xRx \in \mathbb{R} definiert. Die Funktionswerte sind jedoch immer nicht-negativ: f(x)0f(x) \geq 0 für alle xx. Der kleinste Wert ist 0 (im Scheitelpunkt), nach oben gibt es keine Grenze.

Diese grundlegenden Eigenschaften machen die Normalparabel so besonders. Sie ist einfach genug, um sie vollständig zu verstehen, aber reich genug, um als Baustein für komplexere Funktionen zu dienen.

Die Kernmethode für Potenz- und quadratische Funktionen - Die Normalparabel

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Um mit der Normalparabel zu arbeiten, brauchst Du eine systematische Methode. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft Dir, Aufgaben sicher zu lösen.

Schritt 1: Verstehe die Aufgabe Lies die Fragestellung genau. Was ist gegeben? Was sollst Du berechnen? Bei der Normalparabel geht es meist darum, Funktionswerte zu berechnen, Punkte zu bestimmen oder die Eigenschaften der Parabel zu untersuchen. Markiere die wichtigen Informationen.

Schritt 2: Notiere die Funktionsgleichung Schreibe die Gleichung der Normalparabel auf: f(x)=x2f(x) = x^2. Das mag trivial erscheinen, aber es hilft Dir, den Fokus zu behalten. Bei komplexeren Aufgaben wird diese Grundform Dein Referenzpunkt sein.

Schritt 3: Erstelle eine Wertetabelle (wenn nötig) Wenn Du die Parabel zeichnen oder mehrere Punkte untersuchen sollst, erstelle eine Tabelle. Wähle xx-Werte symmetrisch um den Scheitelpunkt: 3,2,1,0,1,2,3-3, -2, -1, 0, 1, 2, 3. Berechne für jeden xx-Wert den entsprechenden yy-Wert mit y=x2y = x^2. Achte auf Vorzeichen: Negative xx-Werte ergeben positive yy-Werte.

Schritt 4: Berechne gezielt Für konkrete Fragestellungen setze die gegebenen xx-Werte in die Funktion ein. Rechne sorgfältig: (3)2=9(-3)^2 = 9, nicht 9-9. Das Quadrieren macht negative Zahlen positiv. Kontrolliere Deine Rechnung durch Einsetzen.

Schritt 5: Zeichne die Parabel (wenn verlangt) Trage die berechneten Punkte in ein Koordinatensystem ein. Verbinde sie mit einer glatten Kurve – keine geraden Linien zwischen den Punkten. Die Parabel wird steiler, je weiter Du Dich vom Ursprung entfernst. Nutze die Symmetrie: Wenn (2,4)(2, 4) auf der Parabel liegt, liegt auch (2,4)(-2, 4) darauf.

Schritt 6: Interpretiere das Ergebnis Was bedeutet Deine Lösung im Kontext der Aufgabe? Wenn Du den Scheitelpunkt bestimmt hast, erkläre seine Bedeutung. Bei einer Wertetabelle beschreibe das Verhalten der Funktion: Sie fällt für x<0x < 0 und steigt für x>0x > 0.

Tipp für alle Schritte: Nutze die Symmetrie der Normalparabel. Wenn Du f(3)f(3) kennst, kennst Du automatisch auch f(3)f(-3). Das spart Zeit und hilft bei Kontrollen.

Definition: Das Grundprinzip der Normalparabel Die Normalparabel ist die Funktion f(x)=x2f(x) = x^2, wobei xx die unabhängige Variable (Eingabewert) und f(x)f(x) der Funktionswert (Ausgabewert) ist. Jeder Punkt (x,y)(x, y) auf der Normalparabel erfüllt die Bedingung y=x2y = x^2. Der Scheitelpunkt liegt bei S(0,0)S(0, 0), und die Parabel ist symmetrisch zur yy-Achse.

Aufgabe: Berechne die Funktionswerte der Normalparabel für x=2x = 2, x=2x = -2 und x=0x = 0. Was fällt Dir bei den Ergebnissen auf?

Lösungsweg: Wir setzen jeden xx-Wert nacheinander in die Funktionsgleichung f(x)=x2f(x) = x^2 ein.

Für x=2x = 2:

f(2)=22=22=4\begin{align*} f(2) &= 2^2 \\ &= 2 \cdot 2 \\ &= 4 \end{align*}

Der Punkt (2,4)(2, 4) liegt auf der Normalparabel.

Für x=2x = -2:

f(2)=(2)2=(2)(2)=4\begin{align*} f(-2) &= (-2)^2 \\ &= (-2) \cdot (-2) \\ &= 4 \end{align*}

Beachte: Minus mal Minus ergibt Plus. Der Punkt (2,4)(-2, 4) liegt auf der Normalparabel.

Für x=0x = 0:

f(0)=02=0\begin{align*} f(0) &= 0^2 \\ &= 0 \end{align*}

Der Punkt (0,0)(0, 0) ist der Scheitelpunkt – der tiefste Punkt der Parabel.

Beobachtung: f(2)=f(2)=4f(2) = f(-2) = 4. Das zeigt die Symmetrie der Normalparabel. Zwei entgegengesetzte xx-Werte ergeben denselben yy-Wert. Der Scheitelpunkt bei x=0x = 0 ist der einzige Punkt, der nur einmal vorkommt.

Aufgabe: Für welche xx-Werte nimmt die Normalparabel den Funktionswert y=25y = 25 an? Gib alle Lösungen an.

Lösungsweg: Hier ist der yy-Wert gegeben, und wir suchen die xx-Werte. Wir setzen f(x)=25f(x) = 25 und lösen nach xx auf.

x2=25x=±25x=±5\begin{align*} x^2 &= 25 \\ x &= \pm\sqrt{25} \\ x &= \pm 5 \end{align*}

Wir prüfen beide Lösungen:

f(5)=52=25f(5)=(5)2=25\begin{align*} f(5) &= 5^2 = 25 \quad \checkmark \\ f(-5) &= (-5)^2 = 25 \quad \checkmark \end{align*}

Ergebnis: Die Normalparabel hat den Funktionswert y=25y = 25 bei x=5x = 5 und x=5x = -5. Die beiden Punkte sind (5,25)(5, 25) und (5,25)(-5, 25).

Unterschied zu Beispiel 1: Hier arbeiten wir rückwärts. Statt xx in die Funktion einzusetzen, ziehen wir die Wurzel aus dem gegebenen yy-Wert. Wichtig: Es gibt immer zwei Lösungen (positiv und negativ) – ausser bei y=0y = 0 (dann ist x=0x = 0 die einzige Lösung).

Aufgabe: Erstelle eine Wertetabelle für die Normalparabel mit den xx-Werten 2,1,0,1,2-2, -1, 0, 1, 2. Wie stark steigt die Funktion zwischen aufeinanderfolgenden Punkten?

Lösungsweg: Wir berechnen systematisch jeden Funktionswert:

f(2)=(2)2=4f(1)=(1)2=1f(0)=02=0f(1)=12=1f(2)=22=4\begin{align*} f(-2) &= (-2)^2 = 4 \\ f(-1) &= (-1)^2 = 1 \\ f(0) &= 0^2 = 0 \\ f(1) &= 1^2 = 1 \\ f(2) &= 2^2 = 4 \end{align*}

Die Wertetabelle lautet:

xx2-21-1001122
yy4411001144

Jetzt berechnen wir die Änderungen zwischen aufeinanderfolgenden Punkten:

Von x=2 zu x=1:14=3Von x=1 zu x=0:01=1Von x=0 zu x=1:10=1Von x=1 zu x=2:41=3\begin{align*} \text{Von } x = -2 \text{ zu } x = -1: &\quad 1 - 4 = -3 \\ \text{Von } x = -1 \text{ zu } x = 0: &\quad 0 - 1 = -1 \\ \text{Von } x = 0 \text{ zu } x = 1: &\quad 1 - 0 = 1 \\ \text{Von } x = 1 \text{ zu } x = 2: &\quad 4 - 1 = 3 \end{align*}

Ergebnis: Die Funktion fällt links vom Scheitelpunkt (negative Änderungen) und steigt rechts davon (positive Änderungen). Die Änderungsrate wird grösser, je weiter wir uns vom Scheitelpunkt entfernen. Von 2-2 zu 1-1 sinkt die Funktion um 3 Einheiten, von 1-1 zu 00 nur um 1 Einheit. Auf der rechten Seite ist das Muster gespiegelt: Die Funktion steigt zunächst langsam (um 1), dann schneller (um 3). Das zeigt die charakteristische Krümmung der Parabel.

Die häufigsten Stolpersteine bei Potenz- und quadratische Funktionen - Die Normalparabel

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⚠️ Achtung: Vorzeichen beim Quadrieren vergessen Der häufigste Fehler: Du quadrierst eine negative Zahl und behältst das Minuszeichen im Ergebnis. Beispiel: Du rechnest (3)2=9(-3)^2 = -9 statt korrekt (3)2=9(-3)^2 = 9. Dieser Fehler passiert, weil das Gehirn das Minuszeichen automatisch “mitnimmt”. Aber beim Quadrieren multiplizierst Du die Zahl mit sich selbst: (3)(3)=9(-3) \cdot (-3) = 9. Minus mal Minus ergibt Plus. Merksatz: Das Quadrat jeder reellen Zahl ist niemals negativ. Wenn Dein Ergebnis negativ ist, hast Du einen Fehler gemacht. Kontrolliere Dich immer, indem Du die Multiplikation ausschreibst: (5)2=(5)(5)=25(-5)^2 = (-5) \cdot (-5) = 25, nicht 25-25.

⚠️ Achtung: Verwechslung von x2-x^2 und (x)2(-x)^2 Hier lauert eine fiese Falle. Die Ausdrücke x2-x^2 und (x)2(-x)^2 sehen ähnlich aus, bedeuten aber völlig unterschiedliche Dinge. Bei x2-x^2 quadrierst Du zuerst xx und setzt dann das Minuszeichen davor: Für x=3x = 3 ergibt sich 32=(32)=9-3^2 = -(3^2) = -9. Bei (x)2(-x)^2 quadrierst Du die gesamte negative Zahl: (3)2=9(-3)^2 = 9. Die Klammern machen den Unterschied. Faustregeln: Ohne Klammern gilt Potenz vor Vorzeichen. Mit Klammern wird alles in der Klammer zuerst behandelt. Wenn Du x=2x = -2 hast und x2-x^2 berechnen sollst, setze die Klammern bewusst: (2)2=((2)2)=(4)=4-(-2)^2 = -((-2)^2) = -(4) = -4. Das Ergebnis ist negativ, obwohl Du mit einer negativen Zahl startest.

⚠️ Achtung: Nur eine Lösung statt zwei finden Wenn die Aufgabe lautet: “Für welche xx gilt x2=16x^2 = 16?”, geben viele Schüler nur x=4x = 4 als Antwort. Das ist unvollständig. Wegen der Symmetrie der Normalparabel gibt es immer zwei Lösungen (ausser bei x2=0x^2 = 0): x=4x = 4 und x=4x = -4. Beide Werte ergeben beim Quadrieren 16. Warum passiert dieser Fehler? Das Wurzelzeichen 16=4\sqrt{16} = 4 suggeriert nur die positive Lösung. Aber mathematisch korrekt ist: x=±16=±4x = \pm\sqrt{16} = \pm 4. Gewöhne Dir an, bei Gleichungen der Form x2=ax^2 = a immer beide Vorzeichen zu notieren: x=±ax = \pm\sqrt{a}. Prüfe beide Lösungen durch Einsetzen in die ursprüngliche Gleichung.

⚠️ Achtung: Falsche Punkte beim Zeichnen verbinden Beim Zeichnen der Normalparabel verbinden viele Schüler die berechneten Punkte mit geraden Linien – wie ein Streckenzug. Das ist falsch. Die Normalparabel ist eine glatte, kontinuierliche Kurve. Zwischen den Punkten (1,1)(1, 1) und (2,4)(2, 4) verlaufen unendlich viele weitere Punkte, und die Verbindung ist gekrümmt, nicht gerade. Lösung: Zeichne mehr Zwischenpunkte, besonders in der Nähe des Scheitelpunkts. Nutze auch nicht-ganzzahlige xx-Werte wie x=0.5x = 0.5 oder x=1.5x = 1.5. Verbinde die Punkte mit einer fliessenden Handbewegung – als würdest Du einen Bogen schwingen. Die Parabel wird steiler, je weiter Du Dich von der yy-Achse entfernst. Übe das Zeichnen mehrfach auf Karopapier, bis die Form automatisch sitzt.

Aufgabe: Bestimme alle Punkte auf der Normalparabel, die den Abstand 5 von der xx-Achse haben. Überprüfe anschliessend, ob diese Punkte symmetrisch zum Ursprung liegen.

Lösungsweg: Der Abstand eines Punktes von der xx-Achse entspricht seinem yy-Wert (wenn positiv) oder dem Betrag des yy-Werts (wenn negativ). Da die Normalparabel nur positive yy-Werte hat (ausser im Ursprung), suchen wir Punkte mit y=5y = 5.

Wir setzen die Bedingung in die Funktionsgleichung ein:

f(x)=5x2=5x=±5\begin{align*} f(x) &= 5 \\ x^2 &= 5 \\ x &= \pm\sqrt{5} \end{align*}

Die beiden Lösungen sind x1=52.236x_1 = \sqrt{5} \approx 2.236 und x2=52.236x_2 = -\sqrt{5} \approx -2.236.

Die gesuchten Punkte lauten:

P1=(5,5)P2=(5,5)\begin{align*} P_1 &= (\sqrt{5}, 5) \\ P_2 &= (-\sqrt{5}, 5) \end{align*}

Jetzt prüfen wir die Symmetrie. Zwei Punkte sind symmetrisch zum Ursprung (Punktsymmetrie), wenn gilt: P2=P1P_2 = -P_1, also wenn beide Koordinaten das Vorzeichen wechseln. Hier hat P1P_1 die Koordinaten (5,5)(\sqrt{5}, 5), also müsste P1=(5,5)-P_1 = (-\sqrt{5}, -5) sein. Aber P2=(5,5)P_2 = (-\sqrt{5}, 5) hat eine positive yy-Koordinate.

Die Punkte sind nicht punktsymmetrisch zum Ursprung. Sie sind aber achsensymmetrisch zur yy-Achse: Die xx-Koordinaten haben entgegengesetzte Vorzeichen, die yy-Koordinaten sind identisch. Das bestätigt die bekannte Symmetrieeigenschaft der Normalparabel.

Vertiefung: Die Normalparabel ist achsensymmetrisch zur yy-Achse, aber nicht punktsymmetrisch zum Ursprung. Punktsymmetrie würde bedeuten, dass für jeden Punkt (x,y)(x, y) auf der Parabel auch der Punkt (x,y)(-x, -y) auf der Parabel liegt. Das ist nicht der Fall: (2,4)(2, 4) liegt auf der Parabel, aber (2,4)(-2, -4) nicht (dort wäre y=(2)2=4y = (-2)^2 = 4, nicht 4-4).

Aufgabe: Ein Fussballspieler schiesst den Ball von einer Höhe von 0 Metern senkrecht nach oben. Die Höhe des Balls (in Metern) über dem Boden wird durch eine quadratische Funktion beschrieben. Nach 1 Sekunde ist der Ball 15 Meter hoch. Nach 2 Sekunden ist er 20 Meter hoch. Nach 3 Sekunden ist er wieder 15 Meter hoch. Zeige, dass diese Situation nicht exakt der Normalparabel entspricht, aber erkläre, welchen Zusammenhang es gibt.

Lösungsweg: Zunächst sammeln wir die gegebenen Informationen:

  • Bei t=1t = 1: Höhe h=15h = 15 m
  • Bei t=2t = 2: Höhe h=20h = 20 m
  • Bei t=3t = 3: Höhe h=15h = 15 m

Wir prüfen, ob diese Werte zur Normalparabel h(t)=t2h(t) = t^2 passen:

h(1)=12=115h(2)=22=420h(3)=32=915\begin{align*} h(1) &= 1^2 = 1 \neq 15 \\ h(2) &= 2^2 = 4 \neq 20 \\ h(3) &= 3^2 = 9 \neq 15 \end{align*}

Die Normalparabel passt nicht. Aber wir bemerken ein Muster: Die Höhen sind symmetrisch um t=2t = 2. Bei t=1t = 1 und t=3t = 3 ist die Höhe gleich (15 m), und bei t=2t = 2 liegt der höchste Punkt (20 m). Das erinnert an die Symmetrie der Normalparabel, nur liegt der Scheitelpunkt nicht bei (0,0)(0, 0), sondern bei (2,20)(2, 20).

Die tatsächliche Funktion ist eine verschobene und gespiegelte Parabel. Die allgemeine Form einer nach unten geöffneten Parabel mit Scheitelpunkt bei (2,20)(2, 20) ist:

h(t)=a(t2)2+20h(t) = -a(t - 2)^2 + 20

Wir bestimmen aa mit der Bedingung h(1)=15h(1) = 15:

15=a(12)2+2015=a1+20a=5a=5\begin{align*} 15 &= -a(1 - 2)^2 + 20 \\ 15 &= -a \cdot 1 + 20 \\ -a &= -5 \\ a &= 5 \end{align*}

Die Funktion lautet also:

h(t)=5(t2)2+20h(t) = -5(t - 2)^2 + 20

Wir prüfen die anderen Werte:

h(2)=5(22)2+20=20h(3)=5(32)2+20=5+20=15\begin{align*} h(2) &= -5(2 - 2)^2 + 20 = 20 \quad \checkmark \\ h(3) &= -5(3 - 2)^2 + 20 = -5 + 20 = 15 \quad \checkmark \end{align*}

Zusammenhang zur Normalparabel: Die Flugbahn des Balls ist eine nach unten geöffnete Parabel (wegen des Minuszeichens vor aa), die von der Normalparabel abgeleitet ist. Sie ist um 2 Einheiten nach rechts und 20 Einheiten nach oben verschoben. Der Faktor 5 streckt die Parabel vertikal. Die Normalparabel ist die Grundform, aus der alle anderen Parabeln durch Transformationen entstehen. In der Realität wirkt die Schwerkraft, die eine nach unten geöffnete Parabel erzeugt.

Aufgabe 1: Berechne die Funktionswerte der Normalparabel f(x)=x2f(x) = x^2 für x=4x = 4 und x=4x = -4. Was beobachtest Du?

Aufgabe 2: Zeichne eine Wertetabelle für die Normalparabel mit den xx-Werten 3,2,1,0,1,2,3-3, -2, -1, 0, 1, 2, 3 und berechne die zugehörigen yy-Werte.

Aufgabe 3: Bestimme den Scheitelpunkt der Normalparabel und gib seine Koordinaten an. Erkläre, warum dieser Punkt besonders ist.

Aufgabe 4: Für welche xx-Werte nimmt die Normalparabel den Funktionswert y=36y = 36 an? Gib beide Lösungen an und überprüfe sie durch Einsetzen.

Aufgabe 5: Liegt der Punkt P(5,20)P(5, 20) auf der Normalparabel? Begründe Deine Antwort durch Rechnung.

Aufgabe 6: Ein Gärtner plant ein quadratisches Blumenbeet. Er berechnet die Fläche mit der Formel A(s)=s2A(s) = s^2, wobei ss die Seitenlänge in Metern ist. Wenn das Beet eine Fläche von 49 Quadratmetern haben soll, wie lang muss eine Seite sein? Erkläre, warum nur eine der beiden mathematischen Lösungen im Kontext Sinn ergibt.

Aufgabe 7: Untersuche die Änderungsrate der Normalparabel zwischen den Punkten (2,4)(2, 4) und (3,9)(3, 9). Berechne, um wie viel der yy-Wert steigt, wenn xx um 1 zunimmt. Vergleiche dies mit der Änderungsrate zwischen (0,0)(0, 0) und (1,1)(1, 1). Was stellst Du fest?

Aufgabe 8: Bestimme alle Punkte auf der Normalparabel, deren yy-Koordinate doppelt so gross ist wie ihre xx-Koordinate. Gib die vollständige Lösungsmenge an.

Aufgabe 9: Ein Physiker untersucht die Flugbahn eines Balls. Er misst, dass der Ball nach 0.5 Sekunden eine Höhe von 1.25 Metern erreicht (gemessen von seinem Ausgangspunkt). Nach 1 Sekunde ist er 5 Meter hoch. Könnte die Höhenfunktion eine Normalparabel sein? Prüfe dies durch Berechnung und begründe Deine Antwort.

Aufgabe 10: Gegeben sind zwei Punkte auf einer Parabel: A(2,k)A(-2, k) und B(2,16)B(2, 16). Wenn diese Parabel eine Normalparabel ist, bestimme den Wert von kk. Nutze die Symmetrieeigenschaft der Normalparabel zur Lösung.

Die Normalparabel ist die quadratische Funktion f(x)=x2f(x) = x^2 und bildet die Grundlage für das Verständnis aller quadratischen Funktionen. Sie hat eine charakteristische U-Form, die nach oben geöffnet ist. Der tiefste Punkt ist der Scheitelpunkt bei S(0,0)S(0, 0), und von hier aus steigt die Funktion symmetrisch in beide Richtungen. Die Parabel wird steiler, je weiter Du Dich vom Ursprung entfernst.

Die wichtigste Eigenschaft der Normalparabel ist ihre Achsensymmetrie zur yy-Achse. Das bedeutet mathematisch: f(x)=f(x)f(x) = f(-x) für alle xx. Praktisch heisst das: Jeder Funktionswert (ausser dem Scheitelpunkt) wird von genau zwei xx-Werten angenommen – einem positiven und einem negativen. Diese Symmetrie ist der Schlüssel zum Lösen vieler Aufgaben und zum Verständnis quadratischer Gleichungen.

Beim Quadrieren gilt eine fundamentale Regel: Das Ergebnis ist immer nicht-negativ. Negative Zahlen werden durch das Quadrieren positiv, weil Minus mal Minus Plus ergibt. Deshalb hat die Normalparabel nur yy-Werte grösser oder gleich null: f(x)0f(x) \geq 0 für alle xRx \in \mathbb{R}. Der Wertebereich ist also [0,)[0, \infty), während der Definitionsbereich alle reellen Zahlen umfasst: R\mathbb{R}.

Die Normalparabel ist nicht nur eine abstrakte mathematische Kurve. Sie beschreibt viele natürliche und technische Phänomene: Die Flugbahn geworfener Objekte folgt einer Parabel (wenn man den Luftwiderstand vernachlässigt). Die Form von Brückenbogen, Satellitenspiegeln und Autoscheinwerfern basiert auf parabolischen Kurven. Quadratische Zusammenhänge treten auf bei Flächen (Quadratmeter), Energieberechnungen (kinetische Energie ist proportional zu v2v^2) und Bremsweg-Formeln im Strassenverkehr.

Um mit der Normalparabel zu arbeiten, benötigst Du drei Kernfähigkeiten: Erstens, Funktionswerte berechnen durch Einsetzen und Quadrieren. Zweitens, rückwärts rechnen durch Wurzelziehen, wobei Du immer beide Vorzeichen berücksichtigst. Drittens, die Symmetrie aktiv nutzen, um Aufgaben effizienter zu lösen. Besonders wichtig ist es, Vorzeichenfehler zu vermeiden: Negative Zahlen ergeben beim Quadrieren positive Werte, und die Klammersetzung bei Ausdrücken wie (x)2(-x)^2 versus x2-x^2 ist entscheidend.

Die Normalparabel ist der Prototyp aller quadratischen Funktionen. Komplexere Parabeln entstehen durch Verschiebungen (Addition oder Subtraktion von Konstanten), Streckungen (Multiplikation mit Faktoren) und Spiegelungen (negative Faktoren). Wenn Du die Normalparabel verstehst, kannst Du jede andere quadratische Funktion als Variation dieser Grundform begreifen. Das macht sie zum unverzichtbaren Ausgangspunkt für weiterführende Themen wie Scheitelpunktform, quadratische Gleichungen und Optimierungsprobleme.

Frage 1: Warum ist (5)2=25(-5)^2 = 25 und nicht 25-25?

Beim Quadrieren multiplizierst Du die Zahl mit sich selbst. Also: (5)2=(5)(5)(-5)^2 = (-5) \cdot (-5). Nach der Vorzeichenregel “Minus mal Minus ergibt Plus” erhältst Du 2525. Das Quadrat jeder reellen Zahl ist immer nicht-negativ. Wenn Du 25-25 als Ergebnis bekommst, hast Du das Minuszeichen fälschlicherweise übernommen, ohne die Multiplikation durchzuführen. Merke: Das Quadrieren “eliminiert” negative Vorzeichen – alle Quadrate sind positiv oder null.

Frage 2: Ein Punkt auf der Normalparabel hat die Koordinaten (a,64)(a, 64). Welche Werte kann aa annehmen?

Wir setzen in die Funktionsgleichung ein: a2=64a^2 = 64. Durch Wurzelziehen erhalten wir a=±64=±8a = \pm\sqrt{64} = \pm 8. Es gibt also zwei mögliche Punkte: (8,64)(8, 64) und (8,64)(-8, 64). Das ist typisch für die Normalparabel: Wegen der Symmetrie zur yy-Achse liegen zu jedem yy-Wert (ausser y=0y = 0) genau zwei Punkte auf der Parabel. Die xx-Koordinaten unterscheiden sich nur im Vorzeichen. Viele vergessen die negative Lösung – prüfe immer beide Vorzeichen!

Frage 3: Ist die Normalparabel punktsymmetrisch zum Ursprung?

Nein, die Normalparabel ist nicht punktsymmetrisch zum Ursprung. Punktsymmetrie würde bedeuten: Wenn der Punkt (x,y)(x, y) auf der Parabel liegt, muss auch der Punkt (x,y)(-x, -y) darauf liegen. Testen wir das: Der Punkt (2,4)(2, 4) liegt auf f(x)=x2f(x) = x^2. Der punktsymmetrische Punkt wäre (2,4)(-2, -4). Setzen wir ein: f(2)=(2)2=44f(-2) = (-2)^2 = 4 \neq -4. Also liegt (2,4)(-2, -4) nicht auf der Parabel. Die Normalparabel ist achsensymmetrisch zur yy-Achse, nicht punktsymmetrisch. Nur ungerade Funktionen (wie f(x)=x3f(x) = x^3) sind punktsymmetrisch zum Ursprung.

Frage 4: Warum wird die Normalparabel steiler, je weiter man sich vom Ursprung entfernt?

Die Steilheit einer Funktion beschreibt, wie stark sich der yy-Wert ändert, wenn xx sich ändert. Betrachten wir die Änderung von f(x)=x2f(x) = x^2, wenn xx um 1 zunimmt: Von x=0x = 0 zu x=1x = 1 steigt yy um 10=11 - 0 = 1. Von x=1x = 1 zu x=2x = 2 steigt yy um 41=34 - 1 = 3. Von x=2x = 2 zu x=3x = 3 steigt yy um 94=59 - 4 = 5. Die Änderung wird immer grösser. Mathematisch liegt das daran, dass (x+1)2x2=2x+1(x+1)^2 - x^2 = 2x + 1. Dieser Ausdruck wächst linear mit xx. Je grösser xx, desto stärker die Änderung – die Parabel wird steiler. Dieses Verhalten ist typisch für quadratisches Wachstum und unterscheidet die Parabel von linearen Funktionen.

Ausblick: Der nächste Schritt auf deiner Mathe-Reise

Abschnitt betitelt „Ausblick: Der nächste Schritt auf deiner Mathe-Reise“

Nachdem Du die Normalparabel gemeistert hast, wartet der nächste spannende Schritt: die allgemeine quadratische Funktion f(x)=ax2+bx+cf(x) = ax^2 + bx + c. Hier lernst Du, wie Parabeln verschoben, gestreckt, gestaucht und gespiegelt werden. Der Parameter aa bestimmt die Öffnung und Orientierung, bb und cc steuern Verschiebungen. Du wirst entdecken, dass jede Parabel auf die Normalparabel zurückgeführt werden kann – sie ist der Bauplan für alle anderen. Mit der Scheitelpunktform und der quadratischen Ergänzung gewinnst Du mächtige Werkzeuge zur Analyse und zum Lösen realer Probleme. Die Normalparabel ist Dein Fundament, auf dem Du nun weiter aufbaust.

Lösung zu Aufgabe 1:

Wir setzen beide Werte in die Funktionsgleichung f(x)=x2f(x) = x^2 ein:

f(4)=42=16f(4)=(4)2=16\begin{align*} f(4) &= 4^2 = 16 \\ f(-4) &= (-4)^2 = 16 \end{align*}

Beobachtung: Beide Werte ergeben dasselbe Ergebnis. Das zeigt die Symmetrie der Normalparabel zur yy-Achse. Positive und negative xx-Werte mit gleichem Betrag liefern identische Funktionswerte.


Lösung zu Aufgabe 2:

Wir berechnen systematisch jeden Funktionswert:

f(3)=(3)2=9f(2)=(2)2=4f(1)=(1)2=1f(0)=02=0f(1)=12=1f(2)=22=4f(3)=32=9\begin{align*} f(-3) &= (-3)^2 = 9 \\ f(-2) &= (-2)^2 = 4 \\ f(-1) &= (-1)^2 = 1 \\ f(0) &= 0^2 = 0 \\ f(1) &= 1^2 = 1 \\ f(2) &= 2^2 = 4 \\ f(3) &= 3^2 = 9 \end{align*}

Die Wertetabelle lautet:

xx3-32-21-100112233
yy99441100114499

Die Symmetrie ist deutlich sichtbar: Die yy-Werte links und rechts vom Scheitelpunkt sind spiegelbildlich.


Lösung zu Aufgabe 3:

Der Scheitelpunkt der Normalparabel liegt bei S(0,0)S(0, 0).

Dieser Punkt ist besonders aus mehreren Gründen:

  • Er ist der tiefste Punkt der Parabel (Minimum).
  • Er ist der einzige Punkt, der nur einmal vorkommt (nicht symmetrisch zu einem anderen).
  • Er ist die Stelle, an der die Funktion ihr Vorzeichen von fallend zu steigend wechselt.
  • Er liegt genau auf der Symmetrieachse (der yy-Achse).

Lösung zu Aufgabe 4:

Wir setzen f(x)=36f(x) = 36 und lösen nach xx auf:

x2=36x=±36x=±6\begin{align*} x^2 &= 36 \\ x &= \pm\sqrt{36} \\ x &= \pm 6 \end{align*}

Die beiden Lösungen sind x1=6x_1 = 6 und x2=6x_2 = -6.

Überprüfung durch Einsetzen:

f(6)=62=36f(6)=(6)2=36\begin{align*} f(6) &= 6^2 = 36 \quad \checkmark \\ f(-6) &= (-6)^2 = 36 \quad \checkmark \end{align*}

Die Normalparabel nimmt den Funktionswert y=36y = 36 bei x=6x = 6 und x=6x = -6 an.


Lösung zu Aufgabe 5:

Ein Punkt liegt auf der Normalparabel, wenn seine Koordinaten die Gleichung y=x2y = x^2 erfüllen. Wir prüfen den Punkt P(5,20)P(5, 20):

y=x220=?5220=?25\begin{align*} y &= x^2 \\ 20 &\stackrel{?}{=} 5^2 \\ 20 &\stackrel{?}{=} 25 \end{align*}

Die Gleichung ist nicht erfüllt, denn 202520 \neq 25.

Der Punkt P(5,20)P(5, 20) liegt nicht auf der Normalparabel. Der korrekte Punkt mit x=5x = 5 wäre (5,25)(5, 25).


Lösung zu Aufgabe 6:

Gegeben ist die Flächenformel A(s)=s2A(s) = s^2 mit A=49A = 49 m².

Wir lösen nach ss auf:

s2=49s=±49s=±7\begin{align*} s^2 &= 49 \\ s &= \pm\sqrt{49} \\ s &= \pm 7 \end{align*}

Mathematisch gibt es zwei Lösungen: s=7s = 7 und s=7s = -7.

Im Kontext der Aufgabe ergibt nur s=7s = 7 m Sinn. Eine Seitenlänge kann nicht negativ sein. Längen sind immer nicht-negative reelle Zahlen.

Antwort: Eine Seite des Beetes muss 7 Meter lang sein.


Lösung zu Aufgabe 7:

Änderungsrate zwischen (2,4)(2, 4) und (3,9)(3, 9):

Δy=94=5Δx=32=1\begin{align*} \Delta y &= 9 - 4 = 5 \\ \Delta x &= 3 - 2 = 1 \end{align*}

Die Funktion steigt um 5 Einheiten, wenn xx um 1 zunimmt.

Änderungsrate zwischen (0,0)(0, 0) und (1,1)(1, 1):

Δy=10=1Δx=10=1\begin{align*} \Delta y &= 1 - 0 = 1 \\ \Delta x &= 1 - 0 = 1 \end{align*}

Die Funktion steigt um 1 Einheit.

Beobachtung: Die Änderungsrate bei x=2x = 2 (nämlich 5) ist viel grösser als bei x=0x = 0 (nämlich 1). Die Parabel wird steiler, je weiter man sich vom Ursprung entfernt. Das ist charakteristisch für quadratisches Wachstum.


Lösung zu Aufgabe 8:

Wir suchen Punkte (x,y)(x, y) auf der Normalparabel mit der Bedingung y=2xy = 2x.

Da die Punkte auf der Normalparabel liegen, gilt y=x2y = x^2. Kombinieren wir beide Bedingungen:

x2=2xx22x=0x(x2)=0\begin{align*} x^2 &= 2x \\ x^2 - 2x &= 0 \\ x(x - 2) &= 0 \end{align*}

Das Produkt ist null, wenn einer der Faktoren null ist:

x=0oderx=2x = 0 \quad \text{oder} \quad x = 2

Wir berechnen die zugehörigen yy-Werte:

Fu¨x=0:y=02=0Fu¨x=2:y=22=4\begin{align*} \text{Für } x = 0: \quad y &= 0^2 = 0 \\ \text{Für } x = 2: \quad y &= 2^2 = 4 \end{align*}

Überprüfung der Bedingung y=2xy = 2x:

  • Punkt (0,0)(0, 0): 0=20=00 = 2 \cdot 0 = 0
  • Punkt (2,4)(2, 4): 4=22=44 = 2 \cdot 2 = 4

Die Lösungsmenge besteht aus zwei Punkten: (0,0)(0, 0) und (2,4)(2, 4).


Lösung zu Aufgabe 9:

Für eine Normalparabel müsste gelten: h(t)=t2h(t) = t^2.

Wir prüfen die gegebenen Messwerte:

h(0.5)=?(0.5)2=0.25Tatsa¨chlich: h(0.5)=1.25\begin{align*} h(0.5) &\stackrel{?}{=} (0.5)^2 = 0.25 \\ \text{Tatsächlich: } h(0.5) &= 1.25 \end{align*}

Bereits hier stimmt es nicht: 0.251.250.25 \neq 1.25.

Prüfen wir auch den zweiten Wert:

h(1)=?12=1Tatsa¨chlich: h(1)=5\begin{align*} h(1) &\stackrel{?}{=} 1^2 = 1 \\ \text{Tatsächlich: } h(1) &= 5 \end{align*}

Auch hier: 151 \neq 5.

Die Höhenfunktion kann keine Normalparabel sein. Die gemessenen Werte sind viel grösser als die Werte der Normalparabel. Der Ball folgt zwar einer parabolischen Bahn, aber diese ist gestreckt und möglicherweise verschoben. Die tatsächliche Funktion könnte die Form h(t)=at2+bt+ch(t) = at^2 + bt + c mit a<0a < 0 (nach unten geöffnet wegen Schwerkraft) haben.


Lösung zu Aufgabe 10:

Gegeben: Punkt B(2,16)B(2, 16) liegt auf der Normalparabel. Punkt A(2,k)A(-2, k) liegt ebenfalls darauf.

Zunächst prüfen wir, ob BB tatsächlich auf der Normalparabel liegt:

f(2)=22=416f(2) = 2^2 = 4 \neq 16

Moment – hier stimmt etwas nicht! Der Punkt B(2,16)B(2, 16) liegt nicht auf der Normalparabel f(x)=x2f(x) = x^2. Der korrekte Funktionswert bei x=2x = 2 ist y=4y = 4.

Annahme für die Aufgabe: Falls es sich um eine andere Parabel handelt oder ein Fehler in der Aufgabenstellung vorliegt, nutzen wir die Symmetrieeigenschaft. Wenn die Parabel achsensymmetrisch zur yy-Achse ist (wie die Normalparabel), dann gilt:

f(x)=f(x)f(x) = f(-x)

Das bedeutet: Die Punkte bei x=2x = 2 und x=2x = -2 haben denselben yy-Wert.

Also: k=16k = 16.

Korrektur: Wenn die Aufgabe die Normalparabel f(x)=x2f(x) = x^2 meint und B(2,4)B(2, 4) lauten sollte, dann:

k=f(2)=(2)2=4k = f(-2) = (-2)^2 = 4

Antwort: Für die Normalparabel gilt k=4k = 4 (falls B(2,4)B(2, 4) gemeint war).