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Der Dreisatz – Dein Werkzeug für cleveres Rechnen

Stell dir vor, du backst Muffins für eine Party. Dein Rezept ist für 12 Muffins gedacht. Aber du brauchst 36 Stück – dreimal so viele. Was machst du? Genau: Du nimmst von jeder Zutat dreimal so viel.

Oder denk an eine Autofahrt. Für 100 Kilometer brauchst du eine Stunde. Wie lange brauchst du für 300 Kilometer? Richtig – drei Stunden.

Diese Art zu denken nutzt du bereits jeden Tag. Du merkst es nur nicht. Dein Gehirn rechnet automatisch: “Mehr Muffins bedeuten mehr Zutaten.” Oder: “Längere Strecke bedeutet längere Fahrzeit.”

Genau dieses Prinzip steckt hinter dem Dreisatz. Er macht aus deinem Bauchgefühl eine sichere Rechenmethode.

Der Dreisatz ist eine Rechenmethode in drei Schritten. Er hilft dir, unbekannte Werte zu berechnen. Du nutzt dabei eine bekannte Beziehung zwischen zwei Grössen.

Beim Muffin-Beispiel kennst du die Beziehung: 12 Muffins brauchen bestimmte Zutatenmengen. Diese Beziehung nutzt du, um die Mengen für 36 Muffins zu berechnen.

Bevor du rechnest, musst du eine wichtige Frage klären: Wie verhalten sich die beiden Grössen zueinander?

Proportionale Zuordnung (Je mehr, desto mehr): Mehr Muffins → mehr Mehl. Doppelt so viele Muffins → doppelt so viel Mehl. Die Grössen wachsen gemeinsam.

Antiproportionale Zuordnung (Je mehr, desto weniger): Mehr Arbeiter → weniger Zeit für dieselbe Aufgabe. Doppelt so viele Arbeiter → halb so viel Zeit. Eine Grösse wächst, die andere schrumpft.

DEFINITION

Proportionaler Dreisatz:

Schritt 1: Ausgangswert notieren

Schritt 2: Auf die Einheit “1” herunterrechnen (dividieren)

Schritt 3: Auf den Zielwert hochrechnen (multiplizieren)

Gesuchter Wert=bekannter Wertbekannte Mengegesuchte Menge\text{Gesuchter Wert} = \frac{\text{bekannter Wert}}{\text{bekannte Menge}} \cdot \text{gesuchte Menge}

Antiproportionaler Dreisatz:

Schritt 1: Ausgangswert notieren

Schritt 2: Auf die Einheit “1” hochrechnen (multiplizieren)

Schritt 3: Auf den Zielwert herunterrechnen (dividieren)

Gesuchter Wert=bekannter Wertbekannte Mengegesuchte Menge\text{Gesuchter Wert} = \frac{\text{bekannter Wert} \cdot \text{bekannte Menge}}{\text{gesuchte Menge}}

Denk an ein Gummiband. Bei der proportionalen Zuordnung ziehst du beide Enden gleichzeitig. Wird das eine Ende länger, wird auch das andere Ende länger.

Bei der antiproportionalen Zuordnung ist es wie bei einer Wippe. Geht die eine Seite hoch, geht die andere Seite runter.

Der Dreisatz ist wie eine Brücke. Du startest bei dem, was du weisst. Gehst über die “Einheit 1” in der Mitte. Und landest bei dem, was du suchst.

So gehst du bei jeder Dreisatz-Aufgabe vor:

  1. Aufgabe lesen: Welche Grössen stehen in Beziehung?
  2. Art bestimmen: Proportional oder antiproportional?
  3. Tabelle aufstellen: Schreib die bekannten Werte untereinander.
  4. Auf 1 rechnen: Teilen (proportional) oder Multiplizieren (antiproportional).
  5. Auf Zielwert rechnen: Multiplizieren (proportional) oder Teilen (antiproportional).
  6. Ergebnis prüfen: Passt das Ergebnis logisch zur Aufgabe?

Häufiger Fehler: Die falsche Richtung rechnen!

Viele Schüler vergessen zu prüfen, ob die Zuordnung proportional oder antiproportional ist. Das führt zu völlig falschen Ergebnissen.

Merkhilfe: Frag dich immer: “Wenn ich die eine Grösse verdopple – wird die andere auch grösser oder kleiner?”

  • Beide werden grösser → proportional → erst teilen, dann multiplizieren
  • Eine wird grösser, eine kleiner → antiproportional → erst multiplizieren, dann teilen
Beispiel:

Aufgabe: 4 Hefte kosten 6 CHF. Wie viel kosten 10 Hefte?

Überlegung: Mehr Hefte → mehr Kosten. Das ist proportional.

Rechnung:

HeftePreis
46 CHF
1? CHF
10? CHF

Schritt 1: Was kostet 1 Heft?

6CHF:4=1,50CHF6 \, \text{CHF} : 4 = 1{,}50 \, \text{CHF}

Schritt 2: Was kosten 10 Hefte?

1,50CHF10=15CHF1{,}50 \, \text{CHF} \cdot 10 = 15 \, \text{CHF}

Antwort: 10 Hefte kosten 15 CHF.

Beispiel:

Beispiel 2: Antiproportionaler Dreisatz mit Prüfung

Abschnitt betitelt „Beispiel 2: Antiproportionaler Dreisatz mit Prüfung“

Aufgabe: 6 Arbeiter brauchen 12 Tage für einen Auftrag. Wie lange brauchen 9 Arbeiter?

Überlegung: Mehr Arbeiter → weniger Zeit. Das ist antiproportional.

Rechnung:

ArbeiterTage
612
1?
9?

Schritt 1: Wie lange braucht 1 Arbeiter allein?

12Tage6=72Tage12 \, \text{Tage} \cdot 6 = 72 \, \text{Tage}

Schritt 2: Wie lange brauchen 9 Arbeiter?

72Tage:9=8Tage72 \, \text{Tage} : 9 = 8 \, \text{Tage}

Prüfung: 9 Arbeiter sind mehr als 6. Also muss die Zeit kürzer sein. 8 Tage sind weniger als 12 Tage. Das passt!

Antwort: 9 Arbeiter brauchen 8 Tage.

Beispiel:

Aufgabe: Ein Auto fährt mit konstantem Tempo. Nach 2 Stunden hat es 150 km zurückgelegt. Wie weit kommt es in 5 Stunden?

Überlegung: Mehr Zeit → mehr Strecke. Proportionale Zuordnung.

Rechnung:

Zuerst: Wie weit fährt das Auto in 1 Stunde?

150km2=75km\frac{150 \, \text{km}}{2} = 75 \, \text{km}

Dann: Wie weit fährt es in 5 Stunden?

75km5=375km75 \, \text{km} \cdot 5 = 375 \, \text{km}

Alternativ in einem Schritt:

150km2h5h=375km\frac{150 \, \text{km}}{2 \, \text{h}} \cdot 5 \, \text{h} = 375 \, \text{km}

Antwort: In 5 Stunden legt das Auto 375 km zurück.

❓ Frage: 3 Pizzen kosten 24 CHF. Wie viel kosten 7 Pizzen?
Lösung anzeigen

Lösung: Proportionale Zuordnung

24CHF37=8CHF7=56CHF\frac{24 \, \text{CHF}}{3} \cdot 7 = 8 \, \text{CHF} \cdot 7 = 56 \, \text{CHF}

7 Pizzen kosten 56 CHF.

❓ Frage: 5 Pumpen leeren ein Becken in 8 Stunden. Wie lange brauchen 4 Pumpen?
Lösung anzeigen

Lösung: Antiproportionale Zuordnung (weniger Pumpen → mehr Zeit)

8h54=40h4=10h\frac{8 \, \text{h} \cdot 5}{4} = \frac{40 \, \text{h}}{4} = 10 \, \text{h}

4 Pumpen brauchen 10 Stunden.

❓ Frage: Für 200 g Mehl braucht man 3 Eier. Wie viele Eier braucht man für 600 g Mehl?
Lösung anzeigen

Lösung: Proportionale Zuordnung

3Eier200g600g=3600200=1800200=9Eier\frac{3 \, \text{Eier}}{200 \, \text{g}} \cdot 600 \, \text{g} = \frac{3 \cdot 600}{200} = \frac{1800}{200} = 9 \, \text{Eier}

Für 600 g Mehl braucht man 9 Eier.

Der Dreisatz löst Aufgaben mit zwei verbundenen Grössen. Du rechnest immer über die Einheit “1”. Bei proportionalen Zuordnungen teilst du zuerst, dann multiplizierst du. Bei antiproportionalen Zuordnungen machst du es umgekehrt.

Der wichtigste Schritt: Erkenne, welche Art von Zuordnung vorliegt. Frag dich: “Wächst die eine Grösse, wenn die andere wächst?” Dann weisst du, wie du rechnen musst.