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Terme aufstellen – Vom Alltag zur Formel

Stell dir vor, du planst eine Geburtstagsparty. Jeder Gast bekommt drei Stücke Pizza und zwei Getränke. Du weisst noch nicht genau, wie viele Gäste kommen werden. Trotzdem möchtest du schon mal überlegen, wie viel Pizza und Getränke du insgesamt brauchst.

In deinem Kopf rechnest du wahrscheinlich so: “Anzahl Gäste mal drei ergibt die Pizzastücke. Anzahl Gäste mal zwei ergibt die Getränke.”

Du hast gerade einen Term aufgestellt – nur ohne es zu merken. Ein Term ist nichts anderes als eine mathematische Beschreibung einer Situation. Statt lange Sätze zu schreiben, drückst du Zusammenhänge kurz und präzise aus.

Kehren wir zur Party zurück. Die Anzahl der Gäste ist noch unbekannt. In der Mathematik verwenden wir dafür Buchstaben als Platzhalter. Wir nennen sie Variablen.

Setzen wir gg für die Anzahl der Gäste ein. Dann lautet die Rechnung für die Pizzastücke: g3g \cdot 3 oder kürzer 3g3 \cdot g.

Das ist bereits ein vollständiger Term. Er enthält eine Variable (gg), eine Zahl (3) und eine Rechenoperation (Multiplikation).

DEFINITION

Ein Term ist ein mathematischer Ausdruck, der aus Zahlen, Variablen und Rechenzeichen besteht. Er beschreibt eine Rechenvorschrift, ohne dass ein Gleichheitszeichen vorkommt.

Allgemeine Form: Terme können so aussehen:

5xoder2a+3boderx475x \quad \text{oder} \quad 2a + 3b \quad \text{oder} \quad \frac{x}{4} - 7

Der wichtige Unterschied: Ein Term ist wie ein Rezept. Er beschreibt, was gerechnet werden soll. Eine Gleichung hingegen sagt: “Diese zwei Dinge sind gleich.”

Stell dir eine Variable wie eine Schachtel vor. Du weisst nicht, welche Zahl drin ist. Aber du kannst trotzdem damit rechnen.

Wenn jemand sagt “Nimm die Schachtel und verdopple den Inhalt”, dann schreibst du 2x2 \cdot x oder einfach 2x2x.

“Nimm die Schachtel, verdopple den Inhalt und addiere fünf” wird zu 2x+52x + 5.

Die Schachtel (Variable) behält ihren Wert. Der Term beschreibt nur, was du mit diesem unbekannten Wert machst.

Das Wichtigste beim Aufstellen von Termen: Übersetze den Text Wort für Wort in Mathematik.

  1. Lies den Text sorgfältig. Was ist unbekannt? Das wird deine Variable.
  2. Wähle einen Buchstaben. Üblicherweise xx, oder den Anfangsbuchstaben der gesuchten Grösse.
  3. Erkenne die Rechenoperationen. Welche Wörter deuten auf Plus, Minus, Mal oder Geteilt hin?
  4. Schreibe den Term auf. Achte auf die richtige Reihenfolge der Operationen.
  5. Prüfe deinen Term. Setze eine einfache Zahl ein und vergleiche mit dem Text.

Diese Übersetzungstabelle hilft dir:

  • “Summe”, “mehr als”, “addiert zu”, “erhöht um” → Addition (++)
  • “Differenz”, “weniger als”, “subtrahiert”, “vermindert um” → Subtraktion (-)
  • “Produkt”, “mal”, “das Doppelte”, “das Dreifache” → Multiplikation (\cdot)
  • “Quotient”, “geteilt durch”, “ein Viertel von” → Division (:: oder //)

Achtung bei der Reihenfolge!

“5 weniger als xx” bedeutet x5x - 5 (nicht 5x5 - x).

“5 mehr als das Dreifache von xx” bedeutet 3x+53x + 5.

Lies genau: Was wird von was abgezogen oder zu was addiert? Die Reihenfolge im Satz entspricht nicht immer der Reihenfolge im Term.

Aufgabe: Stelle einen Term auf für “Das Fünffache einer Zahl, vermindert um zwei”.

Lösung:

Die unbekannte Zahl nennen wir xx.

“Das Fünffache einer Zahl” bedeutet 5x5 \cdot x, also 5x5x.

“Vermindert um zwei” bedeutet, dass wir 2 abziehen.

5x25x - 2

Probe: Für x=3x = 3 ergibt der Term 532=152=135 \cdot 3 - 2 = 15 - 2 = 13. Das Fünffache von 3 ist 15, minus 2 ergibt 13. Stimmt!

Aufgabe: In einem Parkhaus stehen anfangs pp Autos. Jede Stunde fahren 8 Autos weg und 5 neue kommen. Wie viele Autos stehen nach einer Stunde im Parkhaus?

Lösung:

Startmenge: pp Autos

Veränderung pro Stunde: 8+5=3-8 + 5 = -3 (es werden 3 Autos weniger)

Nach einer Stunde:

p8+5=p3p - 8 + 5 = p - 3

Der Term p3p - 3 beschreibt die Anzahl Autos nach einer Stunde. Die Variable pp steht für den unbekannten Anfangswert.

Aufgabe: Ein Rechteck hat eine Länge, die doppelt so gross ist wie seine Breite bb. Stelle einen Term für den Umfang des Rechtecks auf.

Lösung:

Breite: bb

Länge: Das Doppelte der Breite, also 2b2b

Der Umfang eines Rechtecks besteht aus zwei Längen und zwei Breiten.

U=2La¨nge+2BreiteU = 2 \cdot \text{Länge} + 2 \cdot \text{Breite}

Einsetzen:

U=22b+2b=4b+2b=6bU = 2 \cdot 2b + 2 \cdot b = 4b + 2b = 6b

Interpretation: Der Umfang ist immer das Sechsfache der Breite, egal wie gross das Rechteck tatsächlich ist.

Typische Fehler vermeiden:

  • Variablen vergessen: “Die Hälfte einer Zahl plus 3” ist x2+3\frac{x}{2} + 3, nicht 12+3\frac{1}{2} + 3.
  • Punkt-vor-Strich missachten: 2+3x2 + 3x ist nicht dasselbe wie (2+3)x(2 + 3) \cdot x. Im ersten Term wird zuerst 3x3 \cdot x gerechnet.
  • Klammern weglassen: “Das Dreifache der Summe aus xx und 4” ist 3(x+4)3 \cdot (x + 4), nicht 3x+43x + 4.
❓ Frage: Stelle einen Term auf: “Eine Zahl wird verdreifacht und dann um 7 erhöht.”
Lösung anzeigen
Der Term lautet 3x+73x + 7. Die Zahl xx wird zuerst mit 3 multipliziert (verdreifacht), dann wird 7 addiert (erhöht).
❓ Frage: Was bedeutet der Term n42\frac{n}{4} - 2 in Worten?
Lösung anzeigen
Ein Viertel einer Zahl nn, vermindert um 2. Oder: Die Zahl nn wird durch 4 geteilt, dann werden 2 abgezogen.
❓ Frage: Ein Kinoticket kostet kk Franken. Für Kinder gibt es 3 Franken Rabatt. Wie lautet der Term für den Kinderpreis?
Lösung anzeigen
Der Term lautet k3k - 3. Vom normalen Preis kk werden 3 Franken abgezogen.